weather-image
18°
Das Van Baerle Trio beschloss die diesjährigen Traunsteiner Sommerkonzerte

Jugendliches Ungestüm und moderne Töne

Mit dem letzten Stück der diesjährigen Traunsteiner Sommerkonzerte, der Zugabe »Elegie« Von Josef Suk, zauberten die jungen Musiker des Van Baerle Trios in der Traunsteiner Klosterkirche den Zuhörern ein seliges Lächeln auf die Lippen. Die satte, schwere Süße der Komposition rundete einen äußerst vielseitigen Konzertabend ab, der mit einem Sturm- und-Drang-Werk von Felix Mendelssohn Bartholdy begonnen hatte. Das Klaviertrio in d-Moll, dessen Frühfassung hier zur Aufführung kam, wurde von den Musikern zupackend und mit passendem jugendlichem Ungestüm virtuos inszeniert.

Bescherten einen vielseitigen Konzertabend in der Traunsteiner Klosterkirche: Maria Milstein (von links, Violine), Hannes Minnaar (Klavier) und Gideon den Herder (Violoncello). (Foto: Heigl)

Weiter ging es mit einem »Modernen«, dem Holländer Willem Jeths, geb. 1959, dessen Stück »Chiasmos« für Klaviertrio einen spannenden Einblick gab, wie die musikalische Ausdrucksweise durch das Hier und Jetzt Form annimmt. Flirrende Nervosität, Künstlichkeit, eruptive Klangerlebnisse und geheimnisvolle Fantasiewelten wechselten einander ab. Hohe Flagoletttöne auf dem Cello korrespondierten mit dem wehmütigen Klang der Geige, während am Klavier ein unstetes Hämmern zu vernehmen war. Das war Musik, die man sich nicht zu Hause auf CD anhört, die aber im Konzertsaal ihre Wirkung bestens entfaltet.

Mit dem Klaviertrio in g-Moll von Bedrich Smetana endete der offizielle Teil des Abends des Festivals, das den tschechischen Komponisten gewidmet war. Die Furchtlosigkeit, mit der die jungen Musiker des Trios sich den verschiedenen Gefühlsebenen in der Musik hingaben, konnte man schon zuvor bewundern, hier ging es aber noch einen Tick mehr in die Tiefe. Sie stiegen hinab in die düsteren Räume der Melancholie, bäumten sich auf, um dem Hellen entgegenzugehen, verweilten bei dem unendlich sentimentalen Leitmotiv, spielten zum Tanz auf, um gleich darauf wieder das wunde Fleisch des Schmerzes zu erfühlen. Da wird Musik lebendig, das ist es, was die Zuhörer begeistert, wenn nicht nur Reproduktion, sondern echte Gefühle zugelassen werden.

Die Dankesworte von Oberbürgermeister Christian Kegel zum Abschluss des Konzertabends an die Veranstalter und an das Publikum waren voller Freude darüber, dass in dem beschaulichen Traunstein ein solch hochkarätiges Festival stattfindet, das diesmal von rund 1600 Besuchern aus nah und fern besucht wurde.

Wenn in zwei Jahren der Umbau des Klosterkirchen-Areals beginnt, so der Oberbürgermeister, solle man nicht über die Kosten reden, sondern über das, was die Stadt und die Menschen gewinnen werden. Barbara Heigl