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»Jacko« hätte seine Freude gehabt

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Ein aufregendes, jazziges Wiederhören mit »Jacko« bescherten Rüdiger Baldauf (Zweiter von rechts, Trompete) und seine Bandmitglieder Christian Frentzen (Keyboard), Marius Goldhammer (Bass) und Thomas Heinz (Schlagzeug) den Jazz-Fans im k1-Studio. (Foto: Benekam)

Als Rüdiger Baldauf mit seiner Band im vergangenen Jahr auf der k1-Studio-Bühne bei der »Trumpet Night« in Traunreut mit fetzigem Jazz einheizte, erzählte er von der Idee, ein paar Nummern von Michael Jackson zu bearbeiten und vielleicht sogar ein ganzes Programm mit bekannten Nummern des »King of Pop« zu gestalten.


Jetzt war es soweit und der Jazzabend »Jackson Trip« traf voll den Geschmack der Gäste im k1. Bereits die ersten beiden Nummern, frisch bearbeitet, machten Lust auf mehr. Für die durchwegs geschmackvolle instrumentale Hommage, mit aufregenden und berauschenden Hörerlebnissen, hätte sich »Jacko« wohl wärmstens bei den vier Musikern bedankt. Den Jazz-Freunden im gemütlichen, mit Bistro-Tischchen bestuhlten Studio jedenfalls drängten die charakterstarken Jackson-Bearbeitungen förmlich in die Gehörgänge.

Mit Marius Goldhammer am Bass, Christian Frentzen am Keyboard und Thomas Heinz am Schlagzeug hatte Star-Trompeter Baldauf für seinen »Jackson Trip« die passenden Musiker gefunden. Das Quartett verfolgt die gleiche geniale Idee und verhilft sich im Zusammenfluss, wie auch in den atemberaubenden Soli an den Instrumenten, bei denen wirklich alle Register des Jazz gezogen wurden, zum beseelten Höhenflug. »Cant’ t help it«, eine der ersten gehörten Nummern, ursprünglich von Stevie Wonder, brachte die Sache auf den Punkt.

Bei diesem Sound ist der Hörer hilflos. Schließt man die Augen, hebt man innerlich ab und am Ende der unkonventionellen Bearbeitung hatte man fast den Eindruck, der gesamte k1-Tempel beginnt zu schweben. Weltklasseniveau. Eingängig wie ein frisches Sahnetörtchen waren auch »Human nature« oder »Billie Jean«, dissonant schräg, wie die Aussage der Nummer, die eigentlich ursprünglich »Not my lover« hieß. Die Nummer »They don’ t care about us«, so erklärte Baldauf zwischendrin, bedurfte, da es ein Reggae sei, eines alternativen Blasinstruments. Baldauf kann auch auf der Posaune spielen, wie sich die begeisterten Zuhörer überzeugen konnten.

Zart, fein und mit einem Höchstmaß an Fingerspitzengefühl machten sich die Jazzer balladenhaft an »Man in the Mirror« heran und freuten sich über euphorische Bravo-Rufe am Ende der mit Herzblut interpretierten Nummer. Ohne die Nummern »Beat it« und »Thriller« durfte ein Konzert zu Ehren des leider viel zu früh verstorbenen Megastars freilich nicht enden. Seine Musik bleibt spannend und, wie man in den respektvoll bearbeiteten Nummern Rüdiger Baldaufs hören konnte, über Jahrzehnte hinweg inspirativ. Es ist zu vermuten, dass sich Jackson mit diesem Trip angefreundet hätte, wenn nicht sogar mit seinem mitreißenden »I love you all« daran beteiligt hätte. Mit der Ballade »You are not allone« verabschiedeten sich Rüdiger Baldauf und seine kongeniale Band von den Traunreuter Jazz-Freunden, die sich mit lautstarken Ovationen bedankten. Kirsten Benekam