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HSV beschenkt sich zum 125. Geburtstag: 1:0 gegen 96

Hamburger SV - Hannover 96
Artjoms Rudnevs vom HSV lässt seiner Freude nach dem 1:0-Führungstreffer gegen Hannover 96 freien Lauf. Foto: Daniel Reinhardt Foto: dpa

Hamburg (dpa) - Die Profis des wiedererstarkten Hamburger SV fielen sich um den Hals und ließen sich noch Minuten nach dem Abpfiff von ihren Fans feiern.


«Der HSV ist wieder da!», skandierten die euphorisierten Anhänger nach dem ebenso wichtigen wie glücklichen 1:0 (1:0) im Nordderby gegen das stark in die Saison gestartete Team von Hannover 96. Nach sieben Punkten aus den jüngsten Duellen mit Meister Dortmund (3:2) sowie den Europa-League-Startern aus Gladbach (2:2) und Hannover konnte das Geburtstagskind am Abend genüsslich in die Jubiläums-Gala zum 125-jährigen Bestehen des Vereins gehen.

«Jeder wollte mit einem Sieg in die Feier gehen. Wir haben nicht geglänzt wie in Mönchengladbach, sind aber für unsere Leidenschaft belohnt worden», meinte Trainer Thorsten Fink. Vor 57 000 Besuchern in der ausverkauften Arena war neben dem Torschützen Artjoms Rudnevs (20. Minute) der überragende Torhüter René Adler der Matchwinner, an dem die seit 2004 auf einen Sieg in Hamburg wartenden Gäste verzweifelten.

«Adler hat eine starke Leistung geboten», lobte selbst 96-Coach Mirko Slomka, der sich über einige zweifelhafte Entscheidungen von Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) erregte. «Unabhängig davon: Auch wegen unserer vielen Chancen hätten wir einen Punkt verdient gehabt.»

In der Tat präsentierte sich 96 selbstbewusst und setzte den HSV in dessen Stadion unter Druck. Der erneut glänzend aufgelegte Adler verhinderte ein frühes 0:1 (9.), als er Karim Hagguis Kopfball reaktionsschnell klärte. In der Folge befreiten sich die zunächst auf Konter bedachten Hausherren und spielten gefällig mit. Für ihre Führung benötigten sie aber die Mithilfe des Gegners. Einen schlampigen Pass von 96-Keeper Ron-Robert Zieler köpfte Son Heung-Min auf Rafael van der Vaart. Der Niederländer schickte Rudnevs steil und der Lette schoss frei vor Zieler zu seinem zweiten Saisontreffer ein.

«Er ist ein Knipser, das wissen wir», lobte HSV-Sportchef Frank Arnesen, der sich wiederholter Kritik an seinen Transfers ausgesetzt sah, nun aber frohlocken könnte. Denn Adler und Rudnevs waren die Wunschverpflichtungen des dänischen Sportdirektors. Kurz vor der Pause hatte Rudnevs Glück, als er Haggui mit dem Ellenbogen im Gesicht traf, Referee Zwayer ihn aber nur ermahnte. Adler (45.+1) rettete gegen Sergio da Silva Pinto die Pausenführung.

Nach dem Wechsel behielten van der Vaart & Co. ihre Kontertaktik im eigenen Stadion bei und hatten Pech, dass Sons Treffer (51.) wegen vermeintlichen Abseits zu Unrecht nicht anerkannt wurde. Nach Pass des eingewechselten Maximilian Beister hatte Rudnevs das 2:0 auf dem Fuß, doch Zieler parierte (54.). Auf der Gegenseite hatte der bis dahin kaum in Erscheinung getretene Didier Ya Konan die Riesenchance zum Ausgleich, schoss aber freistehend aus Nahdistanz vorbei (61.).

Nun ging es im Derby hoch her, weil Hannover alles auf eine Karte setzte und der HSV so gut es eben ging dagegenhielt. Einen scharfen Volleyschuss von Lars Stindl (67.) klärte Michael Mancienne per Kopf für den schon geschlagenen Adler auf der Linie. In der Schlussphase war der frühere Nationalkeeper dann aber wieder voll zur Stelle. Mit glänzenden Paraden gegen Abdellaoue (75.) und Ya Konan (81.) rettete er seinem wankenden Team den glücklichen, aber wichtigen Dreier.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 43,1 - 56,9

Torschüsse: 10 - 14

gew. Zweikämpfe in %: 57,1 - 42,9

Fouls: 25 - 12

Ecken: 2 - 8

Quelle: optasports.com