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In das 90. Jahr getanzt ...

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Fleißig getanzt und gesungen wurde beim Fest anlässlich des 90. Geburtstags von Sigi Ramstötter.

Teisendorf – Gestern wurde Sigi Ramstötter 90 Jahre alt. Dieses Ereignis durfte er bei bester Gesundheit so feiern, wie er es sich gewünscht hat und wie es sich für einen Vollblutmusiker und eifrigen Verfechter der wahren Volksmusik gebührt: mit vielen lieben Gästen und mit viel Volksmusik vom Feinsten – gespielt, getanzt und gesungen.


Seine große Familie und die Verwandtschaft, viele Weggefährten, Freunde und Bekannte waren gekommen. Die Schirmherrschaft über die Feierlichkeiten hatte Bürgermeister Thomas Gasser übernommen.

Begonnen haben die Feierlichkeiten am Samstagabend mit einem Dankgottesdienst in der Pfarrkirche St. Andreas, zelebriert von Pfarrer Martin Klein. Er wünschte dem Jubilar gleich zu Beginn des Gottesdienstes alles Gute und meinte: »Wenn Musi g'spielt wird, schaut man den Menschen ins Herz. Vergelt's Gott, dass Du uns mit Deiner Musik erfreut und unsere Herzen berührt hast.« Sich in andere hineinversetzen zu können, sei wichtig, wenn man helfen wolle.

Dem Wunsch des Jubilars gemäß wurde der Gottesdienst mit der »Alten Bauernmesse« von Anette Thoma musikalisch gestaltet. Alle Kirchgänger haben kräftig mitgesungen, der Jubilar selbst hat dirigiert. Das Einspiel zur Messe und die instrumentalen Teile haben die Aufhamer Musikanten (Harmonika und Saiteninstrumente) unter der Leitung von Dr. Fritz Huss übernommen. Anschließend ging es unter den Klängen der Musikkapelle Teisendorf im Festzug zum Jubiläumsvolkstanz in den Poststall. Im großen Saal des Poststalls begann der Tanzabend mit dem Auftanz, einer Polonaise, zu dem die Musikkapelle Teisendorf den Marsch aufspielte, den Sigi Ramstötter zu seinem 80. Geburtstag selbst komponiert hat.

Danach spielten die »Teisendorfer Geigenmusi« und die »Aufhamer Klarinettenmusi« bis gut nach Mitternacht zum Tanz auf. Wie seit vier Jahrzehnten führte Ramstötter selbst das Regiment über die Tänzer, sagte die Tänze an und gab die notwendigen Anleitungen. So konnten auch nicht ganz so versierte Volkstänzer gut mitmachen. Getanzt wurden Chiemgauer Tänze, etliche niederbayerische Tänze, Zwiefache und als Höhepunkt die Münchner Francaise. Wie Ramstötter erklärte, wird die Münchner Francaise leider nicht mehr überall getanzt, ist aber durch die verschiedenen Figuren ein lustiger und unterhaltsamer Gesellschaftstanz, eng verwandt mit der Quadrille.

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Lenz Berger blickte bei der Feier auch auf lustige gemeinsame »Abenteuer« mit Sigi Ramstötter (rechts) in früheren Jahren zurück. (Fotos: Konnert)

Die Tänzer waren nicht nur aus Teisendorf, sondern auch aus der näheren Umgebung sowie aus Niederbayern, Salzburg und Oberösterreich angereist. Sie wurden nach dem Auftanz als große »Volksmusikfamilie« von Sigi Ramstötter herzlich begrüßt. Langeweile kam auch zwischen den Tänzen nicht auf. Denn die Nutz-Dirndln aus Saaldorf und Lenz Berger von Höglwörth unterhielten das Publikum mit lustigen Liedern und Gedichten. Natürlich fehlten bei Lenz Berger auch nicht kurze, lustige Rückblicke auf gemeinsame »Abenteuer« mit Sigi Ramstötter in früheren Jahren. Zur Freude der Tanzlustigen sang Sigi Ramstötter mit ihnen auch ein paar lustige Tanzlieder, wie zum Beispiel »Ja weil Du so schön tanzen kannst« oder »Wo sein denn die lustigen Tanzer«.

Um Mitternacht, als für Sigi Ramstötter das 90. Lebensjahr begann, haben ihm die Musikanten, darunter auch seine beiden Söhne Bernhard und Stephan, die beide bei der Teisendorfer Geigenmusi mitspielen, ein Geburtstagsständchen gespielt. Viele guten Wünsche durfte der Jubilar entgegennehmen. Zum Abschluss eines schönen und unterhaltsamen Abends spielte die Teisendorfer Geigenmusi noch einen feierlichen Jodler. Am Sonntagmorgen gingen die Feierlichkeiten mit einer Volksmusik-Matinee im Poststall weiter (Bericht folgt). kon