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Konzert im k1-Studio in Traunreut: Das »ensemble Amphion« spielte Werke von Johann Sebastian Bach

Im Gedenken an Hans Schelling und Reinhold Fuchs

Ob zu Weihnachten oder zu Ostern – das ganze Jahr über erklingen aus Kirchen und Konzertsälen Johann Sebastian Bachs Kompositionen. Er gehört zu den kreativsten und am häufigsten gespielten Komponisten der letzten Jahrhunderte. Das »ensemble Amphion« wählte vier Werke Bachs für ein Konzert im Gedenken an zwei Freunde des Ensembles und füllte zu diesem Anlass das k1-Sudio in Traunreut bis auf den letzten Platz.

Musik von Johann Sebastian Bach spielten (Alexander Krins, Anna-Lena Mayer, Dorothea Steinbacher, Johanna Wallner, Simon Nagl, Corinna Metz und Thomas Hartmann (am Cembalo). (Foto: Benekam)

Der Gymnasiallehrer Reinhold Fuchs, stadtbekannt als Kulturinitiator und Vorsitzender des Vereins Heimathaus, hat über lange Zeit Lesungen, Konzerte und Ausstellungen im Heimathaus Traunreut organisiert. Hans Schelling, »Manager« im Kulturkreis ‘72, verwöhnte über lange Zeit im Bereich Musikberichterstattung mit kompetenten Berichten im Bereich Musik. Sein Lieblingskomponist, so verriet Krins, war Johann Sebastian Bach. Beide, so erklärte Alexander Krins zu Konzertbeginn, waren längjährige Mitglieder des Fördervereins und Wegbegleiter, die die Liebe und Begeisterung für die sogenannte »alte Musik« teilten.

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»ensemble Amphion« zeigt sich in bester Form

Das »ensemble Amphion« zeigte sich, wie gewohnt, in bester Form und zelebrierte Bachs Werke mit großer Virtuosität. Im ersten Konzertteil kam das Concerto f-Moll BWV 1056 für Cembalo und Streicher zu Gehör. Dieses Werk gilt als eine seiner frühen Kompositionen und entstand zwischen 1729 und 1740 in Leipzig, als Bach das von Philipp Telemann gegründete Collegium Musicum leitete. Von den drei Sätzen Allegro – Adagio – Presto verwendete er den zweiten Satz in einer kürzeren Version in der Kirchenkantate »Ich steh' mit einem Fuß im Grabe«. Ebenso hoch konzentriert wie die Musiker lauschten die Zuhörer der großartigen, variationsreichen Musik.

Weiter ging es mit dem Concerto E-Dur BWV 1053 für Cembalo und Streicher, dem, wie man aus dem Programm entnehmen konnte, wahrscheinlich wegen des geringen Tonumfangs ein Konzert für ein Blasinstrument als Urfassung zugrunde liegt. Auch hier verwendete Bach einen der drei Sätze Allegro – Siciliano – Allegro, und zwar den ersten, in seiner Kirchenkantate »Gott allein soll mein Herze haben«.

Im zweiten Konzertteil ging es mit dem Concerto E-Dur BWV 1042 für Violine, Streicher und Basso continuo weiter, welches wohl unter dem Eindruck der Musik Antonio Vivaldis entstanden ist, mit dessen Kompositionen sich Bach gegen 1713 zu beschäftigen begann.

Eine Darbietung mit ganz viel Liebe

Vor allem den zweiten Satz dieses dreisätzigen Werkes, das Adagio, schienen die Musiker mit ganz viel Liebe darzubieten, denn trotz der der hohen Konzentration, die dieses Werk ihnen abverlangte, stand ihnen ein Lächeln im Gesicht, das sich wunderbar warm zusammen mit der niveauvollen Musik im Studio verbreitete.

Den Abschluss des Konzertabends bildete das dreisätzige Concerto d-Moll BWV 1052 für Klavier und Streicher, welches sich durch eine für Bach ungewöhnlich leidenschaftliche Stimmung auszeichnet. Diese Stimmung passte vorzüglich zum Konzertanlass und ließ die Besucher noch einmal schwelgerisch in die geniale Musik des großen Komponisten eintauchen. Ein kräftiger Applaus war den Musikern des »ensembles Amphion« und der Capella Cantabile sicher: Thomas Hartmann (Cembalo und Klavier), Alexander Krins (Violine), Anna-Lena Mayer (Violine), Dorothea Steinbacher (Violine), Johanna Wallner (Viola), Corinna Metz (Violoncello) und Simon Nagl (Kontrabass) waren gerne zu einer Zugabe bereit. Kirsten Benekam