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Hintergrund: Immer wieder Zittern um Athen

Berlin (dpa) - Das hoch verschuldete und wirtschaftlich schwache Griechenland hält die Eurozone bereits seit gut zwei Jahren in Atem.

2. Mai 2010: Griechenland droht akut die Insolvenz. Ebenfalls im Mai 2010 wird der erste «Rettungsschirm» mit einem Gesamtvolumen von 500 Milliarden Euro gespannt. Der IWF steuert nochmals 250 Milliarden Euro bei.

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16. Dezember 2010: Der EU-Gipfel beschließt einen permanenten Rettungsschirm (ESM) für die Zeit ab 2013. Später wird der Start auf Juli 2012 vorgezogen.

29. Juni 2011: Das Parlament in Athen nimmt ein radikales Sparpaket an - Voraussetzung für eine Teilzahlung aus dem Hilfspaket.

27. Oktober 2011: Euro-Länder und Banken einigen sich auf eine Entschuldung für Athen und ein zweites Rettungspaket von 130 Milliarden Euro. Gegen harte Sparauflagen gibt es Proteste.

10. November 2011: Lucas Papademos löst Giorgios Papandreou als Regierungschef ab. Seine Übergangsregierung soll die Sparmaßnahmen einleiten, ohne die das Hilfspaket nicht aktiviert werden kann.

9. März 2012: Athen meldet eine breite Beteiligung am Schuldenschnitt, der das Land um mehr als 100 Milliarden Euro entlasten wird. Die Euro-Finanzminister geben einen Teil des neuen 130-Milliarden-Hilfspakets frei.

20./21. März 2012: Das griechische Parlament stimmt in der Nacht dem zweiten Rettungspaket zu.

30. März: Die Euro-Finanzminister beschließen, den Euro-Schutzwall auf rund 800 Milliarden Euro auszuweiten.

6. Mai 2012: Bei der griechischen Parlamentswahl verlieren die Unterstützer des Sparprogramms die Mehrheit. Alle Versuche zur Regierungsbildung scheitern.

17. Juni 2012: Aus der Neuwahl geht die konservative Partei Nea Dimokratia unter Antonis Samaras als Sieger hervor. Die neue Regierung wird von den Sozialisten der Pasok und der Demokratischen Linken unterstützt.

8. Juli 2012: Das pleitebedrohte Land hat nach Feststellung der Kontrolleure der «Troika» von EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank abermals die Sparziele verfehlt. Eine Hilfszahlung über 31,5 Milliarden Euro wird zurückgehalten.

12. Juli 2012: Die neue Regierung kündigt an, dass sie bei den Kreditgebern eine Streckung der neuesten Sparauflagen um mindestens zwei Jahre erreichen will. Es geht um Sparmaßnahmen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro in den Jahren 2013 und 2014.

5. August 2012: Die griechische Regierung einigt sich mit ihren internationalen Kreditgebern auf die Eckpunkte des weiteren Sparpakets.