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Hinterglasmalerei als Leidenschaft

Ganz im Zeichen der Hinterglasmalerei steht derzeit eine Ausstellung des passionierten Malers Kurt Lohwasser in der Grabenstätter Schlossökonomie. »Hinterglasmalerei ist nicht nur ein Bild hinter Glas«, da stecke viel mehr dahinter, erzählte der ehemalige Biologielehrer am Gymnasium Marquartstein, der schon in ganz jungen Jahren seine künstlerische Ader entdeckt hatte. Als er dann vor fast 40 Jahren einer bekannten Kirchenfenstermalerin über die Schulter schauen durfte, habe er sich gedacht: »Das probiere ich auch einmal aus«.

Kurt Lohwasser (l.) überreichte Bürgermeister Georg Schützinger im Rahmen der Vernissage ein Hinterglasbild des Grabenstätter Rathauses. (Foto: Müller)

Ohne jemals einen Malkurs besucht zu haben, entwickelte er in den folgenden Jahrzehnten mit Acrylfarben seinen eigenen, unverkennbaren Stil. Als Vorlagen dienen Lohwasser bei seinem liebsten Hobby unter anderem Fotos, Zeichnungen, Aquarelle, Kalenderblätter und Postkarten. Neben vielen bekannten Motiven aus dem Chiemgau finden sich auf seinen 45 ausgestellten Bildern auch zahlreiche Impressionen aus Kroatien, wo die Hinterglasmalerei seit jeher eine sehr bedeutende Rolle spielt.

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Eines seiner Prunkstücke ist das Kunstwerk »Erntearbeiten im Herbst«, das sich eigentlich aus vier Bildern zusammensetzt. Eingefasst sind sie in einen hölzernen Fensterrahmen, der einst Bestandteil des Pferdestalls im alten Schlossökonomiegebäude gewesen war und während der Renovierungsarbeiten auf dem Sperrmüll landete. Diese Kombination aus Altem und Neuem imponiere ihr besonders, erzählte eine junge Besucherin. Als sein Lieblingsbild bezeichnete Lohwasser das erst kürzlich vollendete Werk »Herbst im Park«.

Grabenstätts Bürgermeister Georg Schützinger durfte sich bei der Vernissage über ein eindrucksvolles Hinterglasbild von »seinem« Rathaus freuen. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von der Lehrerband des Staatlichen Landschulheims Marquartstein um Direktor Erwin Appenzeller (Klavier), Benjamin Riegel (Schlagzeug) und Peter Strasser (Bass). Hoch im Kurs standen auch Lohwassers Steine von der Tiroler Ache, auf denen er mit Acryl hintergründige, tiefsinnige und humorvolle Lebensweisheiten geschrieben hatte. Besichtigt werden können die Lohwasser-Werke noch bis Sonntag, 2. Dezember, zu den Öffnungszeiten der Touristinformation, montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags zusätzlich von 13.30 bis 16 Uhr. Am kommenden Samstag und Sonntag ist von 13 bis 15 Uhr geöffnet. mmü