weather-image
16°

»Harfe trifft Flöte«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Mit Harfenistin Silke Aichhorn und Flötist Prof. Dejan Gavric begeisterten zwei Ausnahmemusiker das Musiksommer-Publikum im Grabenstätter Schloss. (Foto: M. Müller)

Das klangvolle Konzert »Harfe trifft Flöte« der Traunsteiner Ausnahme-Harfenistin Silke Aichhorn und ihres serbisch-stämmigen Kollegen Dejan Gavric, Professor für Flöte und Kammermusik an der Universität Mainz, in Grabenstätt war einer der bisherigen Höhepunkte des »Musiksommers zwischen Inn und Salzach«. Um die rund 120 Besucher in der Schlosshalle unterzubringen war sogar ein angrenzender Bürozugang kurzerhand zur Seitenloge umfunktioniert worden.


Der stimmungsvolle Konzertauftakt gelang dem kongenialen Duo mit der »Hamburger Sonate Wq 133 G-Dur« von Carl Philipp Emanuel Bach. Es folgte das Intermezzo »Reigen seliger Geister« aus der Oper »Orpheus und Eurydike« von Christoph W. Gluck. Silke Aichhorn erinnerte sich hier an die »Orpheus und Eurydike«-Aufführung vor rund 30 Jahren bei den Chiemgau-Festspielen unter der Leitung von Hans Leonhardt, im Rahmen derer sie als junge, aufstrebende Harfenistin mitgewirkt hatte.

Als Solo-Flötenvirtuose begeisterte Dejan Gavric mit »Aria extraits d’Armida« (Saverio Mercadante) nach der Oper von Gioachino A. Rossini. In die Pause ging es mit der »Sonate c-Moll« von Violinist und Komponist Louis Spohr, dem Silke Aichhorn sehr dankbar ist, weil er der Nachwelt auch einige virtuose Werke für Harfe solo hinterlassen hat. »Es waren gerade Männer im 19. Jahrhundert, die mit einer Harfenistin verheiratet waren – wie Spohr – oder zumindest in eine verliebt waren, die Literatur für mein Instrument komponiert haben«, berichtete die Harfenistin.

Lauten Applaus und Bravo-Rufe ernteten die beiden seit 2002 zusammenspielenden Ausnahmemusiker auch für Georges Bizets »Intermezzo« aus der Oper »Carmen«, bei dem sich – trotz Silke Aichhorns ausdrücklicher Erlaubnis – niemand mitzupfeifen traute, und für ein Harfensolo-Originalstück von Elias Parish-Alvars. Mit den Stücken »La flute de Pan« von Jules Mouquet und »Fantaisie« von Gabriel Fauré klang das offizielle Konzertprogramm eindrucksvoll aus.

Grabenstätts Bürgermeister Georg Schützinger wünschte sich vor den Zugaben, dass die Gemeinde auch im kommenden Jahr Bestandteil des Musiksommers sein darf. Musiksommer-Geschäftsführer Christian Hußmann sicherte für 2020 zu: »Es schaut gut aus«. Georg Schützinger wird dann jedoch nicht mehr Bürgermeister sein – Silke Aichhorn, die auf viele umjubelte Auftritte mit diversen Besetzungen in Grabenstätt zurückblicken kann, wusste dies, wünschte ihm für seinen nahenden »Unruhestand« alles Gute und widmete ihm nach dem glanzvollen offiziellen Konzertteil mit George Gershwins »Summertime« auch die erste Zugabe. Schützinger war sichtlich gerührt. Markus Müller