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Hörgenuss der Extraklasse

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Ein Hörgenuss der Extraklasse war das dritte Musikfrühling-Konzert von Daniel Rowland (von links), Pascale Rouilly, Razvan Popovici und Julian Arp in Seeon. (Foto: Rasch)

Die Kirche Sankt Walburg in Seeon hat für die Protagonisten des Chiemgauer Musikfrühlings als Aufführungsstätte einen besonderen Reiz: »Wir haben nur selten die Möglichkeit, in solch kleinen Räumen mit Wohnzimmeratmosphäre zu spielen«, sagt der Festival-Intendant Razvan Popovici.


Die ehemalige Nebenkirche von Kloster Seeon, die nach seiner Restaurierung (2005-2008) wieder zu einer Stätte des Glaubens und der Glaubenskultur zurückgekehrt ist, versprüht durch sein schnörkelloses Ambiente eine magische Atmosphäre. Geradezu prädestiniert für ein geistig umwobenes Programm des dritten Musikfrühling-Konzerts »Summa« (Gesamtheit). Aufgeführt wurden Werke von Johann Sebastian Bach und den bekannten Komponisten aus dem baltischen Raum, Peteris Vasks (*1946) und Arno Pärt (*1935).

Dass das mittlerweile 13. Festival mit hochkarätigen Musikern gesegnet ist, ist hinlänglich bekannt. Die vier Interpreten in Seeon unterstrichen dieses Potenzial an Qualität einmal mehr. Alle waren genial, jeder auf seine Art ganz besonders. Sie überzeugten mit einer astreinen Intonation. Ob im Trio oder im Quartett oder als Solist.

Den glanzvollen Abend des intimsten Festival-Konzerts eröffneten Daniel Rowland (Violine), Razvan Popovici (Viola) und Julian Arp (Violoncello) mit den sieben Inventionen von Johann Sebastian Bach. Auf die anspruchsvollen Bach-Inventionen für drei Stimmen folgte das Streichquartett Nr. 4 von Peteris Vasks, dem sich die Violinistin Pascale Rouilly anschloss.

Mit frenetischem Applaus – sowohl von den rund 70 Besuchern als auch von seinen Musikkollegen – wurde Cellist Julian Arp für seinen Solo-Auftritt gefeiert. Mit voller Hingabe brillierte der Professor für Violoncello an der Kunstuniversität Graz auswendig mit der anspruchsvollen Suite für Violoncello von Johann Sebastian Bach Nr. 2 BWV 1008. »Wenn man die Bach-Suite beherrscht, kann man alles spielen«, meint Festival-Intendant Razvan Popovici.

Dem genialen Bach folgte zum Abschluss das hypnotisierende Streichquartett Nr. 4 von Peteris Vasks. Alles in allem war das Konzert in dem geschichtsträchtigen Kleinod ein Hörgenuss der Extraklasse. Mit lang anhaltendem Schlussapplaus wurde zu Recht nicht gespart. Am kommenden Samstag findet auf dem Inselrund ein weiteres Musikfrühlings-Konzert statt. Um 19.30 Uhr werden im Festsaal des Kloster Seeon Werke von Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven und Ernst von Dohnanyi aufgeführt. Gabi Rasch