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Jutta Kleinschmidts größter Sieg

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A Gaudi war's scho: die Teilnehmer der Glühweinrallye bei der Instruktion. (Fotos: Klein/Voss)
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Motorsport-Ikone Jutta Kleinschmidt.
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Nachtwächterin Anna Glossner.
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Schweres Sportgerät: Der Masskrug war randvoll mit billigstem Glühwein gefüllt.
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Tourismus-Blogger Sepp Wurm.
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Sportwagen-Freak Captain Jack.
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Radmarathon-Legende Rainer Popp.
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Glühweinverkäufer Ajit Laxman Dhakal.
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Es ist kalt, er steht im Wald: Rainer Popp.
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In diesem Buch ist auch die Berchtesgadener Nachtwächterin drin: Jutta Kleinschmidt, Captain Jack und Anna Glossner beim Herumalbern auf der After-Race-Party im Nachtwächterstüberl. Diesmal gab es sogar richtigen Glühwein.

Berchtesgaden – Die Rallye Dakar? Ein Sonntagsausflug. Das Race Across America? Eine Rentner-Radltour. Kenner wissen Bescheid: Das härteste Rennen der Welt ist die Glühwein-Rallye des »Berchtesgadener Anzeigers«. Und da waren auch diesmal wieder die Härtesten der ganz Harten am Start. Die Aufgabe: Einen randvoll mit billigstem Fusel gefüllten Masskrug schnellstmöglich durch das Christbaumlabyrinth auf dem Berchtesgadener Advent tragen. Und dabei möglichst wenig verschütten.


Die Teilnehmer waren diesmal so prominent, dass sie »Anzeiger«-Redakteur Christian Fischer, der die Glühweinrallye einst in einem Anflug geistiger Umnachtung erfunden hatte, gar nicht groß vorstellen musste. An den Start gingen heuer: der coole Glühweinverkäufer Ajit Laxman Dhakal, die Berchtesgadener Nachtwächterin Anna Glossner, der Social-Media-Experte der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH, Sepp Wurm, der härteste Radsportler aller Zeiten, Rainer Popp, der total verrückte Captain Jack aus Kolbermoor und Motorsport-Ikone Jutta Kleinschmidt, die extra aus ihrer Wahlheimat Monaco angereist war.

Den Anfang machte Sepp #berchtsgonzefix Wurm. Nachdem er sich erneut versichert hatte, dass er den Masskrug nicht austrinken muss/darf, zischte er los. Zielfixiert balancierte der Ramsauer Bergbauernbua und BGLT-Blogger die Mass durch das Labyrinth. So gekonnt, dass er sogar noch ein paar Selfies für Instagram hätte machen können. Diese Leistung reichte für Platz zwei.

Im Vergleich zum zigfachen Radmarathon-Weltmeister Rainer Popp aus Schönau am Königssee ist Chuck Norris ein Weichei. Dennoch hatte der harte Hund einen ordentlichen Respekt vor dem Christbaumlabyrinth. Hochkonzentriert legte er einen Traumstart hin. Doch dann, was war los? Popp hat sich tatsächlich verlaufen. Die Neuorientierung kostete den Spitzensportler wertvolle Sekunden, sodass es am Schluss nur für Platz vier reichte.

Diesen Rang teilte er sich mit der Berchtesgadener Nachtwächterin Anna Glossner, die trotz quälender Rückenschmerzen an den Start ging. Ein weihnachtliches Liedchen auf den Lippen, spazierte sie gemütlich, aber konzentriert durch das Labyrinth. »So ein Schmarrn, aber a Gaudi«, lautete der Kommentar der 70-Jährigen nach der Ziellinie.

Dann enterte der total verrückte Captain Jack den Schlossplatz. Angeblich versteckt sich unter dem maßgeschneiderten Piratenkostüm der Kolbermoorer Event-Manager Bernhard Schraml, der mit seinen Supersportwagen-Touren immer wieder im Berchtesgadener Land unterwegs ist. Doch durch das Labyrinth musste auch der Captain zu Fuß. In voller Montur – inklusive Säbel und Pistole – bahnte er sich ungelenk seinen Weg. Als er auch noch von Kindern verfolgt wurde, hatte er keine Chance mehr. Letzter Platz.

Ajit Laxman Dhakal entschied sich für eine spirituelle Sicht auf den sportlichen Wettkampf. »Ich bin glücklich. Egal, ob ich gewinne oder verliere«, versprach der in Nepal geborene Bischofswieser. Geführt von unbekannten Kräften, schritt er selbstsicher durch das Christbaumlabyrinth, das gerne als derbe Metapher für die Widrigkeiten des Lebens gesehen werden kann. Egal. Dhakals profunde Glühweinkenntnisse zahlten sich jedenfalls aus. Er verfehlte um ein paar Hundertstelsekunden Platz zwei.

Viele Besucher des Berchtesgadener Advents rieben sich ungläubig die Augen. Lag es am Alk? Oder bedrohte da tatsächlich ein Pirat Jutta Kleinschmidt? Nein, keine Halluzination, kein Traum. Es war wirklich Jutta Kleinschmidt. Die erste Frau, die bei der Rallye Dakar ganz oben auf dem Podest stand. Erst wenige Tage vor der Glühweinrallye hatte sie in Monaco den World Sports Legends Award erhalten. Welche Herausforderungen kann es da noch geben?

Klar! Die Glühweinrallye des »Berchtesgadener Anzeigers«. Routiniert und souverän meisterte die Motorsport-Ikone, die für den Heimatort ihrer Jugend, Schönau am Königssee, startete, den Parcours in der absoluten Rekordzeit von 31 Sekunden. Wie immer, gab es bei der Siegerehrung keine Urkunden und keine Pokale, kein Preisgeld und auch kein Podest. Christian Fischer