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Hawaii ist ihr ganz großer Traum

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Ihr erster Triathlon liegt gerade einmal fünf Jahre zurück. 2014 startete Cindy Friebel in Feldkirchen beim dortigen Sprintwettbewerb. »Und da habe ich sofort Blut geleckt«, lacht die 29-Jährige. Mittlerweile hat die Fridolfingerin, die für den RSV Götzing startet, bereits ihre erste Langdistanz über 3,8 km Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen gefinisht – und wie!


Bei der Challenge Roth wurde Cindy Friebel in diesem Jahr starke Siebzehnte in der Gesamtwertung der Frauen mit einer Spitzenzeit von 9:42:29 Stunden. Damit wurde sie in ihrer Altersklasse AK 25 Zweite (wir berichteten bereits). Und auch wegen ihrer jüngsten Erfolge hat sich die sympathische Triathletin ein ganz großes Ziel für das nächste Jahr gesetzt. »Ich möchte mich gerne für Hawaii qualifizieren.« In Kona findet ja jedes Jahr der älteste und bedeutendeste Triathlon über die Langdistanz statt.

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Mit dem Schwimmen, dem Radfahren und dem Laufen hatte Cindy Friebel in ihrer Kindheit nichts am Hut. Sportlich war sie allerdings schon. »Ich war acht Jahre lang bei den Turnerinnen in Freilassing aktiv«, erzählt sie. Im Teenager-Alter habe sie dann aber nichts mehr gemacht. Erst als sie ihre Ausbildung in Burghausen begonnen hatte, ging sie zu den Cheerleadern des TV 1868 Burghausen. Dieses Hobby behielt sie auch während ihres Studiums in Dresden bei und wurde mit ihrem dortigen Team dann zweimal Deutscher Meister.

Und: Das Cheerleader-Team wurde auch engagiert, um beim Triathlon in Hamburg die Sportler anzufeuern. »Das habe ich toll gefunden. Und mir gedacht, das möchte ich auch mal machen«, erinnert sie sich. Zunächst probierte es Cindy Friebel mit dem Laufen und startete bei einem Halbmarathon. »Unter zwei Stunden wollte ich ins Ziel kommen«, erinnert sie sich. »Aber ich habe viel zu wenig trainiert und hab' 2:02 Stunden gebraucht.«

Und dann kam der Vorschlag ihres Papas: Er wollte ein Familienduell beim Feldkirchner Triathlon machen – und das war der Startschuss für Friebels Triathlon-Weg. Und natürlich nicht nur, weil sie das Familienduell damals gewonnen hatte. »Mir hat es sofort Spaß gemacht«, sagt sie. »Und ich habe mir gesagt, das geht noch besser.« Und genau das sei auch immer ihr Anreiz: »Besser zu sein als beim letzten Mal.«

Und so steigerte sich Cindy Friebel von Jahr zu Jahr – zeitlich und auch von der Distanz her. 2015 startete die Quereinsteigerin bereits in Hamburg erstmals über Kurzdistanz. Ende 2017 folgte dann ihr Debüt über die Mitteldistanz. Und nun ging sie in diesem Jahr eben auf die Langdistanz. »Dabei habe ich noch vor zwei Jahre gedacht, eine Langdistanz mache ich nie«, erzählt sie lachend und ergänzt: Für mich waren die alle verrückt.«

Jetzt gehört Cindy Friebel aber ebenfalls zu den Athleten, die vom Triathlon-Virus vollends angesteckt sind! Sie kam in Roth hervorragend durch. »Nur auf dem Rad bei Kilometer 160 habe ich mir mal kurz gedacht, jetzt könnte ich dann aber schön langsam mal zum Laufen gehen«, lacht sie. Ein paar Stunden später hatte sie dann auch die letzte Disziplin hinter sich. Die Strapazen der vergangenen Monate mit ganz viel Training hatten sich gelohnt. Friebel genoss den Augenblick, als sie über die Ziellinie ging, in vollen Zügen. »Das war Gänsehaut pur, ein unbeschreibliches Gefühl.«

Ihre Saison ist auch noch nicht vorbei. Und exakt heute kehrt sie zu ihren Triathlon-Anfängen zurück, denn in Feldkirchen fällt um 17.30 Uhr der Startschuss für den Wettkampf der Berg- und Sportfreunde am Baggerweiher in Schiffmoning. Friebel ist bei den Frauen Titelverteidigerin und möchte natürlich auch heute nach den 200 m Schwimmen, 14 km Radfahren und 3,8 km Laufen ganz oben stehen. Nächstes Wochenende dann wird sie in Viernheim einen Doppelstart hinlegen und dort sowohl über die Sprint- als auch über die Kurzdistanz starten.

Und danach beginnt die Vorbereitung auf ihre zweite Langdistanz. 2020 will Cindy Friebel beim Ironman in Klagenfurt angreifen. Wenn es mit der Hawaii-Qualifikation klappen soll, muss sie Erste in ihrer Altersklasse werden – ein ehrgeiziges Ziel! »Ich versuche es mal. Und wenn es nicht klappt, dann klappt es eben nicht«, setzt sie sich nicht unter Druck.

Nach Hawaii würde sie gerne, »weil es das Höchste ist, was man als Triathlet erreichen kann«. Und es sei einfach eine tolle Geschichte mit all den Profis am Start zu stehen. »Ich glaube allerdings, dass mir die Hitze dort nicht taugen wird. Ich mag lieber die Kälte«, sagt die Ausdauersportlerin. »Aber wenn ich mich qualifiziere, werde ich es auf jeden Fall versuchen.« Cindy Friebel würde damit ihrer tollen Erfolgsgeschichte, die 2014 in Feldkirchen klein begonnen hat, ein weiteres, ganz großes Kapitel hinzufügen. SB