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Hommage an den Mann in Schwarz

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Die »Folsom Prison Band« mit Martin Langer (links) und Roman Hofbauer ließ im Traunreuter k1 Johnny Cash wieder lebendig werden. (Foto: Heel)

Der amerikanische Countrysänger Johnny Cash wäre am 26. Februar 85 Jahre alt geworden – ihm zu Ehren fand im ausverkauften Studiotheater des Traunreuter k1 ein Tribute-Konzert der »Folsom Prison Band« statt. Eine Zwei-Mann-Band, angeführt von Roman Hofbauer, der mit Gesang und Akustikgitarre den Mann in Schwarz gab, souverän und stilsicher. Ihm zur Seite stand Martin Langer, ein versierter E-Gitarrist und (heimlicher) Rock’n’Roller, der mit groovigen Soli immer wieder »dazwischenfunkte«.


Eine bestechende Kombination, mit der die beiden nicht nur Johnny Cash gerecht wurden, sondern auch der Musik seiner Vorbilder und Weggefährten wie Hank Williams, Elvis Presley oder Bob Dylan. Ein paar Hintergrundinformationen zu einigen der Songs, von Hofbauer locker eingestreut, rundeten das so abwechslungsreiche wie anregende Konzert ab.

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So erzählte Hofbauer, nachdem er das Publikum mit Songs wie »Give My Love To Rose« oder »I Walk The Line« eingestimmt hatte, von Bob Dylan und dessen Beitrag zu dem Song »Wagon Wheel«, und ergänzte dies mit dem Dylan-Song »She Belongs To Me«.

Roman Hofbauer sprach auch davon, dass ihm erst klar geworden sei, als er genug Englisch konnte, wie traurig und düster viele der Songs von Johnny Cash eigentlich sind. Als Beispiel trug er »Long Black Vail« vor, die Geschichte eines Mannes, der zu Unrecht des Mordes beschuldigt wird, sich aber lieber hängen lässt, statt zuzugeben, dass er zur Tatzeit mit der Frau seines besten Freundes im Bett lag. Nur passend also, dass Hofbauer und Langer anschließend mit »San Quentin« und dem »Folsom Prison Blues« an die legendären Gefängniskonzerte von Johnny Cash erinnerten. Zumal »At Folsom Prison« nicht nur eines der besten Alben von Johnny Cash ist, es ist auch eines der besten Live-Alben, die je eingespielt wurden, und ein Meilenstein der Country-Musik. Es hielt sich über zwei Jahre in den Country-Charts und sorgte dafür, dass Johnny Cash wieder eine feste Größe in der amerikanischen Musik wurde.

Eine feste, wenn auch recht kurzlebige Größe in der amerikanischen Musik war auch Hank Williams, den Hofbauer und Langer mit »I Saw The Light« und dem »Honky Tonk Blues« würdigten. Mit »Ring Of Fire«, Johnny Cashs wohl größtem Erfolg, neigte sich das Konzert dem Ende zu – ein Song, geschrieben von June Carter, seiner zweiten Ehefrau, die seine musikalischen Ambitionen deutlich mehr unterstützt hatte als Vivian, seine erste Frau. Die befürchtete nämlich, nachdem sie die Begeisterung gesehen hatte, die Elvis vor allem von jungen Frauen entgegenschlug, dass ihrem Mann möglicherweise bald schon etwas Ähnliches widerfahren könnte. Um ihre Sorgen zu zerstreuen und als Beweis seiner Treue schrieb Johnny Cash »I Walk The Line«, doch als der Song ein gewaltiger Erfolg wurde, entfremdete ihn das nur noch mehr von Vivian, mit der er vier Töchter hatte.

Vier Zugaben, darunter der Song »Midnight Special«, benannt nach einem Zug, der jeden Tag um Mitternacht an einem texanischen Gefängnis vorbeigerauscht war, und Willie Nelsons »On The Road Again« aus dem Film »Honeysuckle Rose«, schlossen das begeistert aufgenommene Konzert ab. Die »Folsom Prison Band« spielt am 15. September ein Konzert im Traunsteiner NUTS. Wolfgang Schweiger

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