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Hitzefeste Spanier bereit für Italien

Fortaleza (dpa) - Bayern-Profi Javi Martínez war erst einmal gespannt auf seinen neuen Trainer in München, alle anderen Spanier redeten nach dem Hitzetest gegen Nigeria nur noch von Italien.

Vorfreude
Die Spanier um Fernando Torres kennen die Italiener sehr gut. Foto: Fernando Bizerra Jr Foto: dpa

Ein Jahr nach dem triumphalen 4:0 des Weltmeisters im EM-Endspiel kommt es beim Confed Cup zur brisanten Neuauflage im Halbfinale. «Wir kennen die Italiener, wir wissen um ihre Stärke», meinte Stürmer Fernando Torres und erinnerte nur zu gerne an 2012. «Das Finale war eines der besten Spiele, das Spanien in den letzten Jahren gemacht hat.» Jetzt kommt es in Brasilien zum Wiedersehen. «Ich denke, für Italien ist das Spiel sehr wichtig, denn die Erinnerung an die Niederlage bei der EM ist bei ihnen noch frisch. Ich bin sicher, sie werden auf Revanche aus sein», sagte Spaniens Trainer Vicente del Bosque: «Das Spiel wird eine echte Herausforderung für uns.»

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Und zwar die erste bei der WM-Generalprobe. Nach Uruguay (2:1) und Tahiti (10:0) konnte auch Nigeria die nun seit 25 Spielen unbesiegten Spanier am Sonntag in Fortaleza nicht in Bedrängnis bringen. Das 3:0 (1:0) fiel standesgemäß aus. Und der größte Gegner für die Spanier im schwül-heißen Estadio Castelão war mehr das Wetter als der Afrikameister. Cecs Fabregas musste wegen eines Hitzeschlags raus (54.), sein Barcelona-Kollege Sergio Busquets übergab sich nach dem Abpfiff in den Stadion-Katakomben.

«Die Hitze war unwahrscheinlich, die Füße tun weh», erzählte der zweifache Torschütze Jordi Alba (3./88. Minute). Der eingewechselte Torres erzielte mit einem feinen Kopfball das 2:0 (62.). Der Stürmer vom FC Chelsea empfahl sich mit seinem fünften Turniertreffer für einen Startplatz gegen Italien, das im Halbfinale wohl den Verlust von Mario Balotelli wegen einer Oberschenkelverletzung verkraften muss. Italien ohne Topangreifer Balotelli - das würde eine kaum zu verkraftende Schwächung der Squadra Azzurra bedeuten.

Nationalcoach Cesare Prandelli verfügt schließlich nicht über den Luxus seines Kontrahenten Del Bosque. Der Chef der Selección hat so viele Klassespieler im Aufgebot, dass für Topstürmer wie Torres und David Villa ebenso kein Platz in der ersten Elf vorhanden ist wie für Martínez, der auch als Triple-Gewinner im Team des Weltmeisters nur zweite Wahl ist. Im dritten Spiel kam der 24-Jährige erstmals gar nicht zum Einsatz. «Es ist schwer», sagte Martínez zum Kampf um mehr Spielanteile.

Martínez' Blick richtete sich am Montag im fernen Brasilien weniger auf die bevorstehende Kraftprobe mit Italien als auf die Präsentation seines neuen Chefs in München. Via Twitter wollte er die Pressekonferenz mit Pep Guardiola verfolgen. «Ich bin mal gespannt, wie gut er Deutsch spricht», bemerkte Martínez. Fest steht für ihn schon jetzt, «dass wir viel lernen werden von Guardiola».

Immerhin hätten ihm alle Barça-Kollegen im spanischen Team berichtet, «dass Guardiola ein exzellenter Trainer ist». Seinen Landsmann will Martínez auch rasch anrufen, weil er noch gar nicht wisse, wie viel Urlaub er nach dem Confed Cup erhalten werde.

Ihre Sommerferien wollen Spaniens Fußballer auch 2013 wieder als Turniersieger antreten. Über ein mögliches Traumfinale beim Confed Cup gegen Brasilien mochte aber lieber noch keiner spekulieren. «Das haben wir doch alles schon 2009 in Südafrika erlebt, da haben wir dann im Halbfinale gegen die USA verloren», bemerkte Abwehrspieler Gerard Piqué: «Es geht jetzt nur um den nächsten Gegner - Italien!»