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Keltische Besiedlung des Talkessels

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Die Familie Seidl im Jahr 1911. Rechts bei der Mutter steht Nanndl Jauss, geborene Seidl. (Repro: Rosemarie Will)

Berchtesgaden – Der Heimatkalender für das Jahr 2021, herausgegeben von Rosemarie Will, ist ab sofort zu haben. Auch wenn es sich hier um die 38. Ausgabe handelt, kann der Leser neue Informationen über den Talkessel erfahren.


28 Autoren haben Geschichten, Gedichte, Dialekt-Glossen sowie historische Beiträge über Berchtesgaden in einem Buch zusammengetragen. Fotos von Kapellen des Berchtesgadener Landes und von Altartüchern sind neben dem Kalendarium abgebildet, das Tagesnamen und die Phasen des Mondlaufs beinhaltet.

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Darüber hinaus gibt es Beiträge über einige Berchtesgadener Persönlichkeiten aus der Vergangenheit. Christoph Merker schreibt beispielsweise über den Konditormeister Wilhelm Däuber, der im 20. Jahrhundert im »Café Nonntal« außergewöhnliche Produkte hergestellt hat. Besonders durch seine Kreativität wurde er bekannt. Ob Schokoladentannenbäume oder das Däuber'sche Plundergebäck: Unzählige Rezepte hat der Konditormeister in einem Buch festgehalten. Archivaufnahmen aus der Backstube sowie Urkunden ergänzen Merkers Beitrag.

Über historische Funde und die frühzeitige Besiedelung Berchtesgadens berichtet Dr. Rupert Haslinger. Im Jahr 1102 wurde das Klosterstift Berchtesgaden (»berthercatmen«) erstmals urkundlich erwähnt. Doch der Fund der Feuersteine vom Seefeldlehen – heute in der Jennerbahnstraße 7 beim ehemaligen Forsthaus – weist auf eine Jagdstation am Königssee schon in der Jungsteinzeit hin. Eine weitere Jagdstation soll in der Nähe des Steinbruchs am Kälberstein existiert haben. Zudem sollen Kelten in der Eisenzeit Berchtesgaden besiedelt haben.

Das stellt der Autor anhand zahlreicher Grabhügel in Zill fest. Immer wieder gab es Bodenfunde, die weiterer Forschungen bedürfen. Die bisherigen Erkenntnisse belegt Dr. Haslinger mit Verweisen auf andere Arbeiten.

Die Salzbergerin Nanndl Jauss, geborene Seidl und 1994 gestorben, hat Erinnerungen aus ihrem Alltag niedergeschrieben, die im Heimatkalender nachzulesen sind. Dabei berichtet sie über ihre Erlebnisse in der Schule, ihren Sprung in die Gastronomie und gibt einen Einblick in ihr Leben innerhalb der Familie. Rosemarie Will und Brigitte Jäkel befassen sich mit der Entwicklung des Betriebs »Fuchs Druck« – von der Gründung über die Modernisierung des Druckens und erweiterte Angebote bis zur Schließung im Jahr 2019. Weitere Beiträge über die Natur im Talkessel, die Geschichte der »Berchtesgadener War« sowie über den Abiturjahrgang 1960 des Realgymnasiums Berchtesgaden und Kriegserinnerungen komplettieren das Buch, das unter anderem beim »Berchtesgadener Anzeiger« erhältlich ist.

Rosemarie Will (Herausgeberin), »Berchtesgadener Heimatkalender 2021«, A. Miller & Sohn KG Verlag, 190 Seiten, 9,50 Euro. Patrick Vietze