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Hing'schaut: Die Schreibweise macht's

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Hing'schaut: Gerer Höhenweg – Die Schreibweise macht's | Berchtesgaden
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Berchtesgaden (av) – Für den Einheimischen selbstverständlich, für den Urlauber unlogisch: Jessica Hünecke hat sich mit einer interessanten Frage an den »Berchtesgadener Anzeiger« gewendet.

»Ich sende Ihnen ein Bild, welches meine Familie und mich ins Grübeln brachte«, schreibt die 26-Jährige aus Hannover. »Gerer Höhenweg – fehlt da kein ›n‹?«, lautet ihre Frage.

Hünecke verbringt bereits ihren 25. Sommerurlaub im »schönen Berchtesgadener Land«, erzählte sie. »Bevor die großen Wandertouren kommen, wird sich mit ›kleineren‹ erst einmal warm gelaufen. Wir gingen also über die Stationen Doktorberg, Rostwald und Märchenpfad Richtung Maria Gern. Auf der Höhe mit herrlichem Blick auf die Kirche stutzten wir bei den neuen gelben Wegweisern über die Schreibweise.«

Die Frage habe die Familie unsicher gemacht, denn am Ende des Höhenwegs gab es an den Wegweisern offenbar beide Schreibweisen. »Bezieht sich der Höhenweg auf die Maria Gern, dann fehlt hier das ›n‹ – oder gibt es einen anderen Zusammenhang?«

Der »Anzeiger« gab diese Frage weiter an Kreisheimatpfleger Johannes Schöbinger. Dieser weiß natürlich Rat: »Es ist eigentlich ganz einfach. Bei der attributiven Verwendung des Eigennamens Gern oder Maria Gern entfällt der Buchstabe, beziehungsweise der Laut ›n‹. Gerer Bach, Gerer Kirchweih, Gerer Schule, Gerer Straße, Gerer Wirtshaus und so weiter – auch der Gerer/die Gererin.«
Das komme auch bei anderen Namen mit Endlaut »n« vor, wie zum Beispiel bei Großhadern. Darum heiße es auch »Großhader Klinikum«. Wer hätte es gewusst?

(Foto: privat)