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Gemeinderat Schönau am Königssee diskutiert über möglichen Standort von Sparkassenfiliale

Keine Bank auf der grünen Wiese?

Schönau am Königssee – Die Sparkasse Berchtesgadener Land möchte in Unterstein eine größere Filiale haben. Die Jetzige am Rathaus soll dafür geschlossen werden. Die Suche nach einem geeigneten Standort für die Geschäftsstelle gestaltet sich allerdings schwierig. Bis jetzt gibt es keine geeignete Immobilie. Der Gemeinderat Schönau am Königssee hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, einen Städteplaner mit der Suche zu beauftragen.

Ist das Lukasfeld ein geeigneter Standort für eine Sparkassenfiliale? Darüber ist sich der Schönauer Gemeinderat uneinig. (Foto: Kastner)

Ungefähr 180 Quadratmeter Nutzfläche möchte die Sparkasse für ihre neue Filiale haben. Also deutlich mehr als die Jetzige hat. Aber wo soll sie gebaut werden? Fest steht nur, dass die Filiale zentral, also an der Untersteiner Straße zwischen Kirche und Kriegerdenkmal, untergebracht werden soll. Der Eigentümer einer geeigneten Immobilie habe bereits abgesagt, berichtete Bürgermeister Hannes Rasp (CSU). Für den Rathauschef sei eine Bebauung des Lukasfeldes die beste Lösung, betonte er in der Sitzung. Die Freifläche befindet sich direkt neben dem Rathaus und gehört der Gemeinde.

Johann Hölzl (FW) sprach sich strikt gegen eine Bebauung des Lukasfeldes aus. »Unterstein bracht einen grünen Fleck«, sagte er. »Dieser Meinung war ich anfangs auch«, erklärte Bürgermeister Rasp. Doch dann habe er sich gefragt: »Für was haben wir es eigentlich gekauft?« Doch letztlich, um es zu bebauen. Aber mit was? Eine Bankfiliale sei eine für die Bevölkerung wichtige Einrichtung. Sonst falle ihm keine sinnvolle Nutzung ein. »Wir brauchen kein Kulturhaus, kein Haus der Vereine, kein neues Wirtshaus, keinen Festzeltplatz und keinen Ort für Feldmessen«, so Rasp. Doch Hölzl blieb skeptisch. Er bezweifelt ein langfristiges Bestehen der Filiale. »Was ist, wenn die Sparkasse in zehn Jahren raus ist?«, wollte er wissen. Die Antwort des Bürgermeisters: »Für zehn Jahre baut keiner ein neues Haus. So viel Finanzverständnis traue ich der Sparkasse zu.«

Doch die Kritik am Standort Lukasfeld setzte sich fort. Auch Martin Hofreiter (FW) betonte, dass er sich dort kein Gebäude vorstellen könne, »schon gar kein gewerbliches«. Er bezweifelte, ob eine größere Filiale überhaupt nötig sei. In Anbetracht der Tatsache, dass die Oberschönauer Filiale geschlossen wurde, sagte Hannes Rasp dazu: »Ich bin froh, wenn in unserer Gemeinde eine Sparkasse ist.«

Aber auch Michael Lochner (FW) konnte sich nicht für eine Bebauung des Lukasfeldes erwärmen. »Das Ensemble aus Kirche, Rathaus und Feld ist einfach zu schön«, betonte er. Ideen für alternative Standorte lieferten dann mehrere Räte. Andreas Pfnür (SPD) schlug den unteren Kirchenparkplatz vor, Markus Koll (FW) die alte Pferdekoppel beim Kirchenparkplatz und Gemeindebaumeister Hans Brüggler den Standort des Musikpavillons.

Um eine Bewertung der verschiedenen Standortmöglichkeiten zu erhalten, beschloss der Gemeinderat mit der Gegenstimme von Luca Guscelli (Grüne), einen Städteplaner für den Bereich zwischen Kriegerdenkmal und Kirche zu beauftragen. Allerdings nicht als Wettbewerb. »Das würde zu lange dauern«, so Bürgermeister Rasp. Vielmehr wolle die Verwaltung schlichtweg zwei Angebote einholen und sich dann für das günstigere entscheiden. Christian Fischer