weather-image
24°

»Ich möchte wieder in den Profi-Bereich«

4.2
4.2
Bildtext einblenden
Per Mertesacker (links) begrüßte Patrick Mölzl bei seinem Praktikum bei Arsenal London.

Mit dem SV Kirchanschöring hat Patrick Mölzl den bislang größten Erfolg in seiner noch jungen Trainerlaufbahn gefeiert: Der Ex-Profi stieg mit der Mannschaft in die Fußball-Bayernliga auf. Patrick Mölzl, der am heutigen Freitag seinen 38. Geburtstag feiert, ist derzeit ohne Traineramt und konzentriert sich voll und ganz auf seinen Fußballlehrer-Schein.


Im Rahmen dieser Ausbildung muss Mölzl unter anderem auch Praktikas absolvieren und blickte dabei unter anderem seinen prominenten Trainerkollegen bei Red Bull Salzburg und Arsenal London über die Schultern. Zudem bekam er auch Einblicke bei der UEFA in Nyon. Im Interview mit der Sportredaktion spricht Pat-rick Mölzl nun über seine Ausbildung und seine Ziele.

Herr Mölzl, Sie machen gerade den Lehrgang zum Fußballlehrer. Wie muss man sich das vorstellen und wie lange dauert der Kurs?

Patrick Mölzl: Die Ausbildung dauert insgesamt zehn Monate. Ich bin noch bis Ende März 2019 damit beschäftigt. Inhalte sind logischerweise die Fußball-Lehre mit sehr viel Praxis, Psychologie und Physiologie. Wir werden aber etwa auch zum Thema Schiedsrichterwesen geprüft.

Welche bekannten Namen sind mit Ihnen im Lehrgang?

Die bekanntesten sind wohl die Ex-Nationalspieler Daniel Bierofka, der aktuell ja Trainer bei 1860 München ist, Andreas Hinkel (VfB Stuttgart/Celtic Glasgow), und Patrick Helmes (1. FC Köln/Bayer 04 Leverkusen). Dazu kommen noch ein paar Ex-Profis und Marco Vorbeck (Dynamo Dresden/ FC Augsburg). Der Kurs ist sehr homogen zusammengestellt. Gerade Daniel Bierofka und ich verstehen uns gut. Wir fahren immer zusammen. Anfangs haben wir uns auch ein Zimmer geteilt.

Erzählen Sie uns etwas über den Lehrgang und welche Erfahrungen konnten Sie bei ihren Praktikas bei Red Bull Salzburg und Arsenal London sammeln?

Die Lehrgänge in Hennef sind schon sehr anspruchsvoll. In Salzburg war ich jetzt schon sieben Wochen. Da bin ich bei der Mannschaft dabei, sitze bei den Spielen mit auf der Trainerbank. Das ist schon ein ganz besonderer Einblick und ich kann viel von Marco Rose lernen. Bei Arsenal ist es gar nicht so selbstverständlich, überhaupt einen Zugang zu bekommen. Da ist alles noch größer als in Deutschland. Vor Ort hatte ich unter anderem Per Mertesacker als Ansprechpartner. Ich kann nur sagen: Spannende Ansichten, die dort vertreten werden. Das war echt super, sehr interessant! Insgesamt habe ich bei der Auswahl der Praktikas nicht viel falsch gemacht (lacht).

Was bedeutet der Fußballlehrer-Schein für Sie?

Grundsätzlich ist es eine Notwendigkeit, um wieder im Profibereich arbeiten zu können. Darüber hinaus macht es mich natürlich schon auch ein bisschen stolz, dabei zu sein. Das ist nicht selbstverständlich, schließlich gibt es nur einen Kurs pro Jahr mit 24 Teilnehmern.

Welche Ziele haben Sie nach der Ausbildung?

Ich möchte wieder in den Profi-Bereich und muss weiter hart dafür arbeiten. Am Ende hängt es von vielen Faktoren ab, aber die Situation aktuell ist ganz günstig.

Sie hatten gemeinsam mit Dominik Hausner eine sehr erfolgreiche Zeit in Kirchanschöring und sind maßgebend dafür verantwortlich, dass der SVK nach wie vor die Nummer eins in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein ist.

Bedeutet Ihnen das etwas?

Das bedeutet mir sehr viel. Auch wenn mein Abgang zum SV Wacker Burghausen Staub aufgewirbelt hat, habe ich nach wie vor regen Kontakt mit Spielern und Verantwortlichen des SVK. Auch mit Dominik telefoniere ich noch wöchentlich. Es ist schön zu wissen, dass wir dafür mitverantwortlich gewesen sind, dass der SVK in der Bayernliga spielt – und dort hoffentlich auch noch lange bleibt.

Das Interview führte: Michael Wengler