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Kein Kinderfasching im Kongresshaus

Berchtesgaden – Der große Kinderfasching im Kongresshaus wird im nächsten Jahr nicht stattfinden. 37 Jahre lang wurde er veranstaltet, 2014 ist Pause. »Weil wir einfach keinen passenden Termin finden«, sagt Kongresshaus-Leiter Josef Wenig. Eltern und Kinder sind enttäuscht.

Tanzen, spielen feiern: Hunderte waren jedes Jahr beim Kongresshaus-Fasching mit dabei. 2014 fällt er nach 37 Jahren zum ersten Mal aus. Foto: Anzeiger-Archiv/Pfeiffer

Zwischen 500 und 700 Kinder und Eltern besuchen jedes Jahr den Kinderfasching im Kongresshaus. Für gewöhnlich findet er einen Tag nach dem Hofball der Berchtesgadener Faschingsgilde statt. Nächstes Jahr schauen die Kinder aber in die Röhre, nichts mit Fasching im großen Saal des Kongresshauses. »Ich bin ganz schön enttäuscht«, sagt eine Mutter, die seit Jahren mit ihren Kindern auf den Fasching geht. Der Trubel dort ist groß, Maskenprämierung, viele Spiele, Live-Musik, eine Aufführung des Tanzstudios Renoth. All das gibt es 2014 nicht. »Wir sind komplett ausgebucht«, sagt Brigitte Bundschuh auf Anfrage des »Berchtesgadener Anzeigers«. Ein Termin für den Kinderfasching ließ sich nicht mehr finden. Von Anfang Januar bis in den März hinein ist jedes Wochenende vollgepackt mit Terminen. Apothekertreffen, Notärzte-Tagung, Akupunkturveranstaltung und die Asphalttage. »Das sind alles für uns sehr wichtige Termine, die im nächsten Jahr alle auf einmal kommen«, sagt der Kongresshaus-Leiter.

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Hin- und herüberlegt habe man in der Verwaltung, ob nicht doch irgendwie Platz geschaffen werden könnte für den beliebten Kinderfasching. Selbst am Sonntag, einen Tag nach dem Hofball, an dem der Fasching immer stattgefunden hatte, wird es nächstes Jahr knapp. »Da kommen schon wieder Tagungsteilnehmer zum Aufbauen«, sagt Bundschuh. Da bleibt nicht mal Zeit zum Dekorieren.

Den Kinderfasching unter der Woche veranstalten? Ergibt kaum Sinn, so hört man es aus dem Kongresshaus. »Eigentlich müssten wir uns über die vielen Buchungen freuen«, meint Josef Wenig etwas zerknirscht, weil er den Kindern ungewollt eine Absage erteilen musste. So viele Termine wie kommendes Frühjahr hat das defizitäre Haus nämlich selten.

»Mir tut es ja selbst weh, wenn die Kleinen nicht feiern können«, sagt Wenig, der seit 22 Jahren im Kongresshaus arbeitet. Seit Anfang an ist der Kinderfasching erfolgreich. Viele Eltern, die heute Kinder haben, waren früher selbst bei der großen Faschingssause mit dabei. Dass doch noch ein Termin gefunden wird, darum bemüht man sich im Kongresshaus – bislang aber mit wenig Erfolg. 2015 soll der Kinderfasching aber in jedem Fall wieder durchgeführt werden, meint Wenig. Kilian Pfeiffer