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»Himmlischen Repräsentanten« eine besondere Geltung verschafft

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Richard Krekel (l.) und Georg Gruber zeichnen für »Raum & Klang« verantwortlich. (Foto: Burghartswieser)

»Die Pfarrkirche St. Georg hat als sakraler Festsaal von hohem künstlerischem Wert viel zu bieten. Doch erst der Klang erweckt einen solchen Raum zum Leben.« Dieser Meinung sind Kirchenmusiker Richard Krekel und Pastoralassistent Georg Gruber, die jetzt in Ruhpolding die Veranstaltungsreihe »Raum & Klang« ins Leben zu riefen. Passend zum vorausgegangenen Allerheiligenfest stand der Auftakt unter dem Leitwort »Gemeinschaft der Heiligen«.


Das nur mit Kerzenlicht spärlich beleuchtete Kirchenschiff, das dadurch von seiner Faszination nicht das Geringste einbüßte, bot ein außergewöhnliches Ambiente für die Kombination aus Texten, die Georg Gruber verfasste und vortrug, und den jeweils dazu passenden Orgelstücken, die von Richard Krekel mit seiner Orgelspielkunst auf höchstem Niveau intoniert wurden. Für die Beleuchtungstechnik der einzelnen Szenen sorgte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Manfred Hartl. »Wir möchten heute einige der 'himmlischen Repräsentanten' in unserer Pfarrkirche etwas näher betrachten und ihnen durch den vielfältigen Klang der Orgel eine besondere Geltung verschaffen«, sagte eingangs Pastoralassistent Georg Gruber, nachdem die musikalische Entdeckungsreise mit dem Kyrie aus der Missa in F des Barockkomponisten Gottlieb Muffat von Kirchenmusiker Krekel eröffnet wurde.

Am Anfang der Betrachtungen stand der Apostel Jakobus, in der Kirche dargestellt mit Pilgerstab, weitkrempigem Hut und Jakobsmuschel. Dazu spielte Krekel das Werk »Tiento sobre el Pange Lingua Espaniol« des spanischen Renaissancekomponisten Diego de Alvarado. Das »Allegro moderato« aus dem Südtiroler Orgelbuch von Joseph Alois Holzmann folgte den Ausführungen zu den zwei typisch bäuerlichen Heiligen Notburga und Isidor, um dann zu einem der vier Kirchenväter zu kommen, dem heiligen Ambrosius, der im Langhaus der Kirche auf einem Gemälde dargestellt ist. Passend dazu intonierte Krekel den Hymnus »Komm, du Heiland aller Welt« des Südtiroler Kirchenmusikers Herbert Paulmichl. Weiter ging die musikalische Reise mit dem Choralvorspiel »Ante Introitum« zu »Puer natus est nobis« von Hermann Schroeder zu Papst Gregor den Großen, der dafür sorgte, dass die gregorianischen Gesänge aufgeschrieben und somit festgehalten wurden.

Auf dem Bild des rechten Seitenaltars ist der Tod des heiligen Josef dargestellt. Dazu hörten die Betrachter die Sinfonia aus dem »Actus tragicus« von Johann Sebastian Bach, allerdings in einer Orgelfassung von Alexandre Dumont. »Wenn es um die Gemeinschaft der Heilige geht, dürfen natürlich auch die Engel in der Kirche nicht fehlen« leitete Gruber auf die Erzengel Raphael und Michael über, die als Assistenzfiguren am Hochaltar dargestellt sind. Diesen widmete der Organist zum Abschluss ein Orgelstück des französischen Komponisten Jean Langlais mit dem Titel »Angelus«, bei dem besondere Klangfarben der Orgel das Lichtvolle und Körperlose der Engel zur Geltung brachte. Die hervorragende Kombination aus Betrachtung und Orgelmusik eröffnete den Besuchern der Veranstaltung die Möglichkeit, einzelne Elemente der Ruhpoldinger Pfarrkirche auf ganzheitliche Art neu zu entdecken. Das Kirchenschiff wurde dabei zu einem wahren Festsaal für die Musik. hab