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Holzarbeit wie in alten Zeiten

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Rosserer und ihre Tiere aus der ganzen Region waren am Samstag zum Sulzbergkopf gekommen, um traditionelle Holzbringung zu präsentieren. (Fotos: Bernhard Stanggassinger)

Schönau am Königssee – »Traditionelle Holzbringung im Winter« demonstrierte der Reit- und Fahrverein Schönau am Königssee am Samstag wieder am Sulzbergkopf in Schönau am Königssee. Das Wort »Winter« hätte man in Frage stellen können, denn es regnete immer wieder.


Fuhrleute sind alles andere als zimperlich und eine mögliche Absage wegen schlechten Wetters war überhaupt kein Thema. Allerdings blieben die Zuschauer weitgehend aus. Die Vorführung zum Dreikönigs-Wochenende wird jährlich woanders veranstaltet. Am Sulzbergkopf ging man nun zum zweiten Mal zu Werke, zuletzt 2015.

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25 Fuhrwerke wurden beim Sulzberglehen eingespannt. Alle waren einspännig unterwegs, nur Franz Stanggassinger fuhr zweispännig. Tennengauer, Kuchler, Flachgauer, Mondseer, Pidinger, Teisendorfer, Traunsteiner und Berchtesgadener Rosserer waren dabei.

Gearbeitet hat man mit einem »Halbschlien«, einer »Schloapf« oder mit einem »Bockg'stell«, das der »Zualehner« Hans Graßl dabei hatte. Ein »Bockg'stell« hat Räder und der »Zualehner« war der Meinung, dass er als einziger witterungsbedingt richtig eingespannt hatte, um es dem Pferd so leicht wie möglich zu machen.

War es am Fußweg zum Sulzbergkopf noch aper, so sind die Räder seines Fuhrwerks auf der durchnässten Wiese aber doch ziemlich eingesunken. Ein wichtiges Thema bei so einem Regen war auch die Kleidung. Franz Stanggassinger hatte einen Ramsauer-Mantel und Martin Reitschuh schwor auf seinen Wetterfleck. Thomas Stäblein trug ein alt bewährtes Holzknecht-Kleidungsstück, einen »Holzlaib«. Franz Edfelder aus Anger stellte als Sprecher während des Abladens am Sulzberglehen die verschiedenen Rossgeschirre, Anspannungen sowie Schlitten Ross und Fahrer vor. Gerti Herzog von den Tiefenbacher Rosserern Mondsee war die einzige Frau, die als Fahrerin ein Fuhrwerk vom Sulzbergkopf herunter leitete.

Eine nette Begegnung gab es zwischen dem Pferd von Hans Höllbacher aus St. Koloman und dem Hund »Woody« von Luna Hasenknopf (Oedlehen). Das Pferd »Rubin« Elmar ist ein elfjähriger Tigerscheck, es ähnelte dem Hundefell her verblüffend. Viele freiwillige Hände packten mit an, sie wurden sowohl bei der Holzarbeit als auch bei der Verköstigung benötigt. Franz Stanggassinger stellte seine Maschinenhalle zur Verfügung in der man sich aufwärmte und feierte.

Bernhard Stanggassinger