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Höfl-Riesch «endlich» auf Podest - Ferstl Neunter

Méribel (dpa) - Maria Höfl-Riesch hat den Schwung der WM mit in den Weltcup genommen. Bei der Abfahrt in Méribel wurde sie Zweite - geschlagen nur von einer großen Überraschungssiegerin aus Spanien. Unerwartet war auch der Auftritt von Josef Ferstl in Garmisch. Er wurde starker Neunter.

Podestplätze
Maria Höfl-Riesch (l-r), Siegerin Ruiz Castillo und die Drittplatzierte Marchand-Arvier. Foto: Eddy Lemaistre Foto: dpa
Premiere
Carolina Ruiz Castillo holte den ersten spanischen Apfahrts-Sieg. Foto: Eddy Lemaistre Foto: dpa
Top Ten
Josef Ferstl überraschte als Neunter der Abfahrt. Foto: Angelika Warmuth Foto: dpa
Sieger
Christof Innerhofer jubelt über seinen Abfahrtssieg in Garmisch-Partenkirchen. Foto: Angelika Warmuth Foto: dpa
Stark
Bei der Abfahrt in Méribel zeigte Maria Höfl-Riesch ihre Stärken. Foto: Ian Langsdon Foto: dpa
Treppchen
Maria Höfl-Riesch freut sich über ihren Podestplatz. Foto: Eddy Lemaistre Foto: dpa

Bei Maria Höfl-Riesch hielt sich die Enttäuschung nach dem verpassten Jubiläumssieg in Grenzen. «Ich bin froh, dass mir ein so guter Lauf gelungen ist und ich endlich mal wieder auf dem Podest stehe», sagte die 28-Jährige nach Platz zwei in Méribel, dem ersten Weltcup-Rennen nach ihren drei Medaillen bei der WM in Schladming. Zur Siegerehrung schaffte es wenig später beim Heim-Rennen in Garmisch-Partenkirchen zwar wie erwartet kein Athlet des Deutschen Skiverbands, aber der überraschende neunte Platz für Josef Ferstl sorgte trotzdem für positive Nachrichten im von Verletzungssorgen geplagten Speedteam.

«Die Trainings sind schon richtig gut gelaufen», sagte der Skirennfahrer vom SC Hammer am Samstag nach dem erst zweiten Top-10-Ergebnis eines deutschen Abfahrers in diesem Winter. «Die Sicht war perfekt wie auch das Publikum. Ich habe es einfach genutzt. Top. Saugut.» Den Sieg sicherte sich Christof Innerhofer aus Italien und machte dadurch auch in der Abfahrts-Wertung Boden auf den führenden Norweger Aksel Lund Svindal gut. Der Österreicher Klaus Kröll kam hinter seinem Landsmann Georg Streitberger auf Platz drei.

Zum dritten Mal im WM-Winter war auch Höfl-Riesch auf dem Podestplatz und sah in den französischen Alpen sogar lange wie die Siegerin aus - bis Carolina Ruiz Castillo als erste Abfahrtssiegerin aus Spanien für eine faustdicke Überraschung sorgte.

«Ich bin völlig zufrieden, die Carolina hat's verdient. Sie ist so lange dabei und hat jetzt endlich ihr erstes Rennen gewonnen», freute sich Höfl-Riesch für die 31 Jahre alte Konkurrentin. «Mit ihr habe ich nicht gerechnet, sie hat eine Mega-Abfahrt gemacht.» Ihren 25. Weltcup-Sieg verpasste Höfl-Riesch deshalb um zwei Zehntelsekunden, den Schwung der Ski-Weltmeisterschaften mit Bronze in der Abfahrt und im Team-Event sowie Gold in der Super-Kombination konnte sie trotzdem auf die Zielgerade der Weltcup-Saison mitnehmen. Dritte wurde Marie Marchand-Arvier aus Frankreich.

Eine Woche vor dem Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen hofft Höfl-Riesch nun darauf, dass die bislang durchwachsene Weltcup-Saison ein positives Ende nimmt. «Es wäre natürlich schön, die Saison noch mit ein paar guten Ergebnissen abzuschließen», meinte Höfl-Riesch. «Natürlich ist es immer noch schöner, zu gewinnen, aber man muss auch mal schauen, wie meine Saison gelaufen ist. Ich bin sehr zufrieden.»

Bei minus zehn Grad und strahlendem Sonnenschein hatte sich die Skirennfahrerin mit einem sauberen Lauf die zwischenzeitliche Führung erarbeitet, die auch die Gesamtweltcupführende Tina Maze um 0,08 Sekunden nicht erreichte. Die Slowenin wurde Vierte. Ihr Vorsprung auf Höfl-Riesch schrumpfte deswegen um 30 Zähler auf nun 858 Punkte Differenz. Maze kann den Gewinn der großen Kristallkugel aber trotzdem bereits am Sonntag bei der Super-Kombination perfekt machen.

In der Abfahrts-Wertung liegt Maze noch hinter Lindsey Vonn, die nach ihrem schweren Sturz im WM-Super-G aber keine Chance mehr hat, die Führung aktiv zu verteidigen - und der WM-Jury nun eine Mitschuld an ihrer Situation gibt. «Ich glaube nicht, dass die Jury die richtige Entscheidung getroffen hat», sagte die Amerikanerin am Freitag (Ortszeit). «Es war definitiv nicht sicher, das Rennen mit dem Nebel zu fahren.»

Auch Viktoria Rebensburg hat Schladming nicht gesund verlassen. Ihr macht eine Rippenprellung nach einem Trainingssturz zu schaffen, wegen der sie auf die Super-Kombi verzichten wird. «Abfahrt fahren ist gut, da habe ich keine Schmerzen. Aber Slalom fahren nicht, daher fahre ich nicht morgen», sagte die 23-Jährige nach ihrem 23. Platz auf der Olympia-Strecke von 1992.