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Junge Talente überzeugen mit bezaubernder Musik

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Jonas Süssmann, Cornett, mit Tim Blagrave im Kirchenraum. (Foto: Bauregger)

Mit einem musikalischen Bogen von der klassischen Musik des Barock, über Ragtime bis zu zeitgenössischen Werken, begeisterten junge Schülerinnen und Schüler der Sing- und Musikschule Inzell im Alter von 8 bis 18 Jahren bei einem abendlichen Konzert ihr Publikum in der Christuskirche. Veranstaltet wurde das Konzert vom Förderverein der Musikschule. Die Gesamtleitung oblag Tim Blagrave, der viele der jungen Talente auch dezent, rücksichtsvoll und feinfühlig auf dem Klavier begleitete.


Schon der ruhige Raum des evangelischen Gotteshauses und die vielen brennenden Kerzen deuteten beim Eintritt darauf hin, dass an diesem Abend nicht nur die Musik eine Rolle spielen wird. Mit der Einspielung von Naturgeräuschen oder sinnigen Kurzgedichten zwischen den Vorträgen, konnten auch die Gedanken zur Ruhe kommen. Nach der Begrüßung durch Musikschulleiter Heine Albrecht und Tim Blagrave traten als Erste Julia und Lena Abstreiter vor das Publikum, die zusammen mit Christina Egger auf drei Violinen den »Kanon« von J. Pachelbel spielten, begleitet von Tim Blagrave am Klavier. Die drei Musiker hatten sich ein schwieriges Stück ausgesucht, da jede Stimme für sich eigenständig gespielt werden muss und diese wiederum in nicht einfachen Harmoniekonstellationen zu einander stehen. Konzentriert, ruhig und dezent meisterten die drei ihre Aufgabe gut.

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Mit erst acht Jahren trat danach der Jüngste, Jonas Süssmann, mit seinem Cornett vor die Zuhörer. Mit einem klaren, dezenten, dynamisch farbigen Ton meisterte er auch anspruchsvolle Passagen in der »Kleinen Suite« von J. N. Hummel, »Yankee Doodle« von G. M. Cohan und »Finlandia« von J. Sibelius eigenständig, oder im gut harmonierenden Zusammenspiel mit Blagrave.

Lukas Heinicke blies seine Trompete im Anschluss ebenfalls mit sicherem, kräftigem, in Höhen und Tiefen homogenem Ton und weichem Tremolo. Er hatte für seinen Vortrag die »Bourrèe« von Ludwig Mozart, Amazing Grace und Passagen aus »Walk Around Rag« von M. Schmidt vorbereitet. Mit einem weichen, warmen Ton und fein moduliert intonierte danach Lena Wastlhuber auf ihrem Horn das »Ave verum corpus« von W. A. Mozart.

Philipp Ried auf seiner Steirerziach sorgte im Zusammenspiel mit Julia Eicher auf der Gitarre mit einem anspruchsvollen, harmonisch vorgetragenen Walzer an diesem Abend dafür, dass auch die traditionelle, alpenländische Volksmusik zum Klingen kam. Einen markanten, akustischen wie rhythmischen Kontrapunkt setzte Anna-Lena Seitz mit »Golliwog‘s Cakewalk« von C. Debussy am Klavier. Karoline Ruppert füllte den Kirchenraum im Anschluss wieder, ebenfalls solistisch, mit klaren tragenden Querflötentönen. Saubere Tonsprünge zwischen den Oktaven und feine Triller rundeten den Vortrag hörenswert ab. Dominique Richly nahm nach ihr am Klavier Platz. Mit einem gefühlvollen, feinen Anschlag trug sie die »Regentropfenprelude« von F. Chopin vor.

Eva Bauregger hatte sich für ihren Soloauftritt auf der Querflöte das Musikstück »A tempo giusto-Presto« von G. F. Telemann aus der Fantasie Nr. 10 fis Moll ausgesucht. Tonsicher und mit gut moduliertem Ton bewegte sie sich, in ruhiger Körpersprache, durch das bewegte Werk, in dessen Verlauf die Vortragende durch umfangreiche Läufe und viele Tonsprünge anspruchsvoll gefordert wurde. Ebenfalls mit Querflöte, aber im Duett mit Tim Blagrave am Klavier, intonierte Stefanie Götz »Soir dans les Montagnes« von E. Bozza. Ein anspruchsvolles Stück mit wunderbaren Cadenzen, fordernden Dynamikbewegungen und einer Notation über alle Tonlagen. Rebecca Thurner hatte sich das »Praeludium und Allegro« von G. Pugnani-Kreisler aufgelegt, vorgetragen im homogenen Zusammenspiel mit Blagrave. Mit einem sicheren, klaren Bogenstrich, flankiert durch eine angemessene Körpersprache, entstand so ein ausgewogenes Klangbild.

Ein letztes Klangerlebnis bescherte den Zuhörern zum Abschluss Marina Plereiter mit dem Stück »Rêverie« von C. Debussy auf dem Klavier. In einem ruhigen Vortrag und in passender Körpersprache erzeugte sie mit gefühlvollem Anschlag und klarer Artikulation ein ausgewogenes Klangbild. Sie verstand es auch gut, den feinen Charakter der Komposition zu transportieren und filigrane, wie dynamisch ansteigende Passagen, überzeugend wiederzugeben. Im fein ausklingenden Schlusston fand ein Konzertabend sein Ende, der die Zuhörer nicht nur akustisch, sondern auch emotional angesprochen und bewegt hat. Werner Bauregger

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