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Historische Bauwerke in der App

Apps über den Obersalzberg gibt es einige. Michael Grafs Programm beschäftigt sich vor allem mit ehemaligen Bauwerken und deren einstigen Standorten. Foto: Anzeiger/Pfeiffer

Berchtesgaden – Geschichtlich Interessierte dürfen sich ab sofort eine eigens programmierte Smartphone-App (»Discover the Obersalzberg«) herunterladen. Programmiert hat das Programm Michael Graf: »Die App hebt den Obersalzberg in das 21. Jahrhundert«, sagt der Obersalzberg-Kenner, der den Nutzern heutzutage nicht mehr existente Gebäude aus der Zeit des Dritten Reiches vorstellt und diese verortet.


Michael Graf ist studierter Fachinformatiker aus dem Landkreis Donau-Ries. Ein Geschichtskenner, der schon oft am Obersalzberg war und mehrfach die Dokumentation besuchte. Die Ausstellung gefällt ihm, doch gibt es Punkte, die man seines Erachtens deutlich besser machen könnte. »Mir fehlen die Infos, wo die Gebäude von einst standen. Viele Doku-Infos lassen sich nicht direkt auf den Obersalzberg umlegen«, meint der App-Programmierer. Um sich ein Bild von den Gegebenheiten am Obersalzberg machen zu können, bedürfe es aber genau jener Standorte. Die Idee für die Smartphone-App war geboren.

Gebäude und Bunker – darauf hat Graf seine Schwerpunkte gelegt. In der App rücken diese in den Fokus. Per »Google Maps« zeigt er in seinem Programm, wo sich etwa das Bormann- oder das Göring-Haus genau befunden haben. Zusätzlich gibt er Textinfos, ergänzt diese durch Daten. In knapper, übersichtlicher Weise möchte Michael Graf geschichtsinteressierte Smartphone-Besitzer mit Bezug zum geschichtsträchtigen Obersalzberg informieren und das »Entscheidungszentrum« hoch über Berchtesgaden detailliert vorstellen. Immerhin sei der Berg im Dritten Reich vergleichbar mit einer »Kleinstadt« gewesen.

Die App soll kein Ersatz zur Dokumentation sein, sondern vielmehr als Ergänzung dienen. Eine von Graf beabsichtigte Zusammenarbeit mit dem am Obersalzberg verantwortlichen Institut für Zeitgeschichte wurde nicht weiter forciert, »kein Interesse«, sagt er, auch wenn sich das App-Angebot durchaus sehen lassen kann.

Für Michael Graf ist es die erste App, die er programmiert hat. Rund 300 Arbeitsstunden hat er investiert. Neben lizenzierten Bildern, etwa von der Inneneinrichtung prägnanter Obersalzberg-Bauwerke, Karten sowie Texten erwarten den Käufer auch Videos, etwa jenes der Fahrt auf den Kehlstein.

Als Zielgruppe bezeichnet Michael Graf »alle, die geschichtlich interessiert sind«. Im Vorfeld hatte der Programmierer auf dem Obersalzberg Benutzerumfragen durchgeführt, um die Wünsche der Zielgruppe zu erfahren. Ein Anliegen potenzieller Nutzer hat es dann auch sofort in die App geschafft: GPS-Touren. Mit Hilfe des Programms werden App-Besitzer von Ort zu Ort, wo einst Bauwerke standen, gelotst, dank Positionserkennung werden im richtigen Moment – mit einer Vibration unterlegt – Textinfos und Bilder eingeblendet, sobald man den Zielort erreicht hat.

Bislang gibt es das Programm nur in der iOS-Version für die Apple-Geräte iPhone und iPad. Kilian Pfeiffer