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Inspirierendes Konzert

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Die Sängerin Alma Naidu bezauberte das Publikum. (Foto: Bauregger)

Tizian Jost am Klavier und die bezaubernde Sängerin Alma Naidu haben zum ersten Mal Jazz und das Festival »AlpenKlassik« unter dem Konzerttitel »Heart & Soul – Jazz Inspirations« in der Konzertrotunde am Königlichen Kurgarten in Bad Reichenhall zusammengebracht.


Das Konzert eröffnete Jost mit Klavierstücken wie »Without a song« von Vincent Youmans und einer Eigenkomposition mit dem Titel »Elegie«, eher bedächtig, zurückhaltend, ließ aber erste Kostproben seines Einfallsreichtums und seiner Stilvielfalt aufblitzen.

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Danach gab Alma Naidu eine erste Kostprobe ihrer gesanglichen Qualitäten im Duo mit Jost mit dem Titel »Farmers market« aus der Feder des amerikanischen Jazz-Flügelhornisten Art Farmer. Mit ihrer angenehm feinen, harmonisch ausgeprägten Stimme und einer ausdrucksstarken Körpersprache interpretierte sie nicht nur den Text exzellent. Vielfarbig und variantenreich verstand sie es hier – wie in späteren Titeln auch – bestechend, den Solopart des Flügelhorns oder einer Trompete klangtypisch nachzuahmen.

Geradezu genial und absolut authentisch vermochte die junge Sängerin, ihre Stimme, die zugehörige Mimik und Gestik auch den Songinhalten im Jazzstil anzupassen. Mit den Worten »Liebe ist immer wunderschön« vor dem Titel »But beautiful« von Jimmy Van Heusen nahm sie die Zuhörer in diese träumerische Gefühls- und Klangwelt mit.

Bei allen Vorträgen im Duo war klar, dass das Verständnis zwischen dem Pianisten und der Sängerin stimmte und sie sich gegenseitig zu Höchstleistungen antrieben. Neben den Vorträgen im Duo brachte sich der Jazz-Pianist Tizian Jost mit einem wundervollen Ton, rhythmischem wie harmonischem Einfallsreichtum und einer inspirierenden Stilvielfalt als Solist in das Programm ein. Was im Vortrag am Anfang so bedächtig klang, entwickelte sich unter den gelenkigen, flinken Fingern im Konzertverlauf zu immer impulsiveren Interpretationen.

Stellenweise war er so mit der Partitur verschmolzen, dass es ihn nicht mehr auf seinem Klavierstuhl hielt. Seine besondere Liebe zur brasilianischen Musik und dem Latin brachte er mit Titeln wie »Shaw 'Nuff« von Dizzy Gillespie mitreißend und virtuos zu Gehör. Das Duo schloss das Konzert mit dem Titel »Spain« ab. Animiert durch Applaus und Bravorufe gab es »Nature boy« von Net King Cole und »Cheek to cheek« von Erving Berlin als Zugaben. Werner Bauregger

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