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Im Rock ’n’ Roll-Fieber

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Wetterbedingt konnte die »Spider Murphy Gang« nicht im Innenhof von Schloss Triebenbach auftreten. Das Publikum feierte die Band nichtsdestotrotz in der Salzachhalle. (Foto: M. Heel)

Mit ihren Hits wie »Skandal im Sperrbezirk« oder »Schickeria« wurden sie einst weltberühmt – zumindest in Bayern. Dabei blieb es natürlich nicht, denn mit waschechtem Rock 'n' Roll schafft man es überall (und jederzeit). So war die Spider Murphy Gang die erste westdeutsche Band, die eine Tournee durch die DDR unternahm, und selbst heute, bald vier Jahrzehnte nach ihrer Gründung, gibt die Band noch rund 100 Konzerte pro Jahr im gesamten deutschsprachigen Raum.


Jetzt ist die Gang, benannt nach dem fiktiven Gangster Spider Murphy aus Elvis Presleys »Jailhouse Rock«, im Rahmen der Salzachfestspiele in der ausverkauften Salzachhalle in Laufen aufgetreten, wo sie ihr Publikum auf Anhieb begeisterte bzw. mit einer »Überdosis Rock 'n' Roll« gleich kräftig in Fahrt brachte. Und prima geölt ging’s auch weiter, mit der »Schickeria« über den »Sommer in der Stadt« bis hin zu »Wer wird denn woana?« Wunderschöne Lieder, die bis heute nichts von ihrer Faszination verloren haben, musikalisches Allgemeingut geworden sind. Dass auch die Musiker selbst in die Jahre gekommen sind und Bandchef Günther Sigl ihre Hits meist im Sitzen spielte, egal. Für echte Rock 'n' Roller gibt es keine Altersgrenze, zumal Sigl auch als Entertainer glänzte und zwischen den Songs witzige Geschichten zum Besten gab, etwa, als er als Hippie unterwegs gewesen war, »Going up the country«.

Nach der Pause gab’s dann kein Halten mehr, alles sang und rockte mit und einige schwangen sogar das Tanzbein. Wechselten sich Klassiker wie eine wunderbar entschleunigte Version von Chuck Berrys »Johnny B. Goode« (in D-Moll) mit Hits wie »Ich schau dich an« oder »Mia san a bayrische Band« ab, vermischt mit legendärem Schlagergut wie Rocco Granatas »Marina«.

Unterstützt wurde Sigl dabei von fünf Mitspielern, allesamt fabelhafte, sich harmonisch einfügende Instrumentalisten, die zudem viel Raum für Soloparts bekamen. So brillierte Otto Staniloi an Saxofon, Querflöte und Tuba, bediente Wolfgang Götz mit geradezu rauschhafter Spielfreude das Piano, und viel Bühnenpräsenz hatte auch Gitarrist Barny Murphy (Gerhard Gmell) als Sigls Sideman. Mit dem Urschrei des Rock 'n' Roll, dem »Rock around the clock« und »Blue Suede Shoes« endete das Konzert bei Standing Ovations und mit dem Versprechen der Band, möglichst bald wieder nach Laufen zu kommen. Wolfgang Schweiger