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»Ich bin immer noch am Anfang meiner Karriere«

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Andreas Wellinger hat bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang einmal Gold und zweimal Silber geholt. Im Mai wird er offiziell in seiner Heimat Weißbach empfangen werden. (Foto: Pfeiffer)
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Andreas Wellinger hat bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang einmal Gold und zweimal Silber geholt. Im Mai wird er offiziell in seiner Heimat Weißbach empfangen werden. (Archivfoto: Pfeiffer)

Mit drei olympischen Medaillen, darunter einmal Gold im Einzel, gilt Andreas Wellinger, der das CJD-Sportgymnasium am Dürreck besucht hat, als einer der erfolgreichsten deutschen Olympia-Teilnehmer im südkoreanischen Pyeongchang. Nach Wellingers Urlaub soll der Skispringer in seiner Heimat Weißbach offiziell empfangen werden. Im Gespräch berichtet er, wie es ihm nach seinem Olympiasieg erging.


Herr Wellinger, Sie haben seit Jens Weißflog das erste Mal seit 1994 Skisprung-Einzelgold für Deutschland geholt. Zudem zweimal Silber auf der Großschanze und im Team-Wettbewerb. Insgesamt ist das Ihre vierte olympische Medaille. Können Sie das alles, mit ein paar Wochen Abstand, mittlerweile schon fassen?

Andreas Wellinger: So langsam realisiere ich das immer mehr. Ich habe mir seitdem auch mal die Wiederholung meiner Sprünge im TV angesehen und bin von den Fernsehbildern und den Kommentatoren bei meinen Sprüngen beeindruckt.

Welches Gefühl hatten Sie, als feststand, dass Sie im Einzelwettbewerb Gold gewinnen würden?

Wellinger: Mit meinem zweiten Sprung im Einzel war ich mir schon sicher, dass es für eine Medaille reichen könnte. Als dann nach dem letzten Springer feststand, dass es Gold wird, hatte ich mit den Freudentränen doch ein bisschen zu kämpfen. Die ganze Sache war für mich sehr emotional und ich war glücklich, dass am Ende mein Plan aufgegangen ist.

Wie haben Sie Ihre Erfolge gefeiert?

Wellinger: Na ja, ein paar Bilder von der Feier im Deutschen Haus waren ja bereits im Fernsehen zu sehen. Ein kleines Weißbier habe ich mir auch gegönnt, das gesamte Springerteam und viele Athleten aus den anderen Disziplinen haben mitgefeiert. Auch das zeichnet Olympia und das Team Deutschland aus.

Gibt es überhaupt noch sportliche Herausforderungen oder haben Sie für sich persönlich schon alles erreicht?

Wellinger: Ich sehe mich immer noch am Anfang meiner sportlichen Karriere, auch wenn ich jetzt schon sechs Jahre im Weltcup dabei bin. Sechs Jahre? Ist das wirklich schon so lange? Für mich gibt es noch jede Menge sportliche Herausforderungen, die anstehen. Und so viele Einzelmedaillen habe ich ja noch nicht gewonnen. Da ist schon noch einiges offen, was ich gerne mal haben möchte.

Abseits des Sports: Wie haben Sie Ihre Zeit in Pyeongchang verbracht? Konnten Sie etwas vom Land sehen oder haben Sie sich andere Wettbewerbe angeschaut?

Wellinger: Das Drumherum kommt bei solchen Veranstaltungen leider immer etwas zu kurz, die Tage sind als Athlet recht gut durchgeplant. Aber wir hatten meist kurze Wege und dadurch bekommst du von allem etwas mit.

Wissen Sie schon, was Sie zuhause nach Ihrem Urlaub, alles erwarten wird?

Wellinger: Es wird einen Empfang in meiner Heimatgemeinde Weißbach geben und auch mein Heimatverein, der SC Ruhpolding, wird bestimmt etwas organisieren, mit allen Sportlern die dort trainieren. Ansonsten gibt es schon viele Anfragen, von denen ich nur sehr wenige wahrnehmen kann. Im Mai beginnt unsere Saisonvorbereitung und mein Studium möchte ich dann ebenfalls fortsetzen.

Wie schauen Ihre Pläne für die kommende Zeit aus? Wie werden Sie sich vom Skisprung- und Olympia-Zirkus erholen?

Wellinger: Nach der Saison gehe ich noch zwei, drei Tage zum Skifahren und dann bin ich erst mal drei Wochen in der Sonne. Vollkommen abschalten. Ab Mai geht es dann wieder los und mitten hinein in die Vorbereitungen für die neue Saison.

Sie waren in Berchtesgaden auf der Schule? Was verbinden Sie mit dem Ort? Kommen Sie zum Trainieren hin und wieder an die Kälberstein-Schanze?

Wellinger: Berchtesgaden und dem CJD-Gymnasium habe ich viel zu verdanken. Es war dort eine schöne Schulzeit und ich bin immer gerne dorthin gegangen. Aktuell trainiere ich häufiger in Oberstdorf, bin aber mit meinen ehemaligen Trainern und Klassenkameraden immer wieder in Kontakt. Kilian Pfeiffer