weather-image
15°
Vorfreude bei Hirten, begabten Nachwuchsmusikern und Pongauer Bläsern groß - Premiere am 1. Dezember in der Universitätsaula

Junges Team belebt den »Salzburger Hirtenadvent«

Die heiße Phase der Vorbereitungen auf den »Salzburger Hirtenadvent«, die Nachfolgeveranstaltung des Tobi Reiser Adventsingens, hat begonnen. Das kleine, feine Adventsingen in der Salzburger Universitätsaula erfreut sich seit zwölf Jahren wachsender Beliebtheit bei der heimischen Bevölkerung von drent und herent und bei allen Freunden der authentischen Volksmusik. Mit dem Stück »Aus an b’sonder’n Holz« feiern Josef Radauer und sein Team am Freitag, 1. Dezember, um 19 Uhr Premiere.

Bei der letzten Probe der Hirtenkinder wurde ein neuer »Hirt« aus »an b’sonder’n Holz« begrüßt. (Foto: Salzburger Hirtenadvent)

Dabei wird die Marionette »Simmerl« vom Salzburger Marionettentheater, die bereits beim Tobi Reiser Adventsingen 2013 mitspielte, in einer besonders bezaubernden Rolle zu erleben sein.

Die Vorfreude aller Mitwirkenden ist groß, zum Beispiel bei den drei Knaben und den Zauberflöten. Die Brüder Jonathan, Michael und Julian Zeilner sind mit Feuereifer dabei, wenn es um die verschiedenen »Prüfungen« geht, denen sie sich als Hirten stellen müssen: Singen, Musizieren, laut und deutlich Artikulieren und Disziplin, sprich: »Brav sein«. Was für sie am schwersten ist, fallen sie doch eher in die Kategorie: »Lausbuben mit Überzeugung«.

Radauer schätzt es, dass seine Hirten aus dem »richtigen Holz geschnitzt« sind und natürliche Lebhaftigkeit und große Musikalität mitbringen, die nicht von ungefähr kommt: Mutter Gerhild war viele Jahre als Maria im Adventsing-Einsatz, ein Umstand, an dem Radauer als damaliger musikalischer Berater von Tobias Reiser nicht ganz unbeteiligt war. Vater Helmut ist der bei zahlreichen Wettbewerben ausgezeichnete Salzburger Landeschorleiter.

Den drei Knaben begegnet ein wahrer Zauber durch Flöten aus »b’sondern Hölzern«. Volksliedwerk-Vorsitzende Roswitha Meikl freut sich darüber, dass sechs junge Hirtenmädels die aus allerlei Obstbaumholz gefertigten Schwegelpfeifen blasen und mit ihnen die Tradition dieser raren Volksmusikinstrumente weitergeht. Die Pfeifen verleihen dem Spiel eine besondere Note.

Im Adventfieber sind auch schon die Pongauer Bläser. Sie dachten zuerst an einen Scherz, als Radauer ihnen zwischen die schönen Bläserweisen und Hirtenlieder Schauspielrollen auf die Notenpulte legte. Nach und nach wurden Radauers ernste Absichten offenkundig. Mittlerweile ist die Skepsis gegenüber der ungewohnten Tätigkeit verflogen. Die Neugier hat die Musiker erfasst. Sie proben begeistert eine Perchtensitzung und eine Herbergsuche, in der allerhand Lustiges, Überraschendes, aber auch Tiefsinniges zur Sprache kommt. »Der Sepp hat uns die Rollen auf den Leib geschrieben«, verrät der Posaunist, Landeskapellmeister Christian Hörbiger.

Mit einer Doppelrolle ist auch der Organist Andreas Gassner gefordert: Als Kirchenorganist und Dorfschullehrer leitet er eine Hirtenspielprobe auf der Bühne, in der ihm die jungen Hirten, die durch Elisabeth Radauer bestens vorbereitet wurden, schauspielerisch einiges abverlangen.

Alexandra Seywald heißt die neue Primgeigerin in Radauers neuem Ensemble, das diesen Advent das Tobi-Reiser-Ensemble beerbt. Die junge Salzburgerin bringt beste Voraussetzungen für das »Crossover« zwischen Klassik und Volksmusik mit. Die vielfache Preisträgerin auf dem Klavier ist heute vor allem als Geigerin unterwegs, als Schülerin von Lukas Hagen am Mozarteum. Wie Radauer, nur gut 30 Jahre später, hat Alexandra am Musischen Gymnasium maturiert und kam früh mit der Volksmusik in Berührung. Mit Begeisterung spielt sie neben der klassischen Sololiteratur Polkas und Landler in der »Hellbrunner Geigenmusi«.

Leonhard Hartinger ist als Harmonikaspieler das Bindeglied zwischen Hellbrunner Geigenmusik und Radauer-Ensemble. Die langjährige musikalische Freundschaft Radauers mit seinem Vater Albert, dem Gründer der Salzburger Bachgesellschaft, ließ ihn zum Hiatabuam der ersten Stunde beim Adventsingen in der Aula werden. Dort »infizierte« er sich mit der Liebe zur Volksmusik und wechselt seither instrumental ganz selbstverständlich zwischen Klavier und Harmonika und als Sänger zwischen dem in Innsbruck ausgezeichneten Hellbrunner Viergesang und dem Collegium Vocale der Salzburger Bachgesellschaft. Bei Radauer stand er auch schon als »Wirt« auf der Bühne und ist gegenwärtig als Beleuchtungsinspizient äußerst wertvoll. Dass er sich nebenbei intensiv mit der Fotografie beschäftigt, ist ebenfalls sehr hilfreich. Die Ausrüstung hierfür hat er sich übrigens vom beim Adventsingen verdienten Geld geleistet. Radauer freut sich über sein so vielseitig begabtes junges Ensemble, das ihm einerseits die Fortführung der musikalischen Tradition andererseits viele neue Wege und Möglichkeiten eröffnet. Veronika Mergenthal

Die Spieltermine

Nach der Premiere ist der Salzburger Hirtenadvent 2017 mit dem Stück »Aus an b’sonder’n Holz« noch zehn Mal zu erleben, am 2. Dezember um 15 und 19 Uhr, am 3. Dezember um 11 und 15 Uhr, am 7. und 8. Dezember jeweils um 19 Uhr, am 9. Dezember um 15 und 19 Uhr und am 10. Dezember um 11 und 15 Uhr. Zusätzlich gibt es am 8. Dezember um 15 Uhr eine Kindervorstellung. Karten gibt es bei allen oeticket-Verkaufsstellen, bei den Salzburger Kartenbüros, per E-Mail unter salzburger@hirtenadvent.at oder über Telefon 0043-6606220202. vm