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Hockey-Gold - Spitz holt Silber - Bolts Gold-Hattrick

London (dpa) - Wieder Olympia-Gold für die Hockey-Herren, Sabine Spitz Zweite im Mountainbike. Die deutsche Mannschaft in London hat am vorletzten Tag der Spiele ihre Medaillensammlung auf 44 Plaketten erhöht.

Grenzenlos
Nach dem Abpfiff war der Jubel bei den Deutschen grenzenlos. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa

Mit dem 2:1-Finaltriumph über die Niederlande machte das Hockey-Team den insgesamt vierten Olympiasieg nach 1972, 1992 und 2008 perfekt. Für Spitz war Silber nach Bronze 2004 in Athen und Gold 2008 in Peking das dritte Edelmetall bei Olympischen Spielen. Mit elfmal Gold, 19 Mal Silber und 14 Mal Bronze festigte das deutsche Team in der Länderwertung vor dem Schlusstag den sechsten Rang.

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Im Olympiastadion machte Supersprinter Usain Bolt als Schlussläufer der jamaikanischen 4 x 100 Meter-Staffel den goldenen Hattrick perfekt. Der jetzt sechsfache Olympiasieger Bolt und seine Kollegen ließen das US-Quartett im Finale klar hinter sich und sorgten in 36,84 Sekunden für den vierten Leichtathletik-Weltrekord der Spiele. Den dritten hatte am frühen Abend die russische Geherin Jelena Laschmanowa über 20 Kilometer aufgestellt.

Der Brite Mo Farah schaffte das goldene Olympia-Double über die Langstrecken. Nach dem 10 000-Meter-Olympiasieg gewann er als siebter Läufer bei Olympia auch die 5000 Meter. Überraschungs-Gold im Speerwurf holte Keshorn Walcott aus Trinidad und Tobago. In der 4 x 400 Meter-Staffel holten die US-Amerikanerinnen in der drittschnellsten je gelaufenen Zeit den Sieg. Das übrige Gold ging durch Marija Sawinowa über 800 Meter und Hochspringerin Anna Tschitscherowa an russische Athletinnen.

Brasiliens Fußballer müssen weiter auf ihr erstes Olympia-Gold warten. Der fünfmalige Weltmeister verlor das Finale gegen Mexiko mit 1:2 und belegte zum dritten Mal nach 1984 und 1988 nur Platz zwei. Als erster Gymnastin gelang es Jewgenia Kanajewa aus Russland, ihren Olympiasieg zu wiederholen.

Das US-Team steht kurz davor, China wieder als Nummer eins der olympischen Länderwertung abzulösen. Die Amerikaner lagen vor den letzten 21 Entscheidungen in London mit 43 Gold-, 29 Silber- und 29 Bronzemedaillen vor den Sportlern aus dem Reich der Mitte (38-27-21). China hatte 2008 in Peking insgesamt 51 Olympiasiege gefeiert.

IOC-Vizepräsident Thomas Bach lobte die britischen Gastgeber der Spiele schon einen Tag vor der Schlussfeier überschwänglich. «Wir haben hier fantastischen Sport und großartige Olympische Spiele erlebt», sagte er.

Auch Martin Wolfram und Sascha Klein konnten den deutschen Wasserspringern im letzten Wettbewerb in London nicht die erste Medaille bescheren. Das Duo musste sich im Wettkampf vom Turm mit den Rängen acht und zehn zufriedengeben. Damit blieben die deutschen Springer wie zuletzt 1988 ohne olympische Plaketten. Auch die deutschen Freistilringer gingen leer aus. Tim Schleicher im Limit bis 60 Kilogramm und sein Teamkollege Nick Matuhin in der Klasse bis 120 Kilogramm verpassten jeweils den Bronze-Kampf.

Die erfolgsverwöhnten Kanuten blieben am letzten Finaltag auf dem Dorney Lake medaillenlos. Ronald Rauhe belegte sowohl im Kajak-Einer als auch im Zweier mit seinem Partner Jonas Ems nur den achten und letzten Platz. Enttäuschend verliefen aus deutscher Sicht auch die B-Finals. Im Canadier-Einer belegte 1000-Meter-Olympiasieger Sebastian Brendel nur den achten Platz und wurde in der Endabrechnung 16., bei den Damen kam Silke Hörmann auf Rang 15.

Das Hammerwurf-Drama um Bronzemedaillengewinnerin Betty Heidler am Vorabend war laut Olympia-Organisatoren einem wohl noch nie dagewesenen Zufall geschuldet. Heidlers fünfter Versuch war mit 77,13 Metern auf den Zentimeter so weit wie der vierte der direkt vor ihr werfenden Russin Tatjana Lysenko. Das elektronische Computer-Messsystem habe die Annahme von Heidlers Weite daher verweigert. Die Anlage ist so programmiert, dass sie bei zwei exakt gleichen Messergebnissen nacheinander automatisch einen Fehler der Kampfrichter zugrunde legt.