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Impfung: Abgeordnete hoffen auf Durchbruch im Kampf gegen Corona

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Sitzung des bayerischen Landtags
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Der noch leere Plenarsaal des bayerischen Landtags. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild

Fast alle heimischen Mitglieder des Bundes- und des Landtags wollen sich impfen lassen – Eine Ausnahme


Im Kampf gegen das Coronavirus stehen die heimischen Abgeordneten in vorderster Reihe: Wenn sie das Serum angeboten bekommen, dann wollen sich die Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Ramsauer (CSU) und Dr. Bärbel Kofler (SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Klaus Steiner (CSU), Michaela Kaniber (CSU) und Gisela Sengl (Bündnis 90/Die Grünen) impfen lassen. Im Rahmen einer Umfrage des Traunsteiner Tagblatts haben sie versichert, dass sie das Serum annehmen. Sie hoffen – so ihr Tenor –, dass die Impfung einen Durchbruch im Kampf gegen das Virus bringt. Allein Bundestagsabgeordneter Hansjörg Müller (AfD) lässt sich nicht pieksen. Er spricht von einem »Korruptionsgeflecht aus Politik, Pharmaindustrie und Medienhysterie«.

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Lassen Sie sich impfen? Warum, warum nicht? Diese Fragen stellte die Redaktion des Traunsteiner Tagblatts. Die Antworten lauteten wie folgt:

Bundestagsabgeordneter Dr. Peter Ramsauer (CSU):

»Ich lasse mich impfen, wenn ich dran bin und es medizinisch angezeigt ist.«

Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler (SPD):

»Selbstverständlich werde ich mich dann impfen lassen, wenn ich im Rahmen des Impfplanes an der Reihe sein werde. Ich bin generell überzeugt, dass Impfen ein Teil der Gesundheitsvorsorge ist. Im Moment in Zeiten des knappen Impfstoffes heißt es aber, die Risikogruppen zuerst zu versorgen. Dazu gehören die Menschen in Alten- und Pflegeheimen und das medizinische Personal ebenso wie unsere älteren Mitmenschen. Ich habe, wie wohl die meisten Menschen in Deutschland, die große Hoffnung, dass wir die Pandemie mithilfe der Impfungen und der aktuell leider nötigen Kontaktbeschränkungen werden eindämmen können.«

Bundestagsabgeordneter Hansjörg Müller (AfD):

»Diejenigen, die am meisten pro Corona-Impfung schreien wie der Hersteller Biontech und die Bundesregierung wollen sich selbst erst einmal nicht mit ihrem eigenen Impfstoff impfen lassen. Aber dafür sollen die Bundesbürger als menschliche Versuchskaninchen für einen genmanipulierenden mRNA-Impfstoff (Anmerkung der Redaktion: Biontech-Chef Ugur Sahin betont, dass durch den mRNA-Impfstoff keine Erbgut-Veränderungen zu erwarten sind) herhalten, dessen Nebenwirkungen gravierend sein können. Deshalb lasse ich mich nicht impfen und kann jedem selbstdenkenden Menschen nur raten, die eigene Gesundheit nicht dem Korruptionsgeflecht aus Politik, Pharmaindustrie und Medienhysterie zu unterwerfen.«

Landtagsabgeordnete und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU):

»Selbstverständlich werde ich, sobald ich in der Reihung dran bin, die Möglichkeit nutzen, mich impfen zu lassen. Und ich werbe inständig dafür, dass sich alle diesen Schutz gegen das heimtückische Virus holen. Jeder, der sich impfen lässt, leistet damit seinen Beitrag den Gemeinschaftsschutz für unsere Gesellschaft wahr zu machen. Im Übrigen ist dies die einzige Möglichkeit, Corona langfristig zu bekämpfen und somit der einzige Weg ein klein wenig Normalität zurückzugewinnen und die Wirtschaft wieder hochzufahren.«

Landtagsabgeordneter Klaus Steiner (CSU):

»Ich lasse mich auf alle Fälle impfen. Denn die Impfung ist der einzige Weg, das Virus zu besiegen. Die Maske und der Lockdown sind zwar dringend notwendig, aber sie reichen nicht aus im Kampf gegen den Erreger. Ich habe volles Vertrauen gegenüber den Wissenschaftlern, die sagen, dass der Impfstoff wirkt. Ich denke, mit ihm schaffen wir den Durchbruch zu einem normalen Leben. Wer sich nicht impfen lässt, den halte ich für verantwortungslos.«

Landtagsabgeordnete Gisela Sengl (Bündnis 90/Die Grünen):

»Ich lasse mich impfen, ich bin froh, dass der Impfstoff so schnell entwickelt wurde, denn die Möglichkeit rückt damit näher, dass wir wieder ein menschliches Leben führen können mit Umarmen, Lachen, Tanzen, Feiern, Verreisen! Aber manch andere Dinge brauchen wir nicht zurück. Wir sollten den Riesenumbruch, den Corona bewirkt hat, auch dafür nutzen, um unseren Lebensstil zu überdenken, denn so wie vorher kann es nicht einfach weitergehen. Was wir sicher nicht mehr brauchen, ist umweltschädlicher und sinnloser Konsum, gedankenlosen Egoismus und diesen gehetzten Lebensstil, den selbst Kinder schon mitmachen mussten.«

Auf Anfrage keine Stellungnahme erhielt die Redaktion des Traunsteiner Tagblatts von Landtagsabgeordnetem Markus Plenk (fraktionslos).