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Ja zur Waldkrippengruppe der Kindertagesstätte

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Die Kindertagesstätte wird eine Waldkrippengruppe bekommen. Das hat der Bischofswieser Gemeinderat jetzt beschlossen. Foto: Archiv/Pfeiffer

Bischofswiesen – Der Kindergarten in Winkl soll eine Waldkrippengruppe bekommen. Dies wurde bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag beschlossen. Wie Rupert Walch von der Gemeindeverwaltung ausführte, hat das Kreisjugendamt die Einführung der Waldkrippengruppe empfohlen. Die Gemeinde stehe unter enormem Zeitdruck, da die Maßnahme nur bei einer Inbetriebnahme bis zum 31. Dezember gefördert werde.


Definitiv nicht zu schaffen sei es, die Arbeit mit der neuen Gruppe mit Beginn des Kindergartenjahres am 1. September aufzunehmen. Derzeit peilt man den 1. November an. Die Kosten der Gemeinde sollen auf 60 000 Euro begrenzt werden. Die neu zu bauende Hütte sollte nicht aus diesem Rahmen fallen, wie Bürgermeister Thomas Weber erklärte.

Hans Metzenleitner, der Fraktionssprecher der SPD, sagte zu den Planungen, man müsse bei so einem enorm ehrgeizigen Projekt aufpassen, dass die Schnelligkeit nicht auf Kosten der Qualität gehe. Metzenleitner gab auch zu bedenken, dass in absehbarer Zeit zwei ungewöhnlich geburtenstarke Jahrgänge auf den Kindergarten zukämen. Seiner Ansicht nach müsse es das Ziel sein, auch die vorschulische Erziehung nach und nach kostenfrei zu machen. Wenn es um die Kinder gehe, dürften die Kosten der Gemeinde nicht im Vordergrund stehen. In diese Kerbe schlugen auch Martin Fendt und Grünen-Fraktionssprecher Michael Sturm. Fendt betonte, ihm gehe es nicht darum, Geld zu sparen, sondern den Geldbeutel der Eltern zu schonen.

Oliver Schmidt meldete seine Bedenken an, das Konzept des Waldkindergartens auf zwei- bis dreijährige Kinder zu übertragen. Als Vater sehe er insbesondere die »waghalsige Toilettensituation« mit Sorge. Seiner Meinung nach sei das geplante Konzept »mit so kleinen Kindern nicht sinnvoll«.

Paul Grafwallner (UBB) signalisierte hingegen seine Zustimmung zu dem Projekt. Da die Waldkrippengruppe vom Kreisjugendamt empfohlen werde, habe er keine Bedenken wegen des Alters der Kinder. Die Hütte solle aber beheizbar sein. Grundsätzliche Zustimmung erntete das Konzept auch bei Martin Fendt. Bei gewissen Temperaturen könne es aber kritisch werden, so Fendt. Er regte auch an, eine Lösung für das Anfahrtsproblem beim Kindergarten zu suchen. Rupert Walch erklärte hierzu, dass an der Parkplatzsituation bereits gearbeitet werde. Derzeit verhandle man mit einem Eigentümer über einen Grundstückskauf. Eventuell könnten auch bei der Kirche Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Wie Walch auf Nachfrage ergänzte, soll es im Kindergarten Winkl weiterhin Inklusionsplätze geben. Derzeit seien diese Plätze jedoch alle belegt.

Das neue Konzept wurde vom Gemeinderat mit einer Gegenstimme genehmigt. Markus Schüssler