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Joker »Batsman« erlöst wankenden BVB - »Magische Momente«

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Michy Batshuayi (r) und BVB-Trainer Peter Stöger feiern den späten Sieg. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa

61 Minuten schmorte Michy Batshuayi auf der Bank. Doch nach seiner Einwechslung schlüpfte der Dortmunder Neuzugang beim 3:2 über Eintracht Frankfurt in die Rolle des Hauptdarstellers. Seine beiden Treffer brachten den BVB der Champions League ein Stück näher.


Dortmund (dpa) - Das Finale furioso versetzte Michy Batshuayi in Hochstimmung. Mit sichtlichem Stolz und seligem Lächeln schnappte sich »Batsman«, wie er in Anlehnung an die Comic-Figur Batman genannt wird, nach dem 3:2 über Eintracht Frankfurt den Spielball und trug ihn wie eine Trophäe vom Platz.

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Der Doppelpack (77./90.+4) des erst in der 62. Minute eingewechselten Dortmunder Neuzugangs bewahrte seine in der zweiten Spielhälfte wankende Mannschaft vor einem weiteren Rückschlag. »Manchmal ist Fußball Magie«, schwärmte der Comic-Fan noch Minuten nach dem Schlusspfiff, »für solche Momente spielt man.«

Nach zuletzt eher tristen Vorstellungen seiner Mannschaft erweckte Batshuayi den Dortmunder Fußball-Tempel zu neuem Leben. Anders als beim desolaten 1:2 drei Tage zuvor in der Europa League gegen Salzburg ergab sich der Revierclub nicht seinem Schicksal, sondern hielt trotz zweier Ausgleichstreffer der Frankfurter Joker Luka Jovic (75.) und Danny Blum (90.+1) dagegen. Diesen Kampfgeist hatte Trainer Peter Stöger gefordert: »Wir können aus unseren Jungs keine Zweikampfmonster machen. Aber heute waren sie bereit, unangenehme Dinge zu machen, was nicht ihre Spezialität ist.«

Vor allem Batshuayi zeigte eine bemerkenswerte Reaktion. Obwohl er von Stöger erstmals nach seinem Wechsel Ende Januar vom FC Chelsea zunächst auf die Ersatzbank verbannt worden war, avancierte er zum Matchwinner. »Manchmal ist es gut, dass der Trainer so etwas macht. Ich war sehr müde und es nicht gewohnt, immer 90 Minuten zu spielen«, kommentierte der 24-Jährige in Anspielung auf seine drei Spiele zuvor ohne Torerfolg.

Seine Trefferquote spricht für sich und kann durchaus mit der seines zum FC Arsenal gewechselten Vorgängers Pierre-Emerick Aubameyang mithalten. In seinem sechsten Bundesligaspiel für den BVB erzielte Batshuayi bereits seine Tore vier und fünf. Stöger war voll des Lobes: »Ich wollte ihm ein bisschen Druck nehmen. Dass er seine Chance so nutzt, ist erfreulich und wird der Mannschaft und auch ihm gut tun.«

Obwohl die Borussia dank des Erfolgs über den direkten Konkurrenten den dritten Tabellenrang erfolgreich verteidigte, wird die avisierte Champions-League-Qualifikation zum Drahtseilakt. Nach einer laut Stöger »besten Halbzeit seit einigen Wochen« gab der BVB die Partie aus der Hand - mal wieder. Spielmacher Marco Reus, der zwei Tage zuvor mit seiner Vertragsverlängerung bis 2023 ein Zeichen gesetzt hatte, sprach die Probleme offen an: »Es ist schon seit Wochen unerklärlich, dass wir verschiedene Halbzeiten spielen.«

Bei allem Frust über die unglückliche Niederlage überwog bei den Frankfurtern der Stolz. »Meine Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gemacht«, befand Niko Kovac. Für den Abwehr-Blackout in der Schlussminute hatte der Eintracht-Coach eine einfache Erklärung: »Wenn wir in Dortmund zweimal zurückkommen, muss man das eigentlich über die Bühne kriegen. Aber die Jungs waren nach dem Tor noch voller Adrenalin.«

Sorgen, dass der späte Knockout seiner Mannschaft dauerhaft schaden könne, hat Kovac nicht: »Wir werden wieder aufstehen, das ist unsere Mentalität.« Trotzig verwies der Fußball-Lehrer des Tabellenfünften auf den bisher positiven Saisonverlauf: »Wir können nur noch gewinnen und nichts mehr verlieren. Alles, was jetzt noch dazu kommt, ist ein Bonus.«

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