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»Irrfahrten« zum »Aussichtspunkt Königssee« – Polizei rettet Koreaner von vereister Forststraße

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Ramsau: »Irrfahrten« zum Watzmann-»Aussichtspunkt Königssee« – Koreaner von vereister Forststraße gerettet
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Die Polizisten halfen am Sonntag fünf Koreanerinnen, die auf ihrem Weg zu einem Aussichtspunkt nicht mehr weiterkamen, und lotsten sie den Schapbachweg rückwärts hinunter. (Foto: Polizei Berchtesgaden)

Ramsau – Immer wieder muss die Polizei Berchtesgaden ausrücken, um Touristen aus »verfahrenen« Situationen zu holen. So kam es in den vergangenen drei Tagen etwa zweimal vor, dass Koreaner mit ihrem Auto auf dem Schapbachweg gen Watzmann fuhren und nicht mehr weiterkamen. Das berichtete ein Polizeibeamter dem »Berchtesgadener Anzeiger« am Sonntag.


So haben fünf junge koreanische Frauen am gestrigen Sonntag versucht, zum »Aussichtspunkt Königssee« zu gelangen, auf Englisch »Overview«. Dieser sei ihnen auf ihrem Navigationsgerät angezeigt worden, wie sie dem Polizeibeamten Gerhard Benischke erklärten. »Das kommt immer wieder vor«, erzählte er dem »Anzeiger«.

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Als diese fünf Frauen nun aufgrund der winterlichen Verhältnisse und des Eises auf der – übrigens gesperrten – Forststraße nicht mehr weitergekommen waren, riefen sie beim koreanischen Generalkonsulat an. »Sie hatten gemeldet, dass die Straßen in Berchtesgaden nicht zu passieren seien und alles vereist war«, so der Polizist. Daraufhin kontaktierte das Konsulat die Bundespolizei und diese wiederum die Polizeiinspektion Berchtesgaden. Die Beamten rückten im Anschluss aus.

Eine Stunde dauerte es, bis sie die Touristen langsam und vorsichtig wieder ins Tal hinabgelotst hatten. »Wir gingen neben dem Auto her, denn die Frau musste 500 Meter rückwärts den Berg hinabfahren«, erzählt der Polizist und fügt hinzu, dass es sich um eine sehr gute Fahrerin gehandelt habe. Die Kommunikation gestaltete sich schwierig, die Frau sprach nur gebrochen Deutsch und Englisch.

Offenbar suchen viele Touristen den im Internet und im Navigationsgerät angegebenen »Aussichtspunkt Königssee«, so der Polizist. Seiner Meinung nach sollte diese Angabe dringend entfernt werden. Für die Zukunft wäre eine noch bessere Beschilderung am Fuße des Schapbachwegs in Ramsau nötig.

Es gibt, wie bereits berichtet, ein Schild mit asiatischen Schriftzeichen und einer Warnung am Anfang der Straße. Dieses reiche jedoch noch nicht aus. Um das Problem an dieser Stelle anzugehen, regt Benischke ein Gespräch zwischen Polizei und Nationalpark Berchtesgaden an. Darin könnte darüber gesprochen werden, wie man solchen »Irrfahrten« in Zukunft noch besser vorbeugen kann.

Annabelle Voss