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Industriekultur im Wandel

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»Hartes Brot – Gutes Leben?« heißt die neue Sonderausstellung im Bergbaumuseum in Achthal. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Mit einer »stillen« Feier im kleinen Rahmen mit geladenen Gästen wurde die diesjährige Saison des Bergbaumuseums Achthal eröffnet. Eingeladen hatte der Förderverein »Bergbaumuseum Achthal« als Betreiber. Neben der Eröffnung der Dauerausstellung stand die Eröffnung einer Sonderausstellung zu Arbeitswelten in Oberbayern von 1830 bis in die Moderne auf dem Programm (siehe Kasten).


Eigentlich sollte die Museumssaison im Achthal wie in all den Jahren zuvor Anfang Mai beginnen. Wegen der Beschränkungen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie musste die Eröffnung in diesem Jahr jedoch um einen guten Monat verschoben werden. Am Samstag war es dann soweit. Vereinsvorsitzender Roland Klosa betonte bei der Eröffnung: »Kultur ist Heimat.« Gerade deshalb sei die Öffnung der Museen als Orte der Kultur und Begegnungen, auch in ungewöhnlichen Situationen wie die aktuelle, wichtig. Klosa betonte in diesem Zusammenhang die laufenden Bemühungen zur Modernisierung und Anpassung der Einrichtung an einen modernen Museumsbetrieb. »Ich sehe das neue Museumsareal schon deutlich vor mir.«

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Es tue gut, mal wieder ein Gefühl für persönliche Treffen und »Normalität« zu bekommen, wenn auch in kleinem und »angepassten« Rahmen, sagte Landrat Bernard Kern bei der Eröffnung. Der Besuch des Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer sei für ihn ein Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen Bezirk und Landkreis.

Die Arbeit, die der Bezirk für Kultur und Heimat leiste, sei vielen zwar verborgen, aber unverzichtbar und wertvoll. Dazu gehöre auch die Zusammenstellung und Bereitstellung der Sonderausstellung zur Industriekultur in Oberbayern, die ab sofort im Achthal zu sehen sei.

Er sei gern der Einladung zur Museums- und Ausstellungseröffnung gefolgt, so Josef Mederer in seiner Festrede. Der Bezirkstagspräsident war zum ersten Mal in der Einrichtung und zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Museumsbetreiber und den Möglichkeiten, die das Haus bietet. »Diese stille Eröffnung mit gebührendem Abstand ist wichtig und richtig, denn wir dürfen keinen totalen Stillstand haben«, betonte Mederer. Corona habe gezeigt, dass das Leben ein Auf und Ab sei. Vor diesem Hintergrund bekomme auch die Sonderausstellung zur Industriekultur eine besondere Bedeutung, weil sie den Blick auf die ständigen Veränderungen, denen die menschliche Gesellschaft unterliegt, lenke. Gerade bei der Industriekultur, die auch zur Kultur Oberbayerns gehöre, wie »gemütliche Biergärten, beschauliche Barockkirchen, Wallfahrten, pittoreskes Alpenidyll und gewachsene Traditionen«, zeige sich deutlich, dass »nichts von Dauer ist«.

Auch im Achthal sei das lange florierende Eisenrevier 1925 geschlossen worden, die Hochöfen erkaltet und die Schläge der Hammerschmieden verstummt. Die Ausstellung sei eine gute Gelegenheit, sich auch daran zu erinnern. »Das Bergbaumuseum Achthal ist ein Schatz. Wir als Bezirk Oberbayern sind stolz darauf, dass hier ein wichtiger Teil der Geschichte Oberbayerns erhalten und der Öffentlichkeit gezeigt wird«, so Mederer.

»Wird Corona unsere Arbeitswelt auch nachhaltig verändern, wie zum Beispiel die Erfindung des Rads, des Schießpulvers, der Elektrizität oder des Computers?«, fragte Bürgermeister Thomas Gasser. In den vergangenen 200 Jahren habe sich unsere Arbeitswelt dramatisch verändert, nicht nur im Achthal. Erst viel später werde sich zeigen, so Gasser, ob eine weltweite Pandemie wie durch Covid-19 auch zu nachhaltigen Veränderungen führen würde.

Bei einem anschließenden Rundgang durch die Ausstellung in kleinen Gruppen – unter Wahrung des Abstands und mit Mund- Nasen-Masken – machten sich die Besucher der Eröffnungsfeier als Erste ein Bild von der Sonderausstellung. Die Ziachspieler Hermann Vachenauer und Quirin Hoferer sorgten mit ihren Klängen dafür, dass die Feier nicht »zu still« wurde.

Das Museum und die Sonderausstellung sind täglich außer Montag von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Auf Anfrage werden Sonderführungen angeboten. kon