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HSV will zum Bayern-Schreck werden

Hamburg (dpa) - Leverkusen hat es vorgemacht, nun wittert auch der erstarkte Hamburger SV seine Chance: Im 95. Nord-Süd-Duell der Fußball-Bundesliga wollen Rafael van der Vaart und Co. zum Bayern-Schreck werden.

Gute Stimmung
HSV-Trainer Thorsten Fink und Rafael van der Vaart wollen die Bayern ärgern. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Foto: dpa

«Die Bayern sind trotz Barça mein absoluter Lieblingsgegner», sagte der niederländische Star, der in bisher fünf Vergleichen mit dem FCB dreimal für die Hamburger traf und auch dreimal gewann. «Sie sind nicht unverwundbar», betonte Trainer Thorsten Fink vor dem Bundesliga-Hit am Samstag gegen seinen alten Verein. Er machte klar: «Ich will sie schlagen.»

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Nach acht Siegen am Stück mussten die bis dato souveränen Bayern vergangenes Wochenende ihre erste Saisonpleite einstecken. Aus der Ruhe bringen lassen will man sich beim Branchenprimus aber deswegen noch lange nicht. An dieser Einstellung kann selbst die miese Statistik nichts ändern, die besagt, dass die Bayern seit sechs Jahren ohne Sieg in der Hansestadt sind. «Wir gehen unseren Weg, schauen nicht nach links oder rechts», schwadronierte Trainer-Oldie Jupp Heynckes. Im Münchner Umfeld sei «immer Spannung, Aufregung und Unruhe» - da habe der erste Saisonschnitzer nichts verändert.

Vor allem in der Offensive hat Heynckes diesmal eine große Auswahl. Nach seiner mehrwöchigen Verletzungspause meldete sich Flügelflitzer Arjen Robben beim 4:0-Pokalsieg gegen Kaiserslautern am Mittwoch eindrucksvoll zurück, auch ein Comeback des zuletzt angeschlagenen Franck Ribéry in Hamburg ist denkbar. «Wenn er in die Vollen gehen kann, wird er spielen. Wenn nicht, dann nicht», sagte Heynckes. Heißt: Über einen Einsatz wird kurzfristig entschieden.

Das vor wenigen Wochen heimgekehrte HSV-Idol van der Vaart kennt trotz vieler großer Namen keine Angst vor dem FCB. Von zu viel Respekt hält der 29-Jährige gar nichts: «Wir müssen offensiv spielen und dürfen vor der besten Mannschaft Deutschlands keine Angst haben.» Der HSV müsse seinen Aufwärtstrend bestätigen und zeigen, dass der Heimsieg gegen Dortmund kein positiver Ausrutscher war. Familie und Freunde werden van der Vaart aus einer eigenen Zehn-Mann-Loge unterstützen, die er sich jüngst für 100 000 Euro gesichert hat.

Besonders im Fokus dürften Nationalkeeper Manuel Neuer und Deutschlands einstige Nummer eins René Adler stehen. Der ehemalige Leverkusener hat nach langer Leidenszeit beim HSV zu alter Stärke zurückgefunden. «René macht einen guten Job, das hat er die letzten Wochen gezeigt», lobte van der Vaart. Selbst Bayerns Heynckes, der Adler früher in Leverkusen trainierte, forderte unverblümt die Rückkehr Adlers ins DFB-Team: «Er ist wieder in der Form, dass er zur Nationalmannschaft eingeladen werden muss», sagte Heynckes. Letztlich aber entscheide Bundestrainer Joachim Löw.

Auch HSV-Trainer Fink ist begeistert von Adler. «René ist jemand, der will nach vorne, der hat eine Winner-Mentalität. Die Ausstrahlung gefällt mir sehr», lobte Fink. Erstmals seit der Amtsübernahme vor einem Jahr steht er auf Platz sieben mit dem HSV. Aus der genauen Aufstellung macht er trotz des guten Laufs noch ein Geheimnis. Für den schwachen Maximilian Beister könnte Tolgay Arslan auf den linken Flügel wechseln. Nicht dabei sind Ivo Ilicevic und Petr Jiracek. Die Bayern beklagen bis auf die Langzeitverletzten Mario Gomez und Holger Badstuber keine Ausfälle, auch Ersatz-Außenverteidiger Rafinha dürfte nach einer Schulterprellung rechtzeitig fit werden.