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Gutachten soll erste Klarheit bringen

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Marquartstein braucht einen Saal für größere Veranstaltungen. Ob es praktikabel ist, den »Prinzregentensaal« umzubauen und wiederzubeleben, ist die Frage. (Foto: Detzel)

Marquartstein – Marquartstein braucht einen Saal für größere Veranstaltungen. Ob es praktikabel ist, den »Prinzregentensaal« umzubauen und wiederzubeleben, ist die Frage. Ein Lärmschutzgutachten soll nun Klarheit liefern, ob weitere Überlegungen dazu Sinn haben.


Der »Prinzregentensaal« entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen und Vorstellungen, zudem ist die Lage mitten im Ort zwar zentral und gut, könnte aber wegen des Lärmschutzes auch ein Problem sein. Ob es Sinn hat, dass die Gemeinde den für 300 Personen zugelassenen Saal kauft und umbaut – diese Frage ist nicht neu. Bereits 2013 hatte man sich mit dieser Überlegung befasst, dann aber im Ratsgremium dagegen gestimmt. Ein »Sicherheits-Nein« sei es gewesen, weil im Vorfeld der Entscheidung zu viele Fakten nicht geklärt waren, so Klaus Hell. Er ist Leiter des nun reaktivierten Arbeitskreises »Prinzregentensaal«, dem vier engagierte Marquartsteiner angehören. Jetzt gab es einen ersten öffentlichen Austausch zum Stand der Dinge.

Ende September soll das Ergebnis vorliegen

So wurde ein Emissionsgutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse bis Ende September vorliegen sollen. Dabei, so Bürgermeister Andreas Scheck, gehe es um dreierlei: Den Lärm, den die Veranstaltung an sich verursacht, den Lärm, den die Besucher im Freien beim Rauchen und Ratschen auf dem Hin- und Heimweg machen, und das Geräusch der an- und abfahrenden Autos. Das Gutachten soll zeigen, ob es bauliche Möglichkeiten zur Verbesserung gibt, oder das Vorhaben schon an der Basis scheitert.

Hauptbetroffene sind die Anwohner im Sparkassen-Gebäude. Mit ihnen hat Hell bereits erste Gespräche geführt. Es sei ihm wichtig, so betonte er, sie einzubinden und ernst zu nehmen.

Je nachdem, wie dieses erste Gutachten ausfällt, könnte es gleich das »Aus« bedeuten – wenn sich herausstellt, dass hier kaum Veranstaltungen machbar wären – womit aber keiner der Beteiligten ernstlich rechnet. Wenn nicht, kann es an weitere Schritte wie Kostenermittlung und baurechtliche Klärung mit dem Landratsamt gehen. Ehe also eine Entscheidung über das Vorhaben überhaupt Thema im Rat ist, muss noch viel geklärt werden.

Hell erklärt, was fest steht: So wie er jetzt dasteht, ist der Saal nicht weiter zu betreiben. 1930 ursprünglich als Theatersaal gebaut, wurde er 1954 renoviert. Und in dem Zustand von damals sei er weitgehend immer noch. Zwar gab es in den 80ern neue Toiletten, 2014 wurden die Auflagen des Brandschutzes erfüllt und ein zweiter Fluchtweg eingebaut, ab und zu Kleinigkeiten wie eine Tonanlage nachgebessert. »Aber Heizung, Belüftung und die Größe der Schanktheke entsprechen nicht dem, was man heute braucht«, so Hell.

Wirt als Eigentümer möchte verkaufen

Dazu kommt: Der Saal hat keine eigene Küche. Alle Speisen mussten schon immer vom Gasthaus »Prinzregent« über den Hof transportiert werden. Zudem habe der Wirt, so Hell, kein Interesse an der weiteren Bewirtung und würde als Eigentümer des Saales diesen gerne verkaufen.

Das war schon Sachstand, als vor fünf Jahren bereits über das Thema diskutiert worden war. Damals wurde eine Kostenschätzung von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro aufgestellt; mit bis zu 60 Prozent Förderung. Die Bewirtung, so hatte man überlegt, könnte je nach Veranstaltungsart über einen Caterer oder die Vereine erfolgen.

»Es ist klar: Wir brauchen eine Veranstaltungsmöglichkeit, und die kriegen wir nicht zum Nulltarif«, so Scheck. Mit der Zahl der Veranstaltungen im »Prinzregentensaal« geht es seit etwa dem Jahr 2000 bergab. Heuer, so Hell, waren es nurmehr zwei oder drei.

Viele Ideen für die künftige Nutzung

Ideen gibt es genug: Feuerwehrball, Fasching, Hoagascht und Preisplattln der Trachtler, Theater, Vereinsversammlungen, Lichtbildervorträge. Es gehe nicht um »Auswüchse«, die laut sind und bis in den frühen Morgen dauern, so Hell. Es gebe viele Veranstaltungen, die vor Mitternacht beendet sind und den Anwohnern keine Probleme bereiten sollten.

Noch einen Nebeneffekt sieht Hell: Für die Veranstaltungen auf der benachbarten Auerbräuwiese wäre es praktisch, wenn man die Möglichkeiten des Saales wie Kühlung und Geschirrspülmaschine mitnutzen könnte.

Eine Entscheidung, so erklärt er, soll möglicht noch heuer fallen. Mit der Umsetzung dauere es dann ohnehin mindestens zwei Jahre. Eines ist Hell wichtig zu betonen: »Wir wollen das nicht mit Hängen und Würgen durchbringen. Es geht darum, die Fakten auf den Tisch zu legen. Und wenn diese dagegen sprechen, dann können wir in eine andere Richtung denken.« kad