weather-image
26°

»Im Teufelsrad ist’s lustig«

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Überzeugten bei der Theaterpremiere in Teisendorf: Mademoiselle Chantal (Silvia Gruber), Hans, der Schichtlchef (Josef Altinger), die flotte Liesl (Regina Zeiser) und Rudi (Uli Habereder). (Foto: Kolpinggruppe Teisendorf)

Teisendorf – Ein professionell agierendes Ensemble talentierter Laienschauspieler, eine interessante »musikalische Komödie vor historischem Hintergrund«, eine gelungene Regie und das passende Bühnenbild – das waren die Zutaten, die den Zuschauern im Saal des Teisendofer Pfarrheims einen unvergesslichen Theaterabend bescherten. Die Kolping-Theatergruppe feierte mit der Komödie »Im Teufelsrad ist’s lustig« von Winfried Frey eine gelungene Premiere.


Sie entführte die Zuschauer in die Welt der Schausteller, die auf dem Oktoberfest seit mehr als 200 Jahren ihre Künste und Illusionen anbieten und zwar Anfang des vorigen Jahrhunderts. 1910 findet das berühmteste Volksfest der Welt zum 100. Mal statt. Dieses besondere Ereignis wollen Prinzregent Luitpold (Georg Waldherr) und der Magistrat der Stadt München besonders feiern. Neben altbewährten Sensationen, wie die »Schichtl-Menschen-Schau« des »scharfen Hans« (Josef Altinger) und seines Freundes des »großen Rudini« (Uli Habereder) sollen auch neue Attraktionen her.

Hier sieht Balbina Freudhäuser (Magdalena Schmid), eine raffinierte, schon etwas in die Jahre gekommene Schaustellerin ihre Chance, auf der Wiesn mit einer neuen Sensation, dem »Teufelsrad«, groß aufzutrumpfen. Und möchte dafür den besten Platz auf der Wiesn, dort wo der Schichtl steht. Kein Mittel ist ihr dafür zu schäbig: Lüge, Betrug, Schleimen, Sabotage an der Schichtl-Guillotine. Ja selbst ihre Tochter Rosi (Silvia Gruber) spannt sie ein. Als Seiltänzerin »Mademoiselle Chantal« bewirbt sich diese in der Schichtl-Show und bricht im Nu das Herz des gutmütigen, hilfsbereiten Rudini.

Auch der scharfe Hans, der eigentlich mit der Bedienung Liesl verbandelt ist, findet sie nicht unsympathisch, was natürlich zu entsprechenden Verwicklungen in der Beziehung zu seinem Freund Rudi führt. Der Höhepunkt des Stücks ist aber der vom Magistrat ausgerufene Wettbewerb zwischen den beiden Bewerbern um den besten Wiesnplatz, Balbina Freudhäuser und Hans, dem Schichtl-Chef. Zuerst sieht es so aus, als ob Hans, aufgrund der von Balbina manipulierten Guillotine verlieren würde.

Dann aber klärt sich der Betrug auf und Rudi rettet mit einer rasch improvisierten Nummer, der »zersägten Frau«, die Schichtl-Ehre, Prinzregent Luitpold höchstpersönlich sichert Hans und Rudi zu, dass sie den besten Platz auf der Wiesn behalten dürfen und dass man auch für das Teufelsrad einen guten Platz finden würde. Nicht zu vergessen die offizielle Kontrollperson »Der Wachtl-Heinze« (Peter Rauscher), der, immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht, mit beiden Seiten packelt. Seine auf Halbsätze reduzierte Sprache führt beim Publikum zu unzähligen Lachern. Eine wichtige Rolle spielen auch die drei Musikanten Maria Eder, Horst Brunner und Max Glaser jun., die die gesanglichen Einlagen perfekt begleitet haben.

Regie führte in bewährter Weise Lorenz Willberger, der auch für das gut gelungene Bühnenbild verantwortlich zeichnete. Durch die von Peter Dorfleitner und Maja Rumswinkel ausgeführte Bühnenmalerei und die rot-weiß-gestreifte Zeltwand im Hintergrund, gelang es hervorragend , die Welt des Oktoberfests Anfang des 20. Jahrhunderts auf die Bühne zu zaubern. Die passenden Kostüme, in der Gruppe abgestimmt, taten ihr Übriges dazu. Anna Mahler und Regina Gasser unterstützten die Schauspieler als Souffleusen, so dass alle textsicher herüber kamen. Um technische Details kümmerten sich Jakob Gasser, Peter Schwarzkopf und Felix Gasser, dem auch die musikalische Vorbereitung unterlag.

Weitere Aufführungen finden täglich von kommenden Donnerstag bis Sonntag statt. Spielbeginn ist jeweils um 20 Uhr, außer Sonntag, da beginnt das Theater um 18 Uhr. kon