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»In Dulci Jubilo«

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Ob als Gesamtensemble im Quartett oder am Alphorn: Das Grassauer Blechbläser Ensemble präsentierte bei seinem Auftritt im k1 ein fulminantes Feuerwerk der Blasmusik. (Foto: Rasch)

Bei den herausragenden Konzerten, die heuer in der Advents- und Vorweihnachtszeit geboten wurden, gehen einem fast die Attribute aus, mit denen man die Protagonisten noch loben könnte. Jüngstes Beispiel war der Auftritt des Grassauer Blechbläser Ensembles im k1. Ein Hochgenuss par excellence!


Ob als zehnköpfiges Gesamtensemble oder im Quartett, die »Grassauer« brillierten vor den rund 250 Besuchern mit faszinierendem Können und Vielseitigkeit, gepaart mit spürbarer Spielfreude. Das Ensemble Konrad Müller, Matthias Linke (Trompete und Piccolo), Rupert Schmidhuber und Peter Boschner (Trompete und Flügelhorn), Sebastian Krause (Waldhorn), Wolfgang Diem, Oswald Mayr, Tobias Spörlein (Tenorposaune), Johann Schmuck (Bassposaune) und Peter Gassner (Tuba) präsentierte ein fulminantes Feuerwerk der Bläsermusik.

In der Alten Musik ebenso zuhause wie im Bayerischen, führte die stimmungsvolle Weihnachtsreise von der Renaissance- und Barockmusik über alpenländische Jodler bis hin zu internationalen Weihnachtsliedern. Zur Einstimmung und zur Überleitung in den alpenländischen Teil kam auch das Alphorn zum Einsatz. Auch dieses 3,60 Meter lange Blasinstrument, bei dem die Töne durch die Luftgeschwindigkeit verändert werden können, beherrschen die Musiker hervorragend. Heitere Weihnachtsgeschichten, vorgetragen von Johann Schmuck, sorgten für Lacher zwischendurch.

Mit der schwungvollen »Ankunft der Königin von Saba« von Georg Friedrich Händel wurde die Ankunft des Herrn angekündigt. Es folgte ein Werk des italienischen Komponisten Giovanni Gabrieli und die bekannte Lobpreisung »In Dulci Jubilo« von Michael Prätorius. Das Posaunenquartett brillierte nicht nur mit der Chorale, Fuge, Prélude von Johann Sebastian Bach sondern auch mit einem Jodler. Zu hören waren auch Antonio Vivaldis Concerto con 2 Trombe mit den Solisten Matthias Linke und Konrad Müller auf der Piccolo-Trompete und aus dem Oratorium Elisas von Felix Mendelssohn-Bartholdy »Denn er hat seine Engel befohlen.« Einen fließenden Übergang in den alpenländischen Teil mit wunderschönen Volksweisen schaffte der Ensembleleiter Wolfgang Diem mit einem makellos gespielten bairischen Rondo auf dem Alphorn. Mit dem Grassauer Zwiefachen von Jan Koetsier verließen sie die Heimat in Richtung Skandinavien, Spanien und Amerika. Dort angekommen, posaunten sie am Ende des rund zweistündigen Konzerts mit dem bekannten afroamerikanischen Spirituell »Go tell it on the mountain« die Geburt des Herrn in die Welt hinaus.

Die restlos begeisterten Zuhörer quittierten den glanzvollen Bläserabend mit langanhaltendem Applaus und forderten Zugaben, die selbstverständlich auch erfüllt wurden. Gabi Rasch