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Installation, Malerei, Skulptur, Fotografie – zeitgenössische Kunst

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»dreaming of…«, eine Arbeit der deutsch syrischen Künstlerin Adidal Abou-Chamat in der Ausstellung »random oriental« der Städtischen Galerie Traunstein, die hier ab 20. März bis 19. April zu sehen ist. (Repro: Giesen)

Auf die vielfältigen Fragenstellungen der modernen, zeitgenössischen Kunst geht auch heuer ein interessantes, abwechslungsreiches Programm in den Räumen der Städtischen Galerie Traunstein, zum Teil auch im Kunstraum Klosterkirche, ein. Judith Bader, die Leiterin der Städtischen Galerie Traunstein, hat es so zusammengestellt, dass auch junge Leute, zum Beispiel Schulklassen, bei den Veranstaltungen an moderne Kunst herangeführt werden können.


Den Anfang macht die Ausstellung von Malerei und Skulptur »Farbe als Speicher« ab 6. Februar bis zum 8. März in der Städtischen Galerie und im Kunstraum Klosterkirche. Die drei anerkannten Künstler Elisabeth Merl, Angelika Ecker-Pippig und Helmut Dirnaicher gehen von unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen aus, aber alle drei Künstler setzen die Farbe als Speicher von Materialität, Licht, Körper, Raum und Bedeutungsinhalten ein. Deutlich wird, dass die Farbe als Wissensspeicher Teil unseres kulturellen Gedächtnisses ist.

»Random oriental« ist die nächste Ausstellung ab 20. März bis 19. April in der Städtischen Galerie überschrieben. Die deutsch-syrische Künstlerin Adidal Abou-Chamat, Jahrgang 1957, setzt sich in ihren Foto-, Video- und Installationsarbeiten kritisch mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen bei Genderthemen sowie ethnischen und kulturellen Differenzen auseinander. Die Arbeiten der Künstlerin, die neben ihrer Ausbildung an Kunstakademien in England und den USA auch ein Studium der Ethnologie in München absolvierte, werden auch durch ihren eigenen biografischen Hintergrund geprägt. Daraus ergibt sich die Fragestellung nach den Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konfliktes auf eine arabische Identitätsfindung.

Bei der kuratierten Gruppenausstellung »Kunstgriff! Natur als Konstruktion« setzten sich junge Künstler mit dem traditionsreichen und schillernden Begriff »Natur« auseinander. Die Ausstellung von Donnerstag, 14. Mai, bis 28. Juni in der Städtischen Galerie zeigt Objektkunst, Malerei, Plastik, Video und Zeichnungen, wobei der über die Jahrzehnte unterschiedliche, teils ideologisch funktionalisierte Umgang mit der Natur thematisiert wird. Junge Künstler öffnen den Blick für eine andere, nicht mehr romantisierende Wirklichkeit, hinterfragen Denkschablonen und entwerfen neue »Natur«-Konstrukte. Ein umfangreiches Rahmenprogramm unter anderem mit museumspädagogischen Aktionen und Performances runden die Ausstellung mit experimentellem Ansatz ab.

»Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt« ist Thema der Fotoarbeiten und Buchobjekte des 1953 in Wien geborenen Künstlers Michael Jochum. In der Ausstellung von 18. September bis 18. Oktober zeigt die Städtische Galerie einen renommierten Künstler der künstlerischen Fotografie, der sich in seinem Werk mit der Brüchigkeit unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit auseinandersetzt. Das scheinbar Vertraute, Alltägliche wird in seinen schwarz-weiß Fotografien zu einem fremden, manchmal unheimlichen Motiv, das eine Fülle von Erinnerungen, Assoziationen und Gefühlen freisetzt.

Fotografien und Offene Jahresausstellung

Von 23. Oktober bis 15. November findet in Kunstraum Klosterkirche und der Städtischen Galerie die alljährliche offene, jurierte Jahresausstellung des Kunstvereins Traunstein statt, an der wie immer auch Nichtmitglieder die Chance haben, ihre Werke zu zeigen. Die verschiedensten Gattungen der bildenden Kunst werden exemplarisch für die Kunst der Gegenwart in bestmöglicher Präsentation vertreten sein. Im Rahmen der Ausstellung wird zum zweiten Mal der von der Stadt Traunstein, dem Kunstverein und neu auch dem Landkreis Traunstein gemeinsam gestiftete »Roter-Reiter-Preis« für bildende Kunst verliehen.

Die Offene Jahresausstellung wird außerdem von der Parallelausstellung »Im Dialog« in der Alten Wache abgerundet. Dazu gibt es geführte Ausstellungsrundgänge, Künstlergespräche und Schulführungen, die mithilfe von Suchspielen und Quizfragen auch für Kinder und Jugendliche einen spielerischen Zugang zur Kunst ermöglichen. In der Zeit werden außerdem wieder die Tage des offenen Ateliers in Stadt und Landkreis organisiert, an dem auch Nicht-Mitglieder teilnehmen können. Anmeldungen nimmt die Städtische Galerie entgegen.

Das letzte Ausstellungsprojekt dieses Jahres ist die Ausstellung »Das Drama im Blütenkelch«, Blumen von Harry Meyer, Werner Knaupp, Peter Riek, Stefan Wehmeier und Jochen Schambeck. Die Ausstellung von 27. November bis zum 3. Januar 2016, konzentriert sich auf eine vielschichtige und lange Bildtradition der Blumendarstellung, bei der die Symbolkraft der Blumen und die Parallelen zum Menschen und dem Thema Vergänglichkeit eine Rolle spielen.

Die Künstler greifen damit ein Thema auf, das schnell als banal, seicht, kitschig oder banal abgetan wird. In der Ausstellung ist der Übergang zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion fließend Zu allen Ausstellungen werden qualifizierte Ausstellungsrundgänge angeboten. gi