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Huntelaar zu Vertragspoker: «Sind nicht mehr weit weg»

Hannover (dpa) - Bundesliga-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar hat seine Arbeit in gewohnter Manier aufgenommen - scheinbar völlig unbeeindruckt vom Poker um einen neuen Vertrag.

Klaas-Jan Huntelaar
Klaas-Jan Huntelaar erzielt beim Saisonauftakt ein Tor und strebt nun eine schnelle Entscheidung im Vertragspoker an. Foto: Peter Steffen Foto: dpa

Gleich nach seinem ersten Saisontreffer beim 2:2 in Hannover ging Schalkes Top-Stürmer in der offenen Personalfrage in die Offensive. «Wenn die Zeit da ist, fällt die Entscheidung. Ich denke, es ist nicht mehr weit weg», sagte der Niederländer. Sein Kontrakt läuft im Sommer 2013 aus, eine Verlängerung wäre für den Club und den Schalker Anhang wie ein Weihnachtgeschenk.

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Sportdirektor Horst Heldt rechnet allerdings nicht mit einem schnellen Ende der Huntelaar-Personalie. «Bis Freitag fällt sicherlich keine Entscheidung, es gibt keinen neuen Stand», erklärte der Schalker Manager und zeigte sich optimistisch. «Er ist sicherlich in einer Situation, wo es darum geht, einen letzten großen Vertrag zu unterschreiben. Darüber macht er sich Gedanken, das ist legitim und auch für uns nachvollziehbar.»

Heldts Vertrag läuft ebenfalls 2013 aus, und bis zum Ende der Transferfrist am Freitag muss er die Personalie Kyriakos Papadopoulos endgültig klären. Zenit St. Petersburg aus Russland will nach Medienberichten den griechischen Abwehrspieler für mehr als 15 Millionen Euro verpflichten, Heldt ihn aber nicht abgeben.

Der Weggang des bisherigen Schalker Superstars Raúl machte sich zumindest am Sonntagabend in Hannover nicht negativ bemerkbar. Lewis Holtby ließ als Offensivspieler in der Schalker Mittelfeld-Raute den Spanier fast vergessen. Er bereitete das Tor von Huntelaar (52. Minute) mit einem Klasse-Pass vor und krönte seine starke Leistung mit einem Kopfballtor (64.) - für den 1,76 Meter langen Mittelfeldmann ein ungewöhnliches Ereignis. «Der Ball ist zum richtigen Zeitpunkt auf seinen Kopf gefallen», scherzte Heldt.

Ansonsten war den Schalkern nicht unbedingt zum Scherzen zumute. Sie konnten trotz teilweise großer Überlegenheit den Heimnimbus von Hannover 96 nicht knacken. Die Niedersachsen sind seit nunmehr 19 Bundesliga-Spielen vor eigenem Publikum unbesiegt. «Wir haben uns nicht belohnt, das finde ich schade», haderte Schalke-Trainer Huub Stevens. «Wir haben zwei Punkte verloren», bilanzierte Heldt. «Wir haben zwei dumme Gegentore kassiert, aber trotzdem als Team gut gespielt», erklärte der überragende Holtby.

96-Trainer Mirko Slomka war «froh» über den Punktgewinn. Er konnte sich sogar als Gewinner fühlen. Mit seinen Personalentscheidungen lag der frühere Schalke-Coach wieder einmal goldrichtig. Innenverteidiger Felipe (43.), den viele Kritiker nach einer schwachen Leistung in Breslau lieber auf die Bank gesetzt hätten, und der kurz zuvor als Joker eingewechselte Adrian Nikci (80.) erzielten die Tore für die kampfstarken Niedersachsen. Das Team imponierte zugleich durch große Effektivität. «Ich freue mich nach der heftigen Kritik an Felipe, dass er das Tor gemacht hat», sagte Slomka.