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Heynckes freut sich über neue Bayern-Stürmer

Riva del Garda/Arco (dpa) - Dauertorjäger Mario Gomez darf sich noch im EM-Urlaub sonnen, die neue Sturmkonkurrenz traf gleich im ersten Testspiel-Einsatz.

Angriffs-Alternative
Claudio Pizarro ist einer von mehreren Topstürmern bei den Bayern. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Foto: dpa

Auch wenn das 11:0 des FC Bayern gegen ein lokales Team ohne Aussagekraft war, freute sich Jupp Heynckes nach dem lockeren Kick schon 'mal über die neue Auswahl in der Offensive. «Die zwei Stürmer Mario Mandzukic und Claudio Pizarro werden uns sicher helfen in der Saison», prognostizierte der Münchner Trainer; und erinnerte auch noch einmal an das so bitter verlorene Champions-League-Endspiel gegen den FC Chelsea. Mit den beiden wäre die Partie gegen die Engländer vielleicht anders ausgegangen.

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«Die letzte Saison hat gezeigt, dass man einfach vorne im Angriffszentrum Alternativen haben muss, wenn das Spiel eng wird, wenn man einen zusätzlichen Stürmer braucht oder auf der Bank reagieren muss», sagte Heynckes über die Position, auf der öfter als auf allen anderen Positionen Siege eingewechselt werden.

Vor zwei Monaten, als der deutsche Fußball-Rekordmeister im Königsklassen-Finale letztlich vergeblich gegen die blaue Abwehr-Wand der Engländer anrannte, da hießen die offensiven Alternativen auf der Bank Nils Petersen, Takashi Usami und Ivica Olic. Beim aktuellen Spielsystem (4-2-3-1) hätte Heynckes neben mehr Mittelfeldpower nun für Gomez (26 Bundesliga-Tore in der Vorsaison) mit Pizarro (18) und Mandzukic (12) zwei ganz andere Angriffs-Kaliber in der Hinterhand. Und die würden bei 20 Bayern-Eckbällen wie im Endspiel wohl für Gefahr sorgen.

«Beide haben das gewisse Etwas bei Flanken. Wenn man gegen eine defensiv eingestellte Mannschaft spielt und man hat dann noch zwei solche Joker, dann können die unter Umständen Spiele entscheiden», erklärte der Bayern-Coach.

Erstmal also Joker. Der ablösefrei von Werder Bremen verpflichtete Pizarro und der für geschätzte 13 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg geholte Mandzukic starten naturgemäß als Herausforderer von Gomez. «Er hatte eine super Saison, hat bei der Nationalmannschaft auch sehr gut gespielt und ist Stammspieler hier», verwies auch Pizarro in Riva del Garda auf den Startvorteil des deutschen Nationalspielers. Aber der Druck wird zunehmen auf den Dauertorschützen vom Dienst. Mario Gomez habe jedoch große Talente, betonte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, «und diese lassen hoffen, dass bei ihm sogar noch ein Stück Luft nach oben ist.»

Alle im Verein freuen sich auf das Sturmtrio mit einem Marktwert von rund 60 Millionen Euro - und das Niveau der ohnehin schon herausragenden Offensivabteilung mit Mittelfeldstars wie Franck Ribéry oder Arjen Robben wird weiter gehoben. Mandzukic schwärmte bei seiner Vorstellung schon von «super» Mitspielern. «Dadurch kann ich noch besser werden», sagte der Kroate, der bei der EM wie Gomez dreimal traf.

Anders als der herausragende Verwerter Gomez gelten der kopfballstarke Mandzukic (Vertrag bis 2016) und der schlitzohrige Pizarro (Vertrag bis 2013) als (mit-)spielfreudigere Stürmer. Sie sind daher nicht nur Alternativen zum deutschen Nationalspieler, sondern geben Heynckes auch mehr Möglichkeiten, taktisch zu variieren. Denn nur dann könne er von seinem favorisierten System mit einer zentralen Spitze abweichen, wenn er die notwendigen Spieler dazu habe, hatte der Coach schon durchblicken lassen. Die sind jetzt da. «Es sind gute Spieler dazu gekommen, die können vielleicht für ein bisschen Abwechslung sorgen», sagte Arjen Robben.

Während Pizarro mit Stabilisations- und Kräftigungsübungen noch eine Fehlhaltung des Körpers beheben muss und erst demnächst voll belastbar ist, fühlt sich Mandzukic schon nach wenigen Trainingstagen fit. Er sei «super» aufgenommen worden, schilderte der 26-Jährige in Arco und ist hochmotiviert. «Ich werde arbeiten und alles von mir geben. Der Trainer entscheidet dann, wer spielt.» Titel treiben den Kroaten an, ebenso wie Pizarro. Der 33-Jährige will auf der Zielgeraden seiner Karriere und in seiner zweiten Bayern-Zeit vor allem eins. «Für mich ist es sehr wichtig, am Ende die Schale hochzuhalten.»