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Hintergrund: Im «Beichtstuhl» wird es beim Gipfel ernst

Brüssel (dpa) - Besonders strittige Fragen klären Teilnehmer bei EU-Gipfeln gerne im «Beichtstuhl». So ist es auch beim Sondertreffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel zum langfristigen Haushaltsplan der Union.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nahmen schon am Donnerstag unmittelbar vor Gipfelbeginn die «Chefs» einzeln «ins Gebet». Der erste war Großbritanniens Premier David Cameron. Auch während der Verhandlungen wird es laut Diplomaten viele Zusammenkünfte unter vier oder sechs Augen geben, um die Gespräche voranzubringen.

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Das Beichtstuhlverfahren ist nicht im EU-Vertrag festgelegt, wurde aber auf vielen EU-Gipfeln und auch bei Koalitionsverhandlungen in Deutschland angewendet. Es könnten im kleinen Kreis besser Kompromisse ausgelotet werden als in großer Runde, lautet die Erkenntnis von EU-Diplomaten. Der Verhandlungsführer, in diesem Falle Van Rompuy, muss allerdings großes Geschick beweisen, denn er muss die im Privatgespräch erhaltenen Informationen der «Chefs» korrekt bei der Kompromiss-Suche einbringen.