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Hatz bis Heiligabend - Klopp: «Saison beginnt neu»

Düsseldorf (dpa) - Von nun an geht es Schlag auf Schlag. Nach bisher gemächlichem Bundesliga-Auftakt steht den Profis der höchsten Spielkasse eine monatelange Hatz bevor.

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Der Spielplan bis Weihnachten nötigt nicht nur Dortmunds Trainer Jürgen Klopp Respekt ab. Foto: Marius Becker Foto: dpa

«Für alle Mannschaften beginnt die Saison neu», befand Jürgen Klopp mit Verweis auf den vollen Terminkalender, der für sein Team bis zum Ende der Hinserie im optimalen Fall 23 Partien vorsieht. Der vorweihnachtliche Kraftakt nötigt auch dem großen Titelrivalen FC Bayern München Respekt ab. «Das ist ein schweres Programm. Mitte Dezember ist zum nächsten Mal keine englische Woche oder ein Länderspiel», kommentierte Nationalspieler Thomas Müller.

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Angesichts des Mammutprogramms denken die Trainer der Spitzenclubs, deren Mannschaften auch international vertreten sind, bereits vor dem 3. Spieltag über das Thema Rotation nach. «Die Spieler wissen, dass ich ein Trainer bin, der gerne mal rotiert, unabhängig von Leistung», kündigte Bayern-Coach Jupp Heynckes an. In der Partie gegen Mainz könnten Bastian Schweinsteiger und Javi Martinez erstmals gemeinsam für den Tabellenführer auflaufen - quasi als Testlauf für den Auftakt in der europäischen Königsklasse am kommenden Mittwoch gegen Valencia. Dem beim 6:1-Kantersieg über Stuttgart starken Luiz Gustavo droht deshalb ein Platz auf der Bank.

Der Luxus, über ein Überangebot an Stars zu verfügen, könnte sich schon bald als Segen erweisen - nicht nur in München. Die gute Auswahl an Offensivspielern macht es BVB-Coach Klopp leichter, auch im Spitzenspiel gegen Leverkusen in der Startelf auf Mario Götze zu verzichten. Das Dortmunder Juwel stellte zwar in der WM-Qualifikation beim 3:0 über die Färöer aufsteigende Form unter Beweis, soll aber mit Blick auf die erste Aufgabe in der Champions League am Dienstag gegen Ajax Amsterdam behutsam aufgebaut werden. «Als Mario am Mittwoch von der Nationalmannschaft zurückkam, war er richtig kaputt. Mal sehen, wie sich das entwickelt», sagte Klopp.

Die Herausforderung, namhafte Profis auf die Bank zu setzen und bei Laune zu halten, bereitet auch Huub Stevens wenig Kopfzerbrechen. «Das ist doch etwas, worauf wir uns im Trainerstab richtig freuen. Denn wenn man Champions League spielt, gehört es dazu, dass auch gute Spieler immer mal raus müssen», sagte der Trainer des FC Schalke dem «Kicker». Wer am Samstag in der Partie beim Aufsteiger Greuther Fürth mit den ehemaligen Schalkern Mike Büskens und Gerald Asamoah für das Duell bei Olympiakos Piräus geschont werden soll, ließ der Niederländer offen. Gut möglich, dass Neuzugang Ibrahim Afellay sein Debüt gibt.

Noch mehr Aufmerksamkeit als der Schalker Leihgabe aus Barcelona dürfte Rafael van der Vaart zuteilwerden. Anders als seine Kollegen aus den Spitzenclubs kann es sich HSV-Trainer Thorsten Fink nicht erlauben, im Sommerschlussverkauf erworbene Stars in aller Ruhe aufzubauen. Schon beim Auswärtsspiel am Sonntag in Frankfurt soll der aus England nach Hamburg zurückgekehrte Regisseur die Not lindern helfen. Der Hype um seine Person veranlasste van der Vaart zuletzt, auf Interviews zu verzichten. «Ich will erst ein Spiel absolviert haben», sagte der 13 Millionen Euro teure Neuzugang.

Ähnlich angespannt ist die Lage bei den ebenfalls punktlosen Teams aus Stuttgart und Hoffenheim. Im Fall einer neuerlichen Niederlage am Sonntag in Freiburg könnte sich die Diskussion um den Hoffenheimer Trainer Markus Babbel intensivieren. Mehr Grund zum Optimismus herrscht beim VfB: Ein Sieg über Aufsteiger Düsseldorf soll das 1:6 in München vergessen und Mut für das Europa-League-Spiel gegen Steaua Bukarest machen. «Wir sind in drei Wettbewerben. Jetzt müssen wir in der Bundesliga da weitermachen, wo wir in Europa League und Pokal aufgehört haben», meinte Trainer Bruno Labbadia.