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Heiße Musik in einer Tropennacht

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Ungebändigte Spielfreude von Musikern durften die Besucher des Musikschiffs bei der abschließenden Session erleben.

Einer der heißesten Tage des Jahres mit herrlichem Sonnenschein und tropischen Temperaturen neigte sich dem Abend entgegen. Am Steg im Hafen von Prien drängten sich bereits lange vor Abfahrt der »Edeltraud« viele Musikfans, um einen möglichst guten Platz bei ihrer bevorzugten Band zu ergattern.


Das größte Schiff der Chiemseeflotte startete pünktlich zum »Boogie on the Sea-Festival 2018«, das wie jedes Jahr wieder restlos ausverkauft war. Das außergewöhnliche Ambiente einer Schifffahrt abends und nachts auf dem Chiemsee, mit drei Musikgruppen unterschiedlicher Richtungen, macht das besondere Flair dieser beliebten Fahrt aus.

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Das »Michael Alf Trio«, die allseits bekannte Gruppe aus heimischen Gefilden und in den vergangenen Jahren schon mehrfach mit an Bord, legte gleich bei der Abfahrt mit flottem Zydeco und Boogie-Woogie los. Pianist, Sänger und Entertainer Michael Alf, Roberto Klinger am Kontrabass und Schlagzeuger Wolfgang Kotsowilis sorgten nicht zum ersten mal für Stimmung auf dem Vorderdeck. »C. C. Rider«, ein Lied von Ray Charles aus den 1950er Jahren, zu einer Instrumental-Nummer umarrangiert, wurde von den Zuhörern mit viel Applaus honoriert. Ein ganz besonderes Schmankerl kredenzte Michael Alf bei seiner Solonummer, dem »Hummelflug« in seiner »High-Speed«-Boogie-Version am Piano.

Nicht nur die Wärme auf dem Unterdeck trieb den Musikern des »Christoph Steinbach Boogie Trios« aus Kitzbühel den Schweiß auf die Stirn, mit vollem Körpereinsatz legte Christoph Steinbach am Piano einen Boogie-Woogie nach dem anderen vor. Gelegentliche Improvisationen mit Tom Müller am Saxofon und Drummer Christoph Buhse nahmen kurze Anleihen am Jazz. Um der Nacht noch etwas Karibik-Feeling zu geben, wie Steinbach die folgende Nummer ankündigte, wurde kurzerhand aus Harry Belafontes Banana Boat Song »Day-O Mr. Tally Man« ein rasanter Boogie. Selbst das beliebte Lied »Ein ehrenwertes Haus« von Udo Jürgens, mutierte in der Variante von Christoph Steinbach zu einem furiosen Boogie.

»Tscheky & The Blues Kings«, die beliebte »Boygroup« aus dem Chiemgau, zog wieder einmal die meisten Fans an. »Party Time«, eine Eigenkomposition von Michael »Tscheky« Sedlatschek (Gesang, Lead-Guitar), war sozusagen das Motto auf dem Hauptdeck der Edeltraud. Christoph Voggesser an der Rhythmusgitarre, Andreas Schatz (Piano), Bassist Simon Blum und Elija von Le Suire am Schlagzeug boten eine Blues- und Rock 'n' Roll-Party vom Feinsten. »La Bamba«, »Crazy Arms« und viele andere Klassiker des Genres ließen die Zuhörer nachhaltig applaudieren.

Da der Wetterbericht eine regenfreie Tropennacht vorhergesagt hatte, verlegte das »Michael Alf Trio« kurzerhand seine »Bühne« auf das Freideck inmitten des Publikums und spielte nur mit Akkordeon und Kontrabass einige seiner Nummern. Für den Rhythmus sorgte Wolfgang Kotsowilis mit seinem umgehängten Waschbrett und Tom Müller ließ sein Saxofon mitröhren. Einen eisgekühlten Cuba Libre in der Hand und am Horizont die glutrot untergehende Sonne, ließ bei manchem Passagier die Vorstellung eines Sommerabends in der Karibik entstehen. Fehlten nur noch Calypso, Sand und eine Steel Drum. Die beliebtesten Plätze waren wegen der Hitze ohnehin auf den luftigen Freidecks, daher blieb bei allen Bands auf den geschlossenen Decks genügend Raum für die unermüdlichen Tanzpaare.

Die Fahrt war zu Ende, das Schiff lag bereits eine Stunde im Hafen von Prien, aber noch war kein Ende des Abends in Sicht. Die »Blueskings« dachten noch längst nicht ans Aufhören, im Gegenteil, Michael Alf und Wolfgang Kotsowilis gesellten sich ihnen hinzu und so waren Piano und Schlagzeug sozusagen doppelt besetzt.

Ein letzter Höhepunkt des Abends war eine Session, bei der die zahlreichen Zuhörer, die bis zum letzten Akkord an Bord ausharrten, die ungebändigte Spielfreude aller sieben Musiker erleben durften. Mit ihrer letzten Zugabe, einem fantastisch gespielten »Hoochie Coochie Man«, ernteten sie vom überaus zufriedenen Publikum stehenden Applaus. Reiner Strasser

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