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Jetzt schauen, was man später machen will

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Großer Andrang herrschte am Samstag bei der Berufsinformationsmesse im Kongresshaus.
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Informationen zu Handwerksberufen waren sehr gefragt. Fotos: privat
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Wie plane ich meine Zukunft? Eine Frage, die viele Teilnehmer klären wollten.

Berchtesgaden – Die Oberstufenschülerinnen vom Chor des Berchtesgadener Gymnasiums waren früh aufgestanden, um den dritten Berufsinformationstag im Kongresshaus mit einer schwungvollen Gesangseinlage unter Leitung von Musiklehrerin Simone Resch zu eröffnen. Der Weg ins Kongresshaus hat sich für sie durchaus gelohnt, wie drei von ihnen später erzählen. Nächstes Jahr steht das Abitur an, und genau wissen sie zwar noch nicht, was danach kommen soll, aber sich mal vor der eigenen Haustür über verschiedene Möglichkeiten informieren zu können, sei schon hilfreich. »Auf jeden Fall studieren« möchte eine von ihnen. Und beim Berufsinformationstag konnte sie sich einen ersten Eindruck von verschiedenen vertretenen Unis machen, ohne dafür ein paar Hundert Kilometer fahren zu müssen.


Organisiert hatte den Berufsinformationstag wie in den beiden Jahren zuvor der Verein »Jugendtreff.5« unter Vorsitz von Heike Mechelhoff, der sich in der Jugendarbeit in den fünf Gemeinden des Talkessels engagiert. In ihrer Eröffnungsrede erklärte Mechelhoff, Ziel der Veranstaltung sei es, den Jugendlichen eine breite Palette an Bildungs- und Berufsmöglichkeiten aufzuzeigen und erste Kontakte mit möglichen späteren Arbeitgebern zu ermöglichen.

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Eigene Ziele hinterfragen

Wer sich schon sicher sei, was er später machen wolle, der könne den Tag nutzen, seine eigenen Ziele noch einmal infrage zu stellen. »Wenn nur Gulaschsuppe auf dem Tisch steht, kann ich auch nur Gulaschsuppe essen.«

Nach einem Grußwort von Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschoßmann schnitt dieser mit Mechelhoff und seinen Amtskollegen Stefan Kurz aus Schönau und Toni Altkofer aus Bischofswiesen das Band vor dem langen Verbindungsweg durch, damit die Jugendlichen sich auf den Weg machen und entdecken konnten, was alles »auf dem Tisch stand«.

Zahlreiche Aussteller

Zahlreiche Aussteller warteten an ihren Informationsständen darauf, mit den Jugendlichen in unverbindlicher Atmosphäre ins Gespräch zu kommen, von der Agentur für Arbeit Traunstein über regionale Handwerksbetriebe wie die Bäckerei Zechmeister über Universitäten und Fachhochschulen bis zur Zurich-Bezirksdirektion Knoll. In einer Reihe von Workshop-Angeboten konnten die Jugendlichen sich etwa über den richtigen Auftritt beim Bewerbungsgespräch informieren oder versuchen, Brezen selbst herzustellen.

Am »Treffpunkt Service« konnten sie ihre Bewerbungsmappe checken oder ihre Haare von Friseur Martin Hallinger in Form bringen lassen, bei Dollinger ein Bewerbungsoutfit anprobieren und von Foto Baumann-Schicht ein Bewerbungsfoto schießen lassen.

Ausbildungsbetriebe und Hochschulen

Einzelne Ausbildungsbetriebe und Hochschulen informierten in Vorträgen über ihr Angebot. Im kleineren Rahmen informierten zudem Auszubildende und Studenten unter dem Motto »Jugendliche unter sich« über ihre Erfahrungen – eine Möglichkeit, mit weniger Berührungsängsten nachzufragen.

Berührungsängste im Wortsinne hatten viele beim Stand der Kreiskliniken, bei dem man unter Anleitung einmal selbst Blutdruck und Blutzucker messen konnte. Viele hätten »Angst, dass sie was falsch machen« meinte eine Pflegeassistentin, dabei könne man das gar nicht. Sie nutzten den Tag, um in Gesprächen bestehende Vorurteile abzubauen, etwa dass man als Pflegeassistent »nur der Depp vom Arzt« sei und ausschließlich mit alten Menschen zu tun habe.

Aus dem benachbarten Österreich waren zum zweiten Mal zwei Vertreterinnen der Modeschule Hallein gekommen. Auch wenn sie selbst einen Tag der offenen Tür hätten, so Direktorin Michaela Joeris, habe sich der Besuch gelohnt. Schon jetzt seien von ihren 200 Schülerinnen einige aus Bayern. Und vielleicht werden es demnächst noch mehr, denn über mangelnden Zulauf an ihrem Stand konnte sie sich nicht beschweren.

Überhaupt zeigte sich Heike Mechelhoff sehr erfreut über das große Besucherinteresse an allen Ständen und die vielen positiven Rückmeldungen, die sie von verschiedenen Seiten erhielt. Die diesjährige dritte Auflage der Messe sei die bisher bestbesuchte und das Konzept, für alle Jugendlichen – von der Hauptschule bis zum Gymnasium – etwas zu bieten, gehe voll auf.

Kaum Kleinbetriebe

Freilich waren nicht alle Sparten gleichermaßen vertreten, die Industrie war ebenso unterrepräsentiert wie die Kleinbetriebe aus der Region. »Dranbauen« könne sie aber sowieso nicht, meinte Mechelhoff, denn Platz für noch mehr Stände wäre im Kongresshaus kaum gewesen. Für das überwiegend positive Feedback der Aussteller spreche zudem, dass einige schon jetzt ihr Kommen für die vierte Auflage am Samstag, 17. Januar 2015, zugesagt hätten. Schon jetzt kann man sich bei Heike Mechelhoff per E-Mail an jugendtreff.5@gmail.com oder unter der Telefon 0171/3624968 anmelden.

Große Verlosung

Am frühen Nachmittag gab es zum Abschluss für einige Jugendliche einen besonderen Höhepunkt: Wer eine bestimmte Anzahl an Workshops und Vorträgen besucht und Gespräche geführt hatte, kam in die Verlosung für einen der vom »Jugendtreff.5« und Unternehmen aus der Region gesponserten Motivationspreise. Verlost wurden ein Zuschuss zum Busticket, Zuschüsse für den Führerschein und Benzingutscheine sowie als Hauptpreis ein für ein Jahr kostenlos zur Verfügung gestelltes Auto. Markus Schüssler

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