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Kein Königsweg für den Königsweg?

Schönau a. K. (DAV) - Die DAV-Sektion Berchtesgaden sieht in den Planungen des Trainingszentrums am Krautkaser Probleme auf Wanderer, Schneeschuhgeher und Skitourengeher zukommen. Der Sektionsvorstand hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung über die Auswirkungen der Planungen der Berchtesgadener Bergbahn AG am Krautkaser gesprochen.

Da die Jennerbahn und die Gemeinde Schönau am Königssee bisher nicht auf den Alpenverein zugekommen sind, stützt sich die Sektion auf Informationen aus der Präsentation des sogenannten Masterplans zum Ausbau der Jennerbahn und auf Informationen aus der öffentlichen Gemeinderatssitzung. Hierbei waren die Bedürfnisse der Wanderer, Bergsteiger und Skitourengeher nur am Rande gestreift beziehungsweise gar nicht berücksichtigt worden. Vermutlich, so der Alpenverein, habe sich dies bei den konkreten Planungen nicht verändert.

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So gebe es nach wie vor keine Aussagen, wie in Zukunft die Winterwanderer zu dem in schneearmen Wintern sehr beliebten Königsweg über die verlängerte Piste kommen sollen. Gleiches gelte für die zahlreichen Skitourengeher. Denn künftig werde die Piste nicht mehr oberhalb der Querung zum Königsweg enden, sondern darüber hinwegführen. Hierbei, so die Vermutungen des Alpenvereins, werden die trainierenden Sportler, aber auch die sonstigen Nutzer der verlängerten Piste wohl das höchste Tempo erreichen. »Deshalb besteht in Zukunft hier eine große Gefahr von Kollisionen«, so der Alpenverein in einer Pressemitteilung.

Mit Sorge sieht der DAV auch die geplante Regelung, dass dem Skiverband zukünftig das Recht zugesichert werden soll, bei Trainingsbetrieb die Piste für den allgemeinen Skibetrieb zu sperren. Das würde nach Ansicht des Sektionsvorstands bedeuten, dass zu dieser Zeit auch kein Wanderer, Schneeschuh- oder Tourengeher über die Piste darf. »Damit wäre man, von Hinterbrand kommend, von dem bedeutenden Tourengebiet zum Stahlhaus, der Kleinen Reibe und den Hohen Roßfeldern abgesperrt«, befürchtet der Alpenverein und kündigt an, das nicht zu akzeptieren.

Wegen der geplanten Entwicklung am Krautkaser befürchtet der DAV, dass künftig noch mehr Tourengeher über die Talabfahrt aufsteigen würden. Der Sektionsvorstand will deshalb an die Jennerbahn beziehungsweise an die Gemeinde Schönau am Königssee herantreten und über die Möglichkeiten der Sicherstellung eines sicheren und auch allgemein akzeptierten Übergangs sprechen.