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Hochzeitsfieber im Bauerntheater Berchtesgaden

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Das Ensemble erntete viel Applaus (v.l.): Tanja Mißfeldt, Max Schauer, Johannes Asanger, Sofia Feist, Elisabeth Hölzl-Michalsky und Florian Oswald. (Foto: Elisabeth Aumiller)

Berchtesgaden – Die Weihnachtspremiere der heiteren Posse »Die falsche Hochzeiterin« ist eine besondere Aufführung, denn sie markiert zugleich das 20. Bauerntheater-Jubiläum von Tanja Mißfeldt und Max Schauer.


Prinzipalin Elisabeth Hölzl-Michalsky bedankte sich beim großen Schlussapplaus, dass die beiden es 20 Jahre mit ihr ausgehalten haben, und Tanja sagte ihrer Chefin Hölzl-Michalsky Dank, denn ohne diese wäre das alles nicht möglich gewesen, ist sie überzeugt. Alle betreiben mit Leidenschaft und Liebe das Theaterspielen und hoffen auf noch viele gemeinsame Aufführungen. Tanja Mißfeldt ist von Beruf Gärtnerin, wechselte aber zu ihrem kleinen Bäckerladen in Marktschellenberg, den sie seit 15 Jahren betreibt.

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Max Schauer ist Beamter bei der Deutschen Bahn in Rosenheim und hat ab Sommer 2020 vor, sein Leben als Pensionist zu genießen. Sein Hobby ist neben der Theaterspielerei die Malerei in allen möglichen Formen. Das Lebensmotto des gewitzten Darstellers lautet: »Man soll nie von sich auf andere schließen, denn es gibt auch anständige Leute.«

Das Ensemble des Berchtesgadener Bauerntheaters bringt die dreiaktige Posse von Ludwig Sippel auf köstliche Weise auf die Bühne und erntet erheiternde Lacherfolge. Dabei gibt es viel Wirbel um die Liebe im Haus der verwitweten Kammerloherin, die ihre fesche Tochter Traudl mit dem reichen Heidegger Beni verheiraten will. Dass dieser reiche Hoferbe ein eher »depperter« Hochzeiter ist, fällt bei der energischen Kammerloherin nicht ins Gewicht, auch nicht, dass Traudl den Knecht Flori liebt.

Die fleißige Magd Kathi schwärmt für Kinofilme und kennt aus den Filmen die Wirrnisse des Herzens: Diejenigen, die sich mögen, bekommen sich nicht und diejenigen, die sich bekommen, mögen sich nicht, stellt sie lakonisch fest. Da hat sie die rettende Idee. Bei der Ankunft von Beni gibt sie sich als Tochter des Hauses aus. Das trägt zur Steigerung der Wirrnisse bei, aber am Ende gibt es sogar drei glückliche Paare.

Die Dialoge sind gespickt mit allerlei derb-zünftigen bayerischen Sprüchen, verdrehten »Spruchweisheiten« und überspringender Spielfreude. Die ausgefuchsten Darsteller machen das Stück zum erfrischenden Spaß für die Zuschauer. »Es muss was Wunderbares sein, von dir geliebt zu werden«, trällert die flotte Magd Kathi alias Elisabeth Hölzl-Michalsky beim Auftritt von Beni vor sich hin und von ihrer Überzeugung »die Liebe ist eine Himmelsmacht« weicht sie nicht ab. »In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine«, sagt sie und gibt hinreißend die singende Magd, die mit allerlei weiteren Ohrwürmern den Beni umgarnt, der ihrem Refrain »Küss mich« nicht widerstehen kann. Eine jugendlich fesche Bäuerin ist die Kammerloherin von Tanja Mißfeldt, die zunächst auf den von ihr eingefädelten Beschlüssen besteht, sich dann mal sauertöpfisch, mal charmant auf die sich neu anbahnenden Ereignisse einstellt und am Ende mit glücklich entspannter Miene froh ist über die sich ergebende Lösung. Tochter Traudl ist Sofia Feist, hier als die eifersüchtig Schmollende, bevor auch bei ihr die Liebe siegt.

Max Schauer ist als Remigius ein pfiffiger Darsteller, witzig überzeugend als origineller »Radlfahrer«, der ständig Löcher in seine Reifen fährt, aber dann ganz unverhofft Bauernhofbesitzer wird.

Neu im Ensemble sind Johannes Asanger als Knecht Flori und Florian Oswald als der Heidegger Beni. Flori ist der flotte Bursch, der schließlich zum begehrten Valentin wird und Beni gibt eine zünftige Mischung aus g'standenem Mannsbild und tollpatschigem Liebhaber.

Elisabeth Aumiller