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Haug: Mercedes-Interesse an Vettel «nicht so akut»

Stuttgart (dpa) - Mercedes bereitet die weiterhin ungeklärte Zukunft von Michael Schumacher keine Probleme.

Mercedes-Motorsportchef
Norbert Haug hat keine Eile bei den Vertragsgesprächen mit Michael Schumacher. Foto: Jens Büttner Foto: dpa

«Wir werden uns mit Michael zusammensetzen und gemeinsam eine Entscheidung treffen, Eile besteht dabei nicht», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug im Interview der Nachrichtenagentur dpa vor dem Großen Preis von Deutschland. Sollte der Rekord-Weltmeister seine Formel-1-Karriere nach dieser Saison tatsächlich beenden, hätte die Verpflichtung eines deutschen Nachfolgers «nicht unbedingt» Priorität. «Wir suchen stets die besten verfügbaren Fahrer», sagte Haug. Das Interesse am zweifachen Champion Sebastian Vettel, der bei Red Bull unter Vertrag steht, bezeichnete er als «nicht so akut», dass man darüber öffentlich reden müsste.

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Die Saison verläuft für Mercedes in einem Auf und Ab: Mal Sieger, dann wieder unter ferner liefen, mal Pole Position, dann nicht mal in den Top Ten in der Qualifikation. Was sind die Gründe dafür?

Haug: «Diese Saison läuft bei mehreren Teams so, wie Sie es beschreiben. Fernando Alonso hat im Ferrari vom elften Startplatz aus gewonnen und Michael Schumacher wurde nach Start von Rang elf im Silberpfeil Dritter. Die Formel 1 Jahrgang 2012 verfügt über eine extreme Wettbewerbsdichte mit manchmal mehr als einem halben Dutzend schlagkräftiger Teams. Wir haben sie alle in den ersten neun Rennen schon geschlagen - und sie uns auch.»

Der Hockenheimring müsste dem Silberpfeil nach Aussagen von Michael Schumacher liegen. Ist ein Podestplatz beim Heimrennen realistisch?

Haug: «Ankündigungen hat es von mir zu keiner Zeit gegeben. Wir haben nach Nicos Sieg am 15. April in China in sechs aufeinanderfolgenden Rennen drei Podiumsplatzierungen geschafft und wir wollen derartige Leistungen wiederholen. Rückschläge sind dabei bei uns so wenig zu vermeiden wie von allen anderen Teams auch - es gibt 2012 keines ohne.»

Schumachers Vertragsverlängerung ist ein Reizthema. Gibt es für Sie eine Deadline, wo Sie sagen, jetzt muss die Frage geklärt sein, ansonsten trennen sich eben die Wege?

Haug: «Wir können mit dem, was Sie als Reiz bezeichnen, bestens umgehen. Wir werden uns mit Michael zusammensetzen und gemeinsam eine Entscheidung treffen, Eile besteht dabei nicht.»

Wollen Sie unbedingt, dass der Rekord-Weltmeister weiterfährt?

Haug: «Das werden unsere Besprechungen mit ihrem gemeinsamen Ergebnis ergeben.»

Mercedes gilt ja als deutsches Nationalteam in der Formel 1. Hätte die Verpflichtung eines deutschen Fahrers Priorität für den Fall, dass Schumacher seine Karriere beenden sollte?

Haug: «Nicht unbedingt. Wir suchen stets die besten verfügbaren Fahrer. Das war auch bei Nico und Michael so.»

Sebastian Vettel hat mehrfach erklärt, dass er gerne mal für Ferrari fahren würde. Wie groß ist Ihr Interesse, den zweifachen Weltmeister zu verpflichten und gab oder gibt es da Gespräche?

Haug: «Nicht so akut, dass wir darüber aktuell in der Zeitung reden müssten.»

Sehen Sie einen deutschen Nachwuchsfahrer, der eines Tages in Schumachers, Vettels oder auch Nico Rosbergs Fußstapfen treten könnte?

Haug: «Es gibt erfreulicherweise eine vergleichsweise große Zahl deutscher Fahrer mit großem Potenzial, was auch an der konsequenten Nachwuchsförderung liegt, in der auch Mercedes-Benz aktiv und erfolgreich ist.»