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Hoher Beamter mit Humor

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Verstarb vergangene Woche in München: Hans Angerer. Foto: privat

Berchtesgaden - Er machte eine steile Beamtenkarriere in Oberfranken. Und blieb seiner Heimat Berchtesgaden immer verbunden. Auch deshalb, weil er das Berggehen und Skifahren sehr mochte. Jetzt ist Hans Angerer im Alter von 70 Jahren in München gestorben.


Hans Angerer wurde am 4. Dezember in Berchtesgaden geboren. Nach dem Abitur 1960 am Gymnasium Berchtesgaden nahm Angerer an der Universität München (LMU) ein Studium der Rechtswissenschaften auf. 1966 legte er sein Erstes Juristisches Staatsexamen ab und arbeitete während seiner Referendarzeit als wissenschaftlicher Assistent an der Juristischen Fakultät der LMU. Nach dem Zweiten Staatsexamen trat er 1972 in den bayerischen Verwaltungsdienst ein und war bei der Regierung von Oberbayern und im Bayerischen Staatsministerium des Innern tätig. 1976 wechselte er für zwei Jahre in das Landratsamt Starnberg.

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1979 kehrte er in das Bayerische Innenministerium zurück und durchlief dort mehrere Positionen. Er war zunächst Mitarbeiter im Ministerbüro, später persönlicher Referent des Ministers, Haushaltsreferent und schließlich Leiter der Kommunalabteilung. Nebenamtlich war er von 1985 bis 1998 Vorstand der Stiftung Maximilianeum in München. Von 1998 bis 2006 bekleidete er das Amt des oberfränkischen Regierungspräsidenten. In den acht Jahren seiner Amtsführung hat er zahlreiche Projekte angestoßen beziehungsweise geleitet. Unter anderem war er Mitinitiator des Regionalwettbewerbs »Jugend forscht« in Oberfranken, leitete die sogenannte »Angerer-Kommission« zur Optimierung und Neuordnung der Bayerischen Abfallüberwachung und engagierte sich für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Tschechien.

Menschen, die Hans Angerer näher kannten, wussten vor allem seinen spitzbübischen Humor, seine Menschlichkeit und Kollegialität zu schätzen. Dr. Hubert Zierl, der erste Leiter des Nationalparks Berchtesgaden, erinnert sich noch gut an die Zusammenarbeit mit Hans Angerer. Denn der damalige Verwaltungsbeamte im Innenministerium war ein Befürworter und Förderer der Nationalparkgründung. Auch wurde er Mitglied des Vereins der Freunde des Nationalparks. »Hans Angerer pflegte einen angenehm lockeren Umgang mit bürokratischen Hürden. Ich habe ihn deshalb sehr gemocht«, erinnert sich Dr. Zierl. Vor allem eine Episode, die auch der Regierungspräsident Zeit seines Lebens gerne erzählte, ist ihm im Gedächtnis geblieben: In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem Salzburger Zoo haben Nationalpark-Mitarbeiter heimische Gänsegeier mit Peilsendern versehen. Als sich ein solcher Geier mit seiner Geliebten aus Rauris nach Istrien abgesetzt hat, fuhren ihnen die Nationalpark-Forscher hinterher. Mehrmals. Was zu einer Spesenrechnung von seinerzeit horrenden 7 000 Mark führte. »Hans Angerer quittierte das mit einem milden Lächeln«, erzählt Dr. Hubert Zierl.

Für seine Verdienste wurde Angerer mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber und 2006 mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Außerdem wurde er zum Commendatore della Rebubblica Italiana ernannt. Hans Angerer hinterlässt seine Frau Constanze, Tochter Veronika und zwei Enkelkinder. cfs

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