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Kaltblutpferde begeistern die Zuschauer

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Vereinsvorstand Franz Edfelder bei der Präsentation des Tandemfahrens. (Foto: Horn)

Teisendorf – Es ist mehr als eine Reminiszenz an die »gute alte Zeit«, wenn die Kaltblutpferdezuchtvereinigung Berchtesgadener Land am letzten Tag der Holzhauser Pfingstwoche zu ihrer Veranstaltung einlädt.


Den Zuschauern werden dabei verschiedene Einspannungen präsentiert, so wie die Pferde früher für die schwere Arbeit in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Zum anderen wird aber auch aufgezeigt, welch züchterische Erfolge die Vereinsmitglieder aufweisen können. Denn eine Portion »Glück im Stall« ist dazu allemal notwendig.

Den vielen Pferdefreunden wurde ein rund zweistündiges, kurzweiliges Programm geboten. Werner Zeiniger sorgte in bekannt aufschlussreicher Art und Weise für die Moderation der Veranstaltung und wusste die Zuschauer mit viel Hintergrundinformation zu versorgen. Und mit welchem Eifer die Rosserer dabei sind, das wurde auch dadurch deutlich, dass manch einer der Pferdeliebhaber schon am Vormittag beim Festumzug in Freilassing ein Gespann gefahren hatte, und dann am Nachmittag noch an einer Vorführung teilnahm.

»Es ist uns eine Ehre, dass wir euch heute wieder die Bandbreite zeigen können, wie die Rösser eingesetzt werden und ich freue mich, dass wieder so viele Freunde und Gönner der Kaltblutpferde gekommen sind«, hieß Vereinsvorstand Franz Edfelder die vielen Zuschauer am Gelände neben dem Festzelt willkommen. Passend zum Thema »Kaltblut« eröffneten die Wolfsberger Goaßlschnalzer mit ihren Fuhrmannsgoaßln das Programm und   stimmten die »Rosserergesellschaft« schwungvoll auf den Nachmittag ein.

Ehrenvorstand Martin Reitschuh eröffnete die Schau mit einer Fahrvorführung, eingespannt war der vierjährige Hengst »Vale«. »Ein Rappe kommt bei den Kaltblütern in der Region eher selten vor«, ergänzte der Moderator seine ohnehin schon sehr ausführlichen Informationen. Heini Abfalter galt als Nächstem die Aufmerksamkeit. Er kann mit seinen Haflingergespannen auf zahlreiche Erfolge blicken, unter anderem wurde er dreimal Chiemgaumeister. Dass er auch den Umgang mit den Kaltblütern versteht, das wurde bei seinem Dressur- Auftritt mehr als deutlich und Zeiniger ergänzte: »Da sieht man, was einen guten Fahrer ausmacht.«

Dr. Christian Käufl präsentierte anschließend seine erfolgreiche Stute, die just einen Tag vor dem Kaltblutfest in München bei der Landesschau den ersten Preis geholt hatte. Was »Tandemfahren« beim Einspannen bedeutet, das wurde den Zuschauern beim Auftritt von Vereinsvorstand Franz Edfelder offeriert. Aus Schottland stammt diese Anspannungsart bei der zwei Pferde hintereinander eingespannt werden.

Eine lustige Nummer war der Auftritt von Hans Grassl mit einer historischen Feuerwehrspritze. Diese kam dann auch tatsächlich zum Einsatz. Dass die Inbetriebnahme der alten Spritze doch nicht ganz einfach ist und dass es einige Zeit dauern kann, bis der Befehl »Wasser marsch« gegeben werden kann, das zeigte sich in dieser heiteren Einlage, an der auch viele junge Leute mitwirkten.

Ein Ausflug auf die Alm wurde nun mit bepackten Pferden und Almkarren unternommen. Klingende Glöckchen begleiteten diesen Auftritt, die früher große Bedeutung als akustisches Signal hatten. Begleitet wurden die Almleute von einem Säumer. Karl Broihan aus der Schönau hatte sein Ross entsprechend bepackt. »Jetzt braucht es Rösser, die tiefenentspannt sind«, kommentierte Zeiniger den nächsten Beitrag, denn nun kamen historische landwirtschaftliche Geräte zum Einsatz. Scheppernd und klappernd wurden eine Kartoffelsetzmaschine, ein Erdäpfelpflug, ein Kartoffelroder, ein Kartoffelwagen und ein Kastenwagen vorgeführt. Das ruhige Gemüt der Kaltblutrösser wurde bei diesem Programmpunkt besonders deutlich.

Stuten mit Fohlen begeisterten als Nächste das Publikum. Und die vier Jungtiere hatten alle eines gemeinsam: Vater des Nachwuchses ist der Rapp-Hengst Vale, der eingangs schon bei der Fahrnummer zu sehen gewesen war. Als nächster Höhepunkt folgte die Präsentation der beiden Elitestuten Sofia aus dem Besitz von Josef Weidenspointner und Zavira, die Martin Reitschuh sein Eigen nennt. Mit viel Sonderapplaus wurde diese Vorführung belohnt, die einen schönen Einblick in die Zuchterfolge der Mitglieder gewährte. Vorgeführt wurde von Josef Hinterreiter der Wieninger Bierwagen, den es seit zehn Jahren gibt. Gekonnt lenkte Hinterreiter das schwere Gefährt durch den Parcours.

Nach den Vorführungen gab es abschließend einen Wettbewerb, bei dem Fahren, Geschicklichkeit und Geschwindigkeit gefragt waren. mh