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Hunderte Waffen bei Durchsuchung gefunden

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Diese ansehnliche Menge an Waffen stellte das bayerische Landeskriminalamt in Bayern und Österreich sicher. Foto: BLKA
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Foto: BLKA

Salzburg – Gewehre, tausende Schuss Munition, Kriegsmaterial, Granaten und mehr – nach einem illegalen Waffengeschäft wurden vier Männer vorläufig festgenommen.


Am vergangenen Samstag nahmen Beamte des bayerischen Landeskriminalamts nach mehrwöchigen, intensiven Ermittlungen in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Verfassungsschutz Salzburg und der Kriminalpolizei Passau vier Männer im Alter von 83, 70, 50 und 45 Jahren im nördlichen Salzburger Land sowie in Niederbayern vorläufig fest.

Das LKA Bayern hatte seit geraumer Zeit Ermittlungen gegen mehrere deutsche Staatsangehörige geführt, die illegal Waffen auf dem Schwarzmarkt angekauft hatten. Dabei waren die Ermittler auf den österreichischen Hauptlieferanten gestoßen.

337 Waffen im Flachgau sichergestellt

Bei einer Hausdurchsuchung im Flachgau stellte das Landesamt Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung der Polizei Salzburg insgesamt 377 Waffen und Waffenteile sowie mehrere Tausend Schuss Munition sicher. Darunter befanden sich 28 Faustfeuerwaffen, mehrere Läufe für Maschinengewehre sowie zahlreiche Verschlussteile, aber auch diverses Kriegsmaterial, wie eine Panzergranate oder ein nicht demilitarisiertes Maschinengewehr. Das teilte die Polizei Salzburg am Dienstag mit.

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Foto: BLKA

Der 83-jährige Besitzer, gegen den ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen wurde, gestand, über einen längeren Zeitraum illegal Schusswaffen an nicht berechtigte Personen unter anderem auch nach Deutschland verkauft zu haben. Der Mann wird nach dem Waffengesetz und dem Kriegsmaterialgesetz angezeigt.

In Kooperation mit dem Landeskriminalamt nahmen die bayerischen Beamten zeitgleich zur Aktion im Flachgau am Samstag im Raum Passau drei Männer – 70, 50 und 45 Jahre alt – fest. Sie hatten bei dem 83-jährigen Salzburger Waffen illegal bestellt und gekauft. Auch hier konnten Schusswaffen, Schwarzpulver und mehrere Tausend Schuss Munition sichergestellt werden. Der 50-jährige Verdächtige führte bei der Festnahme durch die LKA-Beamten einen funktionstüchtigen Revolver mit sich.

Alle Beschuldigten wieder auf freiem Fuß?

Bei den Ermittlungen kristallisierte sich ein weiterer, 39-jähriger Tatverdächtiger aus dem Landkreis Deggendorf heraus. Bei den anschließenden Durchsuchungen konnten dort ebenfalls zwei Handfeuerwaffen sichergestellt werden. Alle Beschuldigten wurden nach der Befragung durch die Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Staatsanwaltschaft Passau, das Landeskriminalamt und das Landesamt für Verfassungsschutz Salzburg führen derzeit gemeinsam die weiteren Ermittlungen. Derzeit ist kein staatsfeindlicher Hintergrund erkennbar, wie das BLKA in einer Pressemitteilung bekannt gab. fb